09.02.2013 10:04
Bewerten
(0)

Apples volle Schatztruhe: Das Luxus-Problem des iPhone-Herstellers

HINTERGRUND: Apples volle Schatztruhe: Das Luxus-Problem des iPhone-Herstellers | Nachricht | finanzen.net
HINTERGRUND
Es ist frühmorgens, als David Einhorn seine Attacke auf Apple startet.
Per Telefon ist er beim US-Wirtschaftssender CNBC zugeschaltet. "Apple ist ein phänomenales Unternehmen voller talentierter Leute, die Kultprodukte erschaffen", lobt der Hedgefonds-Manager zunächst. Dann wird er unfreundlicher: "Apple hat ein Problem. Wir denken, es ist ein Geldproblem. Das Unternehmen hat eine Mentalität wie in der Großen Depression." Apple horte einfach zuviel Bares.

    Einhorn - einer der finanzkräftigsten und gefürchtetsten Investoren der Wall Street - hat es auf Apples übervolle Schatztruhe abgesehen. 137 Milliarden Dollar liegen darin oder umgerechnet 102 Milliarden Euro. Das würde ausreichen, um die beiden deutschen Oberklasse-Autobauer Daimler und BMW auf einen Schlag zu schlucken. Einhorn verlangt, dass Apple seine Aktionäre an dem Reichtum teilhaben lässt. Er selbst hält über seinen Hedgefonds Greenlight Capital 1,3 Millionen Anteilsscheine im Wert von rund 600 Millionen Dollar. Dafür will er mehr Dividende.

    In der Tat kann sich Apple vor Geld kaum retten. Alleine im vergangenen Weihnachtsquartal kamen annähernd 16 Milliarden Dollar hinzu. Das neue iPhone verkaufte sich 47,8 Millionen Mal, das iPad 22,9 Millionen Mal. Es waren Rekordzahlen. Und sie wecken Begehrlichkeiten.

    Noch als der legendäre Mitgründer und Konzernchef Steve Jobs lebte, verlangten Investoren wiederholt, dass Apple einen Teil seiner Finanzreserven an die Aktionäre verteilt. Doch bei Jobs bissen sie auf Granit. Der Grund für die Knauserigkeit liegt für Hedgefonds-Manager Einhorn in einem "Trauma", welches Apple bis heute nicht überwunden habe, und weshalb der Konzern Geld horte: Steve Jobs hatte sein Unternehmen 1997 nur knapp vor dem Bankrott bewahren können. Der Mac-Hersteller stand im Wettbewerb mit Microsoft wenige Wochen vor dem Aus. Jobs musste damals mit seinem großen Rivalen einen Burgfrieden schließen und Microsoft-Gründer Bill Gates zu einem 150-Millionen-Dollar-Investment in Apple-Aktien bewegen.

    Einhorn sagt, das Verhalten erinnere ihn an seine Großmutter: "Sie hat die Große Depression in ihrer Kindheit mitgemacht." Doch wie nach der Wirtschaftskrise 1929 ging es auch bei Apple wieder bergauf: Erst erfanden Jobs und sein Team den Musikspieler iPod, dann das iPhone-Handy und zuletzt den Tablet-Computer iPad. Mit allen drei Geräten krempelte Apple den Markt um. Das Geld strömte nur so in die Kassen.

    Doch mit den Aktionären teilen wollte Jobs bis zu seinem Krebstod im Oktober 2011 nicht. Erst sein Nachfolger Tim Cook ließ sich erweichen. Im März 2012 kündigte er an, nach 17 Jahren erstmals wieder eine Dividende zahlen zu wollen. Zudem startete der Konzern den Rückkauf eigener Aktien. Auf diese Weise sollten binnen drei Jahren 45 Milliarden Dollar an die Anteilseigner fließen.

    Hedgefonds-Manager Einhorn reicht dies aber nicht. Er verlangt die Ausgabe von Vorzugsaktien mit einer Verzinsung von satten 4 Prozent. Dafür trommelt er auf allen Kanälen. Der spitzbübisch aussehende Mitvierziger mit dem leicht nervösen Blinzeln tritt kurz nach CNBC auch beim rivalisierenden Wirtschaftssender Bloomberg TV auf: "Wenn Du ein Unternehmen hast, das durch Dinge gegangen ist wie Apple..." Die Geschichte von seiner Oma darf natürlich nicht fehlen.

    Es folgen Interviews bei großen Zeitungen. Einhorn kann man an diesem Morgen kaum ausweichen, zumal er seiner Forderung mit einer Klage schlagzeilenträchtig Nachdruck verleiht. Das alles hat Methode: Einhorn hatte schon früher börsennotierte Unternehmen wie den Kaffeeröster Green Mountain Coffee mit Kampagnen überzogen, um seinen Willen als Aktionär durchzusetzen. Apple ist aber eine neue Liga. Doch die Masche wirkt. Der Konzern sieht sich am Nachmittag zu einer Stellungnahme gezwungen. Man werde Einhorns Vorschlag "gründlich prüfen", erklärt Apple.

    Der Investor hat sich einen günstigen Moment ausgesucht für seinen Vorstoß. Das Unternehmen ist unter Druck: Der Börsenkurs ist von seinem Allzeithoch von 705,07 Dollar auf zuletzt 468 Dollar gefallen. Viele Aktionäre haben Geld verloren - und könnten durch eine höhere Dividende zumindest einen Teil ihrer Verluste auffangen.

    Selbst am darauffolgenden Freitag ist Einhorns Attacke noch das Gesprächsthema an der Wall Street. Das Haus- und Hofblatt der Branche, das "Wall Street Journal", schreibt schon von einer "Schlacht um den Geldberg". Apple ist dabei momentan in der Defensive.

NEW YORK/CUPERTINO (dpa-AFX)
Bildquellen: catwalker / Shutterstock.com
Anzeige

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Open End Turbo auf DaimlerNG12W7

Nachrichten zu Apple Inc.

  • Relevant
    3
  • Alle
    3
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Apple Inc.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
23.05.2017Apple OutperformBernstein Research
23.05.2017Apple OutperformCredit Suisse Group
23.05.2017Apple neutralWells Fargo & Co
23.05.2017Apple buyUBS AG
22.05.2017Apple OutperformRBC Capital Markets
23.05.2017Apple OutperformBernstein Research
23.05.2017Apple OutperformCredit Suisse Group
23.05.2017Apple buyUBS AG
22.05.2017Apple OutperformRBC Capital Markets
17.05.2017Apple overweightMorgan Stanley
23.05.2017Apple neutralWells Fargo & Co
03.05.2017Apple Equal weightBarclays Capital
21.02.2017Apple HoldDeutsche Bank AG
01.02.2017Apple HoldStifel, Nicolaus & Co., Inc.
01.02.2017Apple Equal weightBarclays Capital
26.10.2016Apple overweightMorgan Stanley
26.07.2016Apple SellBGC Partners
29.10.2015Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
21.10.2014Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
10.09.2014Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Apple Inc. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Jungheinrich - Professioneller Hochstapler!

Intralogistik-Lösungen sind gefragt wie nie. Denn mit moderner Logistik-Infrastruktur lassen sich nicht nur erhebliche Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen realisieren, sondern sie bildet die perfekte Ergänzung für "Industrie 4.0". Warum Jungheinrich eine der interessantesten Storys in diesem Segment bietet lesen Sie im aktuellen Anlagermagazin des Börse Stuttgart Anlegerclubs.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht leichter ins Wochenende -- US-Börsen schließen kaum verändert -- Trump kritisiert scharf deutschen Handelsbilanzüberschuss -- AIXTRON, GM, Manz, OPEC im Fokus

Chinesen genehmigen E-Auto-Projekt von VW. US-Wirtschaft startet besser ins Jahr als bisher gedacht. Bosch gerät wegen Daimler-Ermittlungen ins Visier der Justiz. Anleger greifen bei XING auf Rekordniveau weiter zu. Teslas Model 3 beschleunigt langsamer als BMW 300i.

Top-Rankings

KW 21: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jobs mit Zukunft und hohem Gehalt
Hier wird man auch künftig noch gut bezahlt
Berufe die auch eine Rezession überstehen
Welche bieten am meisten Sicherheit?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett aktuell im Depot
Die Top-Positionen von Warren Buffett (März 2017)
Bestbezahlte Praktikantenstellen
Welches Unternehmen bietet am meisten?
Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Das verdienen die Chefs der Notenbanken
Wie hoch sind ihre Gehälter?
Aktion Frühjahrsputz: Die unsinnigsten Subventionen der Bundesregierung
So werden Steuergelder verschwendet
mehr Top Rankings

Umfrage

Der Bitcoin bleibt auf Rekordkurs und stieg erstmals über 2.000 US-Dollar. Haben Sie auch schon mal Geschäfte mit der Digitalwährung gemacht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
BMW AG519000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
Coca-Cola Co.850663
adidas AGA1EWWW
CommerzbankCBK100
Amazon.com Inc.906866
Siemens AG723610