Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstag) mit Berufung auf mit der Sache vertrauten Personen. Demnach werden derzeit im Vorstand Kürzungen konzipiert, die den strukturellen Veränderungen in der Börsenlandschaft Rechnung tragen sollen.
Der Konzern gehe offenbar davon aus, dass an alternative Handelsplattformen verlorene Marktanteile nicht wieder zurückgewonnen werden könnten. Vielmehr werde sich dieser Trend zu Lasten der etablierten Börsenbetreiber weiter fortsetzen, schreibt die 'FAZ'. Außerdem werde erwartet, dass die strengeren Eigenkapitalvorschriften für Banken deren Handelsaktivitäten langfristig und dauerhaft mindern.
Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Boerse auf ihrer Handelsplattform Xetra Umsätze von 1,07 Billionen Euro generiert. Das waren 24 Prozent weniger als 2011 und nur die Hälfte der Umsätze aus den Rekordjahren 2007 und 2008. Auch an der Terminbörse Eurex gingen die Handelsumsätze deutlich zurück. Dies schlägt bei der fixkostenlastigen Börse stark auf den Gewinn durch, zumal auch die Erträge aus der Wertpapierabwicklung vom Handelsvolumen abhängen. Hoffnungen, dass eine stärkere Regulierung des Börsenhandels den Börsen mehr Umsätze bescheren könnten, haben sich bislang nicht erfüllt.
Die Börse hatte daher bereits im Herbst gewarnt, ihre Ziele für 2012 nicht erreichen zu können. Der Gewinn hatte sich im dritten Quartal halbiert. Die Jahreszahlen werden am 19. Februar veröffentlicht. An diesem Tag kommt laut 'FAZ' auch der Aufsichtsrat zusammen und soll die Sparmaßnahmen absegnen.
FRANKFURT (dpa-AFX)