30.01.2013 16:58
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Auf die Größe kommt es an!

Grüner Fisher-Kolumne

Thomas Grüner
Auch im laufenden Jahr werden sich die Aktienmärkte beachtlichen Herausforderungen stellen müssen. Anleger sind momentan keinesfalls grenzenlosem Optimismus verfallen, sondern fokussieren sich auf verschiedenste Risiken.
Einige davon können als „aufgewärmt“ bezeichnet werden: Die Angst vor einer Eskalation der Eurokrise, Angst vor der steigenden Staatsverschuldung der USA oder Angst vor militärischen Konflikten im Nahen Osten. Andere Sorgen kommen im Jahr 2013 neu hinzu, unter anderem der Risikofaktor der „politischen Unsicherheit“ im Rahmen der deutschen Bundestagswahl. Chancen werden zwar oftmals korrekterweise als solche eingestuft, letztendlich aber aus schlichter Angst nicht ergriffen. Eine interessante Konstellation.

Differenzierte Ausgangslage

Während sich die Erkenntnis, dass Beteiligungen an erstklassig aufgestellten Unternehmen - Aktien! – noch immer ohne nennenswerte Alternativen sind, hält die - man kann das nicht oft genug sagen - simple Angst noch viele Investoren von einer Aktienanlage überhaupt oder einer signifikanten Aufstockung ihrer Aktienquote ab. Man redet weiterhin nur darüber, investiert aber nicht. Für 2013 wird deshalb entscheidend sein, ob die außerordentlich hohen Liquiditätsreserven der Investoren den Weg an die globalen Aktienmärkte finden werden. Sollten diese Investitionen letztendlich erfolgen, welche Länder und Branchen werden davon am meisten profitieren können? In welchem Sektor ist trotz der relativ hohen Kursstände der Aktienindizes das größte Potential verborgen? Die Antwort auf diese Frage mutet auf den ersten Blick recht einfach an.

Go Mega Now!

Aktien von Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung - oberhalb des weltweiten gewichteten Durchschnitts von ca. 64 Milliarden Euro - sind typischerweise führend ab der beginnenden mittleren Phase eines Bullenmarktes. Dieser Effekt entsteht durch die Käufe der „Nachzügler“. Investoren, die in der Frühphase des Bullenmarktes noch zu den Pessimisten oder Zweiflern gezählt haben, kaufen zuerst vor allem Qualitätswerte. Meist sind dies eben die Aktien mit einem hohen Bekanntheitsgrad: Die großen Schwergewichte mit einer hohen Marktkapitalisierung. Ein weiterer Vorteil, der dafür spricht, diese Mega Caps jetzt zu bevorzugen: Beim - aus heutiger Sicht noch immer sehr unwahrscheinlichen - Einsetzen eines neuen Bärenmarktes schlagen sich diese Mega Caps lange Zeit am besten. Der laufende Bullenmarkt scheint allerdings noch längst nicht an seinem Ende angekommen. Das Wachstum der großen und global operierenden Unternehmen ist ungebrochen. Diese Mega Caps sollten auch bis mindestens weit in 2013 hinein (und wohl auch darüber hinaus) den Aufwärtstrend des Marktes anführen. Hier wird die relativ geringe Bedeutung des deutschen Aktienmarkts im globalen Vergleich sichtbar: Unter den fünfzig größten Unternehmen der Welt befindet sich kein einziger deutscher Titel! Die Wahrscheinlichkeit, dass der deutsche Aktienindex DAX seine Outperformance im Jahr 2013 fortführen kann, schätzen wir deshalb als gering ein.

Fazit

Der Auswahl der einzelnen Länder, Branchen und Einzelwerte wird keine so große Bedeutung wie in 2011 und 2012 mehr zukommen. „Stock-Picking“ verliert im Jahr 2013 an Bedeutung. Größe zählt! Go Mega Now!

Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen/Disclaimer unter www.gruener-fisher.de.
Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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