26.11.2012 08:24
Bewerten
 (3)

Griechenland - Eine Goldgrube für Hedgefonds

Staatsanleihen Griechenland: Griechenland - Eine Goldgrube für Hedgefonds | Nachricht | finanzen.net
Staatsanleihen Griechenland

Die Aussicht auf die nächste Notoperation zur Rettung des griechischen Euro-Patienten beschert Hedgefonds satte Erträge.

Die Spekulationen um einen Schuldenrückkauf Athens treiben die Kurse griechischer Staatsanleihen in die Höhe - und damit die Positionen aggressiver Investoren aus den USA und der Londoner City.

    Der Einstieg in den griechischen Anleihemarkt sei ein absoluter "No Brainer" gewesen, sagt Hans Humes, Chef des Hedgefonds Greylock Capital aus New York. Frei übersetzt: Wer beim Zock mit den Hellas-Bonds nicht dabei ist, muss auf den Kopf gefallen sein. Eine steile These, doch Humes Rechnung geht auf. Er konnte seinen Einsatz binnen weniger Monate mehr als verdoppeln.

    Profi-Investoren wie Greylock, Third Point, Fir Tree Partners oder Appaloosa Management sollen sich im Sommer nach dem Schuldenschnitt im großen Stil mit griechischen Anleihen eingedeckt haben. Die Gelegenheit war günstig. Anfang Juni wurden richtungweisende Papiere mit zehnjähriger Laufzeit noch zum Kurs von weniger als 15 Punkten gehandelt.

 Das bedeutet, eine Forderung im Nominalwert von einem Euro konnte für unter 15 Cent eingekauft werden. Der Haken: Um sie einlösen zu können, muss der Schuldner bis zur Endfälligkeit zahlungsfähig bleiben. Bei Griechenland galt das bis vor Kurzem noch als höchst ungewiss.

   Mittlerweile rechnet der Markt aber fest damit, dass die Pleite verhindert wird. "Offensichtlich kann sich kaum jemand vorstellen, dass es der Eurogruppe letztlich nicht gelingt, weitere Mittel bereitzustellen", bringt es Commerzbank-Experte Lutz Karpowitz auf den Punkt.

    Mit der steigenden Gewissheit, dass das Land auch langfristig im Euro gehalten wird, legten die Kurse der griechischen Anleihen wieder zu. Mittlerweile handeln zehnjährige Griechen-Bonds bei über 35 Punkten. Seit Mitte der Woche findet eine regelrechte Kursrally statt.

   Der Grund: Bei ihrer Suche nach Mitteln und Wegen, weitere Hilfsgelder für Athen zu rechtfertigen, haben die Retter einen alten Plan wieder aus der Schublade geholt. Als wahrscheinliche Option zum Abbau des Schuldenbergs wird derzeit der Rückkauf griechischer Anleihen gehandelt.

    Die Idee: Athen erhält Geld aus dem Euro-Rettungsfonds und nimmt Investoren die Papiere damit deutlich unter Nominalwert ab. Wenn ausreichend Anleger verkaufen, könnte Griechenland günstig einen Teil seiner Schulden ausbuchen und so zumindest auf dem Papier eine Finanzlücke schließen, um sich für weitere Hilfen zu qualifizieren.

 Das Problem: Antizipiert der Markt das Vorhaben, was offenbar bereits der Fall ist, steigen die Kurse und der Rückkauf wird teurer. Das kann Hedgefonds wie Greylock Capital nur recht sein. Je mehr Anleger auf das Schuldenrückkaufprogramm setzen, desto besser rentiert sich die Hellas-Wette.

  Es ist nicht das erste Mal, dass Griechenlands Misere Finanzspekulanten profitieren lässt. Bereits beim Schuldenschnitt im März gelang ihnen ein Coup. Sie deckten sich vorher günstig mit speziellen Staatsanleihen ein, die wegen rechtlicher Besonderheiten nicht zum Forderungsverzicht gezwungen werden konnten. Athen hat die Papiere bislang stets pünktlich bedient - mit internationalen Hilfsgeldern.

    FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: istocks/Aleksandar Nakic, istock/kryczka

Heute im Fokus

DAX im Minus -- Dow im Feiertag -- Neue Dokumente belasten Winterkorn im VW-Abgasskandal -- Trump droht deutschen Autobauern mit hohen Strafzöllen -- Samsung, HUGO BOSS im Fokus

IWF hebt Wachstumsprognose für China an - Schwellenländer im Trump-Fokus. Schäuble sieht Griechenland-Programm ohne Beteiligung des IWF am Ende. So viel kostet es Neukunden jetzt, ihren Tesla aufzuladen. Oxfam: Buffett, Gates, Bezos und Co. besitzen so viel wie gesamte ärmere Hälfte der Menschheit.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG 710000
Deutsche Bank AG 514000
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
BMW AG 519000
E.ON SE ENAG99
BASF BASF11
Commerzbank CBK100
Allianz 840400
Apple Inc. 865985
Deutsche Telekom AG 555750
HUGO BOSS AG A1PHFF
Nordex AG A0D655
Bayer BAY001
Siemens AG 723610
Deutsche Lufthansa AG 823212