06.01.2013 14:00
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Telekom bleibt Telekom - Strategiewechsel unwahrscheinlich

Spitzenpersonalie
Neue Besen kehren gut. Diese Bild wird oft genutzt, wenn ein neuer Manager an die Spitze eines Unternehmens tritt und hart durchgreift.
Vom geplanten Stühlerücken in der obersten Etage der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom) geht aber ein anderes Signal aus: Der Kurs des Bonner Konzerns mit seinen Standbeinen Mobilfunk und Festnetz wird fortgesetzt. Aktionärsschützer der DSW mahnen allerdings bereits an, die Unternehmensstrategie anlässlich des geplanten Managerwechsels auf den Prüfstand zu stellen. Höttges sollte als neuer Vorstandschef auch das Unmögliche denken. Die Zukunft liege im Mobilfunkgeschäft.

 

    


Vorstandschef René Obermann hat überraschend seinen Rücktritt erklärt
Wenige Tage vor Weihnachten sorgte der Telekom-Aufsichtsrat für einen Paukenschlag. Vorstandschef René Obermann will überraschend gehen und den "Staffelstab" in einem Jahr an Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges weiterreichen. Anders als bei der quälend langen Nachfolgersuche für Ron Sommer gelang es diesmal, sofort den neuen Spitzenmann zu präsentieren. Aufsichtsratschef Ulrich Lehner griff dabei auf das bewährte Modell seines früheren Arbeitgebers Henkel (Henkel vz) zurück, die Spitzenpersonalie lange im Vorfeld zu klären und damit Gerüchte und Spekulationen nicht erst ins Kraut schießen zu lassen.

 

    Höttges und Obermann führen den Bonner Konzern seit Jahren Hand in Hand. Sie lernten sich vor zwölf Jahren kennen. Höttges kam damals zur Mobilfunktochter T-Mobile Deutschland, die Obermann führte. Schon dort wurde er Obermanns Nachfolger, als der in den Konzernvorstand aufstieg. Später als Telekom-Chef holte Obermann dann Höttges in den Konzernvorstand. "Ich kann mir keinen Besseren vorstellen als ihn, um die gute Entwicklung der letzten Jahre fortzuschreiben", unterstrich Obermann. Der 49-Jährige, der einst selbst ein Unternehmen aufbaute, will sich verändern, will wieder im operativen Geschäft mitmischen.

 

    In einem Jahr steht Finanzexperte Höttges allein im Fokus, ohne seinen Vertrauten Obermann. Höttges sagt von sich selbst, er stehe für Verlässlichkeit und Solidität. Die Marschrichtung ist schon klar. Beide hatten vor zwei Wochen die neue Strategie skizziert: Milliardeninvestitionen in zukunftsträchtige Geschäftsfelder. Die hierfür nötigen 30 Milliarden Euro, mit denen in den nächsten drei Jahren die Netze im In- und Ausland auf Vordermann gebracht werden sollen, will er sich unter anderem mit einem Sparprogramm und einer niedrigeren Dividende besorgen.

 

    Fest steht aber auch: Wer Vorstandschef der Deutschen Telekom ist, für den sind Vorgaben der Bundesnetzagentur ein zentrales Thema. "Der größte Befreiungsschlag wäre ein Verkauf des Festnetzes. Denn es ist mit hohen Investitionen in Milliardenhöhe verbunden, durch die Vorgaben der Netzagentur sind aber nur geringe Ergebnisbeiträge zu erwarten", verdeutlicht der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler. Der Bund würde das als Großaktionär jedoch kaum zulassen. Es wäre außerdem wahrscheinlich schwer, einen Käufer für das Festnetz zu finden.

 

    Höttges bekommt viele Vorschusslorbeeren, die Rolle als Vordenker der Deutschen Telekom trauen ihm alle Seiten zu. In den verbleibenden zwölf Monaten muss das Team Obermann/Höttges an einigen Baustellen des Bonner Konzern arbeiten: Der Ausbau des deutschen Breitbandnetzes und die Zukunft der US-Mobilfunktochter sind die wichtigsten. Wenn der bisherige Konzernchef Obermann im Frühjahr zum letzten Mal vor die Telekom-Aktionäre tritt, wird er voraussichtlich nicht mit einem Gewinn glänzen können. Milliardenschwere Abschreibungen im dritten Quartal deuten auf tiefrote Zahlen für das Gesamtjahr 2012 hin./vd/fn/DP/jha

 

    --- Von Volker Danisch, dpa und Federik Nissen (dpa-AFX)

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