24.10.2012 20:51

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GRÜNER FISHER-KOLUMNE

Obama oder Romney?


US-Wahlkampf in der heißen Phase

Der Tag der Entscheidung in den USA rückt näher. Am 06. November wird gewählt. Eine spannende Schlussphase im US-Wahlkampf zeichnet sich ab: Aktuellsten Umfragewerten zufolge ist der Vorsprung des amtierenden demokratischen Präsidenten Obama gegenüber dem republikanischen Kandidaten Mitt Romney deutlich geschmolzen. Unabhängig davon, wie der Wahlausgang letztendlich aussieht: Märkte entwickeln sich historisch betrachtet in Wahljahren überdurchschnittlich gut. Die diesjährige Konstellation spricht im Besonderen dafür, dass sich die Aktienmärkte auch im weiteren Verlauf des Jahres 2012 weiterhin äußerst positiv entwickeln können.

Enormes Nachholpotential

Dritte und vierte Jahre im US-Präsidentschaftszyklus sind positive Treiber für den Aktienmarkt – eine Tatsache, die zahlreiche Analysten im Jahr 2011 aufgegriffen haben. Nachdem das vergangene Jahr eher ernüchternd verlief, verschwand diese Thematik schnell von den Zetteln der Analysten – dabei ist die Situation in diesem Jahr interessanter denn je. Zum einen, weil 2011 als „Jahr der Pause“ erhebliches Nachholpotential an den Märkten generiert hat, zum anderen weil die spezielle Konstellation „Wiederwahl eines Demokraten“ oder „Neuwahl eines Republikaners“ von überdurchschnittlichen Renditen an den Märkten begleitet wird. Der Zuwachs an den US-Aktienmärkten in Wahljahren beträgt im historischen Durchschnitt 14,5 % bei der Wiederwahl eines Demokraten und 18,8 % bei der Neuwahl eines Republikaners. Die Märkte reagieren meist negativ, wenn ein Demokrat neu ins Amt gewählt wird, scheinen die „Angst“ vor einem Demokraten jedoch vollständig verloren zu haben, den sie bereits kennen. Ebenso positiv wird die Neuwahl eines Republikaners aufgefasst, der für die Erfüllung hoher wirtschaftlicher Erwartungen steht. Eine simple Sache: In 2012 sind nur diese beiden positiven Varianten möglich.

Glänzende Rahmenbedingungen

Das Jahr 2012 hat für die Anleger schon so manche positive Überraschung bereitgehalten. Zahlreiche Faktoren sprechen für eine weitere Aufwärtsbewegung des Marktes: Die Unternehmenszahlen sind hervorragend, die Weltwirtschaft wächst, die globalen Aktienmärkte sind weiterhin äußerst günstig bewertet, sinnvolle Alternativen im Anleihenmarkt sind nicht erkennbar.

Von Euphorie ist jedoch in der gegenwärtigen Situation keinesfalls etwas zu spüren – ein wichtiger Hinweis darauf, dass sich dieser Bullenmarkt noch längst nicht dem Ende zuneigt, sondern noch erhebliches Aufwärtspotential in sich trägt. Die „Halbzeit“ im Zyklus eines Bullenmarktes wird immer erst dann überschritten, wenn Skepsis und Zweifel von leichtem Optimismus abgelöst werden – eine treffende Beschreibung der aktuellen Situation. Die wirtschaftlichen und psychologischen Rahmenbedingungen sind gegeben, dass sich die positiven Faktoren des US-Wahlkampfs an den Aktienmärkten voll entfalten können. Wahljahre sind typischerweise vor allem im zweiten Halbjahr deutlich positiv (back-end loaded). Nach einer Korrekturbewegung im September und Oktober findet historisch gesehen meist im November und Dezember ein fulminanter Endspurt statt.

Fazit

Die Ausgangslage an den Aktienmärkten ist auch für das weitere Jahr 2012 – und darüber hinaus – äußerst vielversprechend. Die fundamentalen Daten sprechen eine durchweg positive Sprache. Auch die US-Präsidentschaftswahl steht - unabhängig von ihrem Ausgang - unter einem positiven Vorzeichen und kann den Märkten im Schlussspurt des Jahres 2012 weitere Explosivität verleihen.

Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen/Disclaimer unter www.gruener-fisher.de.
Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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