19.12.2012 14:15
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Nicht nur drüber reden - investieren!

Grüner Fisher-Kolumne

Thomas Grüner
Das „Jahr der Angst“ neigt sich seinem Ende zu. Allem Pessimismus und negativ ausgerichteter Berichterstattung der Presse zum Trotz...
... haben sich die Aktienmärkte im laufenden Jahr hervorragend entwickelt.

Der laufende Bullenmarkt hat sich im Jahr 2012 äußerst robust und dynamisch gezeigt. Die tatsächlichen Verlierer sind in den Reihen der „konservativen“ Investoren zu finden: Festgelder - festverzinsliche Anlagen im Allgemeinen – bewegen sich teilweise nahe der Nullverzinsung und sorgen für einen realen Wertverlust. Gold hat die hohen Erwartungen nicht erfüllen können. Der Leidensdruck der Sparer wächst. Bleibt nun im Hinblick auf das kommende Jahr 2013 die Attraktivität des Aktienmarkts erhalten oder ist das Potential ausgereizt?

Neues Potential

Die Zeit der „risikolosen“ Renditen ist definitiv vorüber. In diesem Umfeld wurde der Blick zahlreicher Analysten fast zwangsläufig auf den Aktienmarkt gelenkt. Das hohe Niveau der Dividendenrenditen ist äußerst attraktiv, die fundamentalen Unternehmensdaten sind hervorragend. Wer laufende Erträge generieren will, muss unweigerlich auf den Aktienmarkt zurückgreifen – egal ob Privatanleger mit fixen Entnahmeplänen oder Unternehmen, die ihre Pensionslücken schließen müssen. Die Analysen, die pro Aktien eingestellt sind, häufen sich. Droht zu diesem Zeitpunkt bereits eine „Überhitzung“ der Aktienmärkte? Ist die Stimmung zu positiv?

Keinesfalls! Die Zahl derer, die den Aktienmarkt mittlerweile als attraktiv erachten, ist immer noch deutlich größer als die Zahl derer, die tatsächlich im Aktienmarkt investiert sind! Die Mehrheit der Anleger hat den Aufschwung der letzten Jahre argwöhnisch von der Seitenlinie betrachtet und sieht den optimalen Zeitpunkt für den Einstieg noch immer nicht gekommen. Die tatsächliche Umschichtung in Aktienanlagen – wodurch zusätzliches Aufwärtspotential generiert werden kann – hat noch nicht in großem Umfang stattgefunden.

Fehlende Aktienkultur

Der Respekt vor dem Aktienmarkt ist hierzulande historisch begründet: Deutschland hat noch immer keine Aktienkultur! Bei der Investition des Vermögens wird dem Aktienmarkt noch immer ein relativ geringer Anteil beigemessen. Die Angst vor der Schwankungsbreite ist zu hoch, stets wird der vermeintlich „sichere Hafen“ gesucht. Anders kann es auch in diesem Jahr nicht erklärt werden, dass Anleger scharenweise in deutsche Staatsanleihen flüchten, deren Verzinsung weit unter der Inflationsrate liegt. So wird ein sicherer Kaufkraftverlust aus Angst vor vermeintlich noch größeren Verlusten in Kauf genommen. Eine teure Angelegenheit! Die größten Renditechancen im Aktienmarkt sind allerdings in Korrekturphasen und in Zeiten der Unsicherheit verborgen: Ein Zeitpunkt, zu dem ein Großteil der Anleger den Aktienmarkt tendenziell meidet. Insbesondere deutsche Anleger neigen dazu, sich erst in Phasen der Euphorie für die Aktienmärkte zu begeistern – wenn ein Großteil des Potentials schon ausgeschöpft ist. Ein gefährliches Spiel.

Fazit

Die Vorteile der Aktienanlage sind durch die Niedrigzinspolitik der EZB unübersehbar geworden. Der Stimmungswandel ist im Gange, die Ängste aber noch lange nicht besiegt. Insbesondere deutsche Anleger tun sich schwer damit, größere Teile Ihres Vermögens in Aktien umzuschichten. Und so lange zwar viele Kommentare die Aktienmärkte als günstig bewertet empfehlen, aber kaum jemand richtig investiert ist, ist das Aufwärtspotential noch lange nicht ausgeschöpft. Nicht nur drüber reden – sondern auch tatsächlich investieren!

Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen/Disclaimer unter www.gruener-fisher.de.
Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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