DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die Bundesregierung hat gegen den computergestützten Hochfrequenzhandel der Börsen laut einem Pressebericht Vorbehalte. Wegen der damit verbundenen Risiken sehe das Bundesfinanzministeriums Prüfungsbedarf, berichtete das "Handelsblatt" (HB) am Dienstag. Untersucht werden sollen "möglicherweise bestehende Regulierungslücken", zitiert die Zeitung aus einer Einschätzung des Bundesfinanzministeriums, die ihr nach eigenen Angaben vorliegt. Mit dem Hochfrequenzhandel versuchen Hedge Fonds und Investmentbanken, Kursunterschiede von Wertpapieren an verschiedenen Börsenplätzen in Bruchteilen von Sekunden zu nutzen.
Dieser Handel soll für den drastischen Kurssturz an der New Yorker Börse am 6. Mai 2010 mitverantwortlich sein. In wenigen Minuten verlor der Dow Jones-Index rund neun Prozent seines Wertes. Die Bundesregierung begrüßt es dem "HB" zufolge, dass die EU-Kommission im Rahmen der laufenden Überarbeitung der Finanzdienstleistungsrichtlinie Mifid eine stärkere Regulierung zur Diskussion gestellt habe. Es gebe Bedenken, so die Finanzaufsicht Bafin, dass der Hochfrequenzhandel gerade in Krisenzeiten Volatilitäten verstärken könne.
Die Regierung geht laut "HB" davon aus, dass in den USA bis zu 70 Prozent und in Europa bis zu 40 Prozent der Wertpapiertransaktionen über den Hochfrequenzhandel abgewickelt werden. Mit seiner Stellungnahme reagierte das Ministerium der Zeitung zufolge auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Carsten Sieling./jb/wiz