15.08.2012 12:56
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Einfach mal nachrechnen!

Grüner Fisher-Kolumne

Thomas Grüner
Pensionslasten erdrücken Konzerne.
Das Jahr 2012 wird stetig begleitet von düsteren Ausblicken der Presselandschaft. Deutsche Unternehmen sehen sich angeblich erneut - oder immer noch - mit vielschichtigen Problemen konfrontiert. Neueste Hiobsbotschaft: In den betrieblichen Rentenkassen klaffen Lücken in Milliardenhöhe. Ein aktueller Artikel der Financial Times Deutschland thematisiert die steigenden Pensionslasten der DAX-Konzerne. Demnach steht der Großteil der Unternehmen, die ihre betrieblichen Rentenkassen nicht mit direkten Mitteln aus dem operativen Geschäft finanzieren, sondern die Pensionsverpflichtungen auslagern, vor erheblichen Finanzierungsproblemen.

Das erforderliche Planvermögen, welches für die Pensionszahlungen gebildet werden muss, besteht traditionell zum Großteil aus Anleihen und Aktien. Hierbei wird die Erwirtschaftung der notwendigen Renditen durch das historisch niedrige Anleihezinsniveau erschwert. Es erscheint naheliegend, diesem Problem mit verstärkten Aktienkäufen zu begegnen – und damit Traditionen zu brechen.

Aktienentwicklung vs. Konjunktur

Pensionszahlungen mit dem Kauf von Aktienanlagen gewährleisten? Die Angst vor einer Konjunkturabschwächung lässt diesen Gedanken in den Köpfen vieler Investoren als gefährlich erscheinen. Hierbei muss allerdings ein maßgeblicher Faktor berücksichtigt werden: Es gibt keine nachgewiesene Korrelation zwischen BIP-Wachstum und einer positiven Entwicklung des Aktienmarkts. Viele deutsche Unternehmen erwirtschaften seit Jahren ständig steigende Gewinne und haben es in den zurückliegenden Jahren trotz der anhaltend schlechten Marktstimmung – und unabhängig von Konjunkturdaten jeglicher Art - geschafft, enorme Liquiditätsreserven anzuhäufen. Trotz Rezessionsängsten in der Eurozone ist also auch in den kommenden Jahren genügend Substanz und Liquidität vorhanden, um den Unternehmen weiterhin ein gesundes Wachstum zu ermöglichen. Für das Auffüllen der betrieblichen Rentenkassen werden Anlagen benötigt, die laufende Erträge generieren – hier ist der Kauf von Aktien mittlerweile unumgänglich. Der vermeintliche Risikofaktor „Pensionslasten“ wird zu einem weiteren Nachfragetreiber für die Aktienmärkte.

Laufende Erträge durch Dividendenrenditen

Die Unternehmen sind zweifellos bestrebt, ihre Cashreserven für Investitionen zu nutzen – die Verzinsung von Festgeldern bewegt sich nahe dem Nullniveau. Die Anleihezinsen notieren auf einem historisch tiefen Niveau und werden sich wohl auch in absehbarer Zeit nicht signifikant nach oben bewegen. Die Dividendenrenditen der Aktien übersteigen das Niveau der Anleiherenditen des entsprechenden Unternehmens mittlerweile deutlich – eine einzigartige Konstellation. „Fixed Income“ muss neu definiert werden. Und ein eindeutiger Hinweis darauf, dass Aktienanlagen in der Zukunft für die Planvermögen der Unternehmen unverzichtbar sein werden. Diese stark erhöhte Aktiennachfrage wird sich in steigenden Kursen bemerkbar machen und nach und nach die Rezessionsängste in den Hintergrund drängen.

Fazit

Umrahmt von negativer Berichterstattung und Konjunktursorgen - fast schon unbemerkt von der Öffentlichkeit - profitieren insbesondere die großen Unternehmen von stetigem und gesundem Wachstum. Die Unternehmen selbst müssen mittlerweile die Attraktivität der Aktienmärkte anerkennen und kommen nicht umhin, ihre enormen Cashreserven in Aktienanlagen zu investieren. Ein weiterer wichtiger Faktor, der enormes Aufwärtspotential durch eine Zunahme der Nachfrage generieren kann.

Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen/Disclaimer unter www.gruener-fisher.de.
Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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