'HB': Eklat um Umsetzung der Arzneimittelreform in Deutschland
Die von der schwarz-gelben Regierung beschlossene Reform sieht vor, dass für neue Medikamente der vom Hersteller gesetzte Preis nur ein Jahr lang gilt. In dieser Zeit muss mit dem GKV-Verband ein Rabatt ausgehandelt werden, der sich am therapeutischen Nutzen orientiert. Als rechtskonform sieht der Verband laut Zeitung ein umstrittenes Vorgehen an: Als offizieller Apothekenverkaufspreis soll der alte Listenpreis an die Ifa GmbH gemeldet werden, die die Preisliste führt. Der ausgehandelte Rabatt soll nur zusätzlich gemeldet werden.
Dies hätte gravierende Folgen: Der Listenpreis von Medikamenten in Deutschland würde dann nicht mehr mit dem Preis übereinstimmen, der tatsächlich von hundert Prozent der in Deutschland lebenden Versicherten verlangt werde. Denn dieser ergibt sich aus dem Herstellerabgabepreis abzüglich Rabatt; anschließend wird, wie immer, die gesetzliche Handelsspanne für Apotheker aufgeschlagen.
Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und der GKV-Spitzenverband verlangen, dass künftig der offizielle Listenpreis auch den Rabatt widerspiegelt. Die Hersteller seien verpflichtet, alle Angaben zu machen, "einschließlich der für die Versicherten maßgeblichen Arzneimittelabgabepreise", zitiert das Blatt die grüne Staatssekretärin Ulrike Flach. Bislang geht es um elf Medikamente und jährliche Einsparungen von 25 Millionen Euro. Die Industrie betont, sie sei immer zu einer nachträglichen Abrechnung der Rabatte bereit gewesen./ep/jha/







