Die Fortschritte des Programms "Score" würden in diesem Jahr nicht wie gewünscht "ergebnisverbessernd sichtbar", erklärte der Vorstandsvorsitzende in einem am Freitag erschienenen Interview mit der Mitarbeiterzeitung "Lufthanseat". Er machte dafür "Gegenwind" verantwortlich, etwa durch hohe Treibstoffpreise, die ungünstige Konjunkturentwicklung, die Eurokrise aber auch hohe Gebühren und Materialkosten. "Deshalb müssen wir uns zusätzlich anstrengen."
Dabei würden in diesem Jahr die Ziele des Score-Programms voraussichtlich erreicht, berichtete Franz. Deutsche Lufthansa will eine jährliche Ergebnisverbesserung um 1,5 Milliarden Euro erreichen. Voll greifen sollen die Maßnahmen Ende 2014. Dem Airline-Chef zufolge sind bislang mehr als 2500 Einzelprojekte aufgelegt worden. Von der Planungs- sei man längst zur Handlungsphase übergegangen. "Die Maßnahmen beginnen zu greifen, wie etwa Nachbarschaftsverkehr, Treibstoff-Effizienz oder Flotten- und Kabinenharmonisierung." Darüber hinaus seien über das Ideen-Management noch mehr als 1.000 Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter eingegangen.
Rund ein Drittel des gesamten Volumens soll laut früherer Verlautbarungen im Personalbereich eingespart werden. Der daraus entstandenen Unruhe in der Belegschaft will das Spitzenmanagement mit einem verstärkten Dialog begegnen, kündigte Franz an. Seine Kollegen und er werden im Oktober an vielen Standorten mit den Mitarbeitern sprechen. Bei einem Großteil der Lufthanseaten sei das Programm bereits verankert. "Die Mitarbeiter spüren, dass wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen, um unsere Führungsrolle zu behaupten", sagte Franz dem Hausblatt.
Der Vorstandschef verteidigte auch die zur Jahreswende geplante und von der Kabinengewerkschaft Ufo scharf kritisierte Neuorganisation der Direktverkehre außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München. Die noch namenlose Gesellschaft unter dem Arbeitstitel "Direct4U" sei ein echter Meilenstein. Man werde mit einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur Marktanteile zurückgewinnen und die Verkehre künftig profitabel fliegen, kündigte Franz an. Keinem Lufthanseaten werde etwas von seinem Grundgehalt weggenommen. Ufo sieht die Tarife in der geplanten Gesellschaft unter dem Dach der Tochter Germanwings hingegen um 40 Prozent unter Lufthansa-Niveau.
FRANKFURT (dpa-AFX)
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