21.11.2012 17:55
Bewerten
(7)

Buy low, sell high

Grüner Fisher-Kolumne: Buy low, sell high | Nachricht | finanzen.net
Grüner Fisher-Kolumne
Thomas Grüner
DRUCKEN
„Kaufe billig, verkaufe teuer“ – dieses Konzept ist einfach, einleuchtend und zeichnet einen erfolgreichen Investor aus.
Fast schon zu einfach. In der Realität scheinen Faktoren zu existieren, die diesen Weg zum Erfolg entscheidend behindern und nahezu unmöglich machen. Alle Marktteilnehmer verfolgen zwar vordergründig dieses Konzept, tun aber oft genug das genaue Gegenteil. Da nun offensichtlich niemand beabsichtigt, teuer zu kaufen und billig zu verkaufen, stellt sich die Frage, warum zahlreiche Investoren trotzdem routinemäßig in diese Falle tappen? Zeit für ein wenig Börsenpsychologie.

Fehler Nummer eins: Kaufe teuer!

Eine simple Wahrheit: Die größten Renditechancen bieten sich an den Tiefpunkten der Märkte. Wann genau aber sind solche Tiefpunkte - die berühmte „Stunde null“ - erreicht? Das exakte Timing ist zugegebenermaßen sehr schwierig bis unmöglich. Mittel- und langfristig betrachtet ist es deshalb wichtig, das Marktumfeld in korrekte Relationen zu setzen. Sprechen die makroökonomischen Rahmendaten für eine Unterbewertung der Aktienmärkte? Ist Aufwärtspotential aufgrund positiver fundamentaler Daten der Unternehmen vorhanden? Dann ist der Zeitraum für einen günstigen Einstieg gegeben. „Kaufe billig“!

Diesem Konzept steht aber ein großes Problem entgegen: Angst! In Zeiten der Unsicherheit - wenn die Märkte „billig“ sind und das tatsächliche Risiko gering - sträubt man sich gegen Investitionen in den Aktienmarkt. Man schätzt das vermeintliche Risiko viel höher ein als das tatsächliche. Die Einstiegsmöglichkeiten werden oftmals erst dann wahrgenommen, wenn eine deutliche Erholung am Aktienmarkt bereits stattgefunden hat und sich die Kurse „stabilisiert“ haben. Doch die Opportunitätskosten sind hoch: Ein Großteil der Rendite ist längst verpasst, wenn die Unsicherheit aus den Märkten gewichen ist. Unter dem Strich steht dann ein Kauf zu relativ „teuren“ Kursen.

Fehler Nummer zwei: Verkaufe billig!

Langfristige Investitionen sind oftmals der Schlüssel für nachhaltig positive Renditen. Auf diesem Weg zum Erfolg stellt sich die Mehrheit der Investoren jedoch selbst ein Bein: Durch die Begrenzung des eigenen Handlungsspielraums. Der Wunsch nach „Absicherung“ ist insbesondere in volatilen Zeiten groß – und sorgt für den Einsatz von Stop-Loss-Limits. Greift eines dieser Limits, wird schlicht und einfach billig verkauft – entgegen dem „einfachen“ Erfolgsrezept. Die Gefahr, einen temporären Tiefpunkt zu erwischen und von der anschließenden Aufwärtsbewegung ausgeschlossen zu sein, ist groß. Denn wie soll der freigewordene Betrag investiert werden? In dieselbe Aktie? Wenn ja, zu welchem Zeitpunkt? Aktien haben keine serielle Korrelation! Wer mittel- bis langfristig von den Erfolgschancen eines Unternehmens überzeugt ist, sollte seiner Investition eine gewisse Schwankungsbreite zugestehen.

Fazit

Das Erfolgsrezept „kaufe billig, verkaufe teuer“ ist sehr einfach. Aus ebenso einfachen Gründen kommen Investoren in der Realität von diesem Weg ab. Psychologische Faktoren spielen dabei eine große Rolle. Die wahre Kunst ist es, niedrige Stände tatsächlich als „günstig“ zu identifizieren und sich bei seinen Entscheidungen nicht von erhöhtem Sicherheitsdenken beeinflussen zu lassen. Vor allem dann, wenn die Medien, Ihre Kollegen und die Allgemeinheit schlicht zu pessimistisch sind. Genau in der jetzigen Phase - nach einer Korrektur - winken die besten Kurschancen.

Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen/Disclaimer unter www.gruener-fisher.de.
Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

The rise of Tiger and Dragon: Die besten Aktien aus China!

China ist das Bevölkerungsreichste Land der Erde. Mit einem zuletzt gemeldeten Wirtschaftswachstum von fast 7 % im 1. Halbjahr 2017 ist das Land auf bestem Wege, das eigene Wachstumsziel zu übertreffen. Erfahren Sie im neuen Anlegermagazin, bei welchen chinesischen Aktien vielversprechende Zukunftsaussichten bestehen und warum.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Dow Jones endet im Minus -- Berlin favorisiert angeblich Fusion von Commerzbank und BNP Paribas -- Apple räumt Probleme mit neuer Watch ein -- MorphoSys, Air Berlin im Fokus

Air-Berlin-Gläubiger verhandeln mit Lufthansa über große Teile. Rio Tinto will mit Milliarden aus Unternehmensverkauf Aktien zurückkaufen. METRO-Aktie steigt: Konzern dementiert Bericht über angeblich geplantes Delisting. Deutsche Bank- & Commerzbank-Aktien legen zu. S&P stuft Kreditwürdigkeit Chinas ab. AMD-Aktien steigen kräftig: Angebliche Kooperation mit Tesla.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient
Diese Banken wurden für die Finanzkrise am härtesten bestraft
Welche Bank zahlte am meisten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Der Dieselskandal hat die Reputation der deutschen Wirtschaft beschädigt. Unterstützen Sie deshalb die Forderung der Anti-Korruptions-Organisation nach einem Unternehmensstrafrecht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
BYD Co. Ltd.A0M4W9
CommerzbankCBK100
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Bitcoin Group SEA1TNV9
SolarWorldA1YCMM
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
AMD (Advanced Micro Devices) Inc.863186
EVOTEC AG566480
TeslaA1CX3T
GeelyA0CACX