27.02.2013 17:25
Bewerten
 (2)

Italien schockt die Märkte

Grüner Fisher-Kolumne: Italien schockt die Märkte | Nachricht | finanzen.net
Grüner Fisher-Kolumne
Thomas Grüner
Sind Währungskriege gefährlich?
Silvio Berlusconi ist zurück auf der politischen Bühne. Auf jeden Fall reichen die Nachrichten aus Italien aus, um wieder die große Angst an die Finanzmärkte zurückkehren zu lassen.

Das starke Abschneiden der Mitte-Rechts-Koalition von Berlusconi könnte die Reformbemühungen Italiens für längere Zeit auf Eis legen. Ungeachtet der Tatsache, dass politische Börsen kurze Beine haben, macht sich auch an den Aktienmärkten erneut Verunsicherung breit. Bei den Devisen steht der Euro deutlich unter Druck: Das Währungspaar EUR/USD notiert derzeit im Bereich von 1,30 USD. Damit hat der Euro im Vergleich zu Beginn des Februars rund 5 % auf den Dollar eingebüßt.

Öl ins Feuer und „gute“ Argumente für diejenigen, die den „Währungskrieg“ thematisieren. Im Grunde handelt es sich dabei jedoch lediglich um eine weitere Episode eines nicht enden wollenden politischen Schlagabtauschs. Währungseffekte müssen weitaus differenzierter betrachtet werden!

Keine eindeutigen Effekte

Eine starke bzw. schwache Währung hat unter dem Strich keine eindeutig positive oder negative Auswirkung. Einerseits kurbelt eine schwache Währung die Exporte an, andererseits werden im Gegenzug die Importe teurer. Selbst für eine „Exportnation“ wie Deutschland würden spürbare Nachteile entstehen - beispielsweise importiert Deutschland viel Energie und damit auch Inflation. Ein schwacher Euro und damit verbundene höhere Importpreise würden per Saldo definitiv den deutschen Lebensstandard belasten. Welcher Effekt letztendlich dominiert, ist schwer zu analysieren - und muss speziell für den Euro von Land zu Land unterschiedlich bewertet werden.

Bei einer „gesteuerten“ Abwertung der eigenen Währung wird das Vorhaben der EZB erschwert, die Geldwertstabilität zu erhalten. Eine Erhöhung der Zinssätze wäre die Folge, um der Inflationsgefahr entgegenzuwirken - was wiederum den Euro im Vergleich zu anderen Währungen aufwerten könnte. Wiederum ein gegenläufiger Effekt. Zudem gilt es zu beachten, dass sich der Euro nicht alleine auf und ab bewegt. Stärke und Schwäche zeigt sich nur in der Betrachtung von Währungspaaren - dieser Wechselkurs kann zwar immer von einseitigen währungspolitischen Maßnahmen beeinflusst werden, aber natürlich kann auch die „Gegenseite“ darauf jederzeit reagieren. Das nennt man dann wohl landläufig und überspitzt „Währungskrieg“.

Global statt regional!

Eine starke bzw. schwache Währung hat keine unmittelbare Wirkung auf die Aktienkurse. Um sich bestmöglich gegen Währungsschwankungen zu wappnen, sollte das Portfolio breit diversifiziert und global aufgestellt sein. Insbesondere eignen sich Unternehmen, die in ihrer Struktur selbst global aufgestellt sind. Kauft man beispielsweise eine Aktie von McDonald´s, so würde ein schwacher US-Dollar die Rendite eines Euro-Investors negativ beeinflussen. Durch die globale Aufstellung profitiert das Unternehmen jedoch indirekt wieder selbst von der schwachen Heimatwährung: Die erwirtschafteten Erträge in Euro (und weiteren Fremdwährungen) werden aufgewertet und schlagen sich positiv in der Gesamtbilanz nieder - was wiederum den Aktienkurs in der Heimatwährung stützt.

Fazit

Mittel- und langfristig sind Währungsschwankungen ein Nullsummenspiel. Letztendlich lässt sich keine Aussage treffen, ob sich eine schwache oder starke Währung positiver auf die Wirtschaft und die Aktienmärkte auswirkt. Ein global aufgestelltes Aktienportfolio - mit vielen verschiedenen Währungen - ist dabei das optimale Mittel, um kurzfristigen Schwankungen entgegenzutreten.

Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen/Disclaimer unter www.gruener-fisher.de.
Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX im Plus -- Dow stabil -- AURELIUS-Aktien brechen über 30 Prozent ein -- Commerzbank will wohl Wertpapierabwicklung auslagern -- EVOTEC, E.ON, Snapchat im Fokus

Tencent steigt mit fünf Prozent bei Tesla ein. Morgan Stanley: Teslas Model 3 wird zehnmal sicherer als der Durchschnitt. RWE signalisiert Investoren höhere Ausschüttungen ab 2019. Elon Musk gründet schon wieder ein neues Unternehmen - Mit überraschendem Geschäftsmodell. EnBW macht 1,8 Milliarden Verlust.

Top-Rankings

Hier macht Arbeiten Spaß
Die besten Arbeitgeber weltweit
KW 12: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 12: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Der bayerische Handelsverband rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Lebensmittelverkäufe über das Internet. Wäre das auch was für Sie?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
CommerzbankCBK100
AURELIUS Equity Opp. SE & Co. KGaAA0JK2A
EVOTEC AG566480
E.ON SEENAG99
Nordex AGA0D655
Allianz840400
Deutsche Telekom AG555750
Apple Inc.865985
BayerBAY001
Infineon Technologies AG623100
BASFBASF11
SAP SE716460