16.12.2012 11:34
Bewerten
 (0)

HINTERGRUND: Teure Gleichmacherei - Unisex-Tarife werden Pflicht

    BERLIN (dpa-AFX) - Wenn es nach der Werbung geht, sollte man keine Zeit verlieren: Viele Versicherungen weisen in diesen Tagen auf Plakaten und in Reklameschreiben auf den Stichtag 21. Dezember und den Begriff "Unisex" hin. Das Gesetz, in dem die Tarife neu geregelt werden sollen, hat der Bundesrat zwar am Freitag auf Eis gelegt - weil darin auch die geplanten Abschläge auf Lebensversicherungen zugunsten der Versicherungskonzerne festgeschrieben werden sollen.

 

    Dennoch werden die neuen Unisex-Tarife kommen, und zwar pünktlich zum 21. Dezember, wie der Branchenverband GDV am Freitag betonte. Denn sie werden von der EU verlangt.  Damit gilt demnächst Gleichberechtigung bei den Tarifen. Bei Neuverträgen gibt es dann nur noch einheitliche Prämien für Männer und Frauen. Die Branche prophezeit unterm Strich höhere Tarife. Verbraucherschützer beklagen hingegen eine "Unisex-Hysterie" und warnen vor übereiltem Handeln - der Werbung zum Trotz.

 

    Bislang gilt: Je nach Versicherung zahlen Männer und Frauen unterschiedliche Tarife. Grund dafür ist die Statistik. So haben Männer statistisch gesehen einen höheren Hang zum Risiko, was zum Beispiel die Kfz-Versicherung für sie teurer macht. Frauen werden rein statistisch älter als Männer und beziehen länger Leistungen, was für sie andere Policen verteuert.

 

    Wenn das schon immer gilt, wieso wird es dann jetzt vereinheitlicht? Hintergrund ist ein etwas länger zurückliegendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Die Luxemburger Richter hatten im März 2011 entschieden, dass die bislang übliche Berücksichtigung des Geschlechts als "Risikofaktor" für Versicherungsbeiträge diskriminierend und deswegen ungültig sei (Rechtssache C-236/09). Der Branche wurde eine Frist für die Umstellung bis zum 21. Dezember 2012 eingeräumt. "Dieses Urteil entfaltet gleichwohl Bindungswirkung, auch wenn die Umsetzung in nationales Recht erst nach dem 21.12.2012 vorgenommen wird", erklärte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

 

    Einige Konzerne haben schon vor dem Stichtag Unisex-Tarife im Angebot oder bieten eine Tarif-Wechselmöglichkeit an. Andere weisen die Kundschaft seit Wochen auf das Datum hin. Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten rät aber zur Ruhe: "Man sollte immer erst den persönlichen Bedarf abklären, ehe man sich für oder gegen den Abschluss einer Versicherung entscheidet." Überhaupt gebe es noch längst keine aussagekräftige Übersicht über die tatsächlichen Auswirkungen.

 

    Die Versicherungswirtschaft ist wenig begeistert von der EuGH-Entscheidung und sagt ein im Schnitt höheres Prämienniveau voraus. Sie begründet dies mit der neuen Risikoverteilung. Viele Unternehmen würden wohl einen Sicherheitszuschlag einkalkulieren, wie Hasso Suliak vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sagt.

 

    Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Oxera, die von der Branche bereits vor einiger Zeit in Auftrag gegeben worden war, müssen etwa Frauen bei der Risikolebensversicherung mit einem Plus von mindestens 30 Prozent rechnen. Zwar dürfte es laut GDV auch zu Beitragssenkungen kommen. Die neue Risikoverteilung und die Umstellung der Tarife bringe aber zusätzliche Belastungen./rad/rm/DP/stw

 

--- Von Daniel Rademacher, dpa ---

 

Nachrichten zu Allianz

  • Relevant
  • Alle1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Allianz

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
07.12.2016Allianz OutperformRobert W. Baird & Co. Incorporated
06.12.2016Allianz buyDeutsche Bank AG
02.12.2016Allianz HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
02.12.2016Allianz NeutralJP Morgan Chase & Co.
02.12.2016Allianz buyCommerzbank AG
07.12.2016Allianz OutperformRobert W. Baird & Co. Incorporated
06.12.2016Allianz buyDeutsche Bank AG
02.12.2016Allianz buyCommerzbank AG
02.12.2016Allianz buyBaader Bank
01.12.2016Allianz buyUBS AG
02.12.2016Allianz HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
02.12.2016Allianz NeutralJP Morgan Chase & Co.
01.12.2016Allianz HaltenIndependent Research GmbH
30.11.2016Allianz NeutralJP Morgan Chase & Co.
15.11.2016Allianz HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
29.11.2016Allianz UnderweightMorgan Stanley
17.06.2016Allianz UnderweightMorgan Stanley
02.03.2016Allianz UnderweightMorgan Stanley
19.02.2016Allianz UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
11.02.2016Allianz UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Allianz nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt mit Gewinn -- Dow in Grün -- Trump: Softbank investiert 50 Mrd. Dollar in USA -- EU-Strafe von knapp 500 Millionen Euro gegen drei Großbanken -- Tesla, Apple, VW, Steinhoff im Fokus

Renzi reicht Rücktritt ein. Abbott bläst geplante Übernahme von Alere ab. US-Rohöllagerbestände fallen erneut. Italien tüftelt an Rettungsplan für Krisenbank Monte Paschi. Erdogan - Türkei im Visier von Währungsspekulanten. Fitbit filetiert Smartwatch-Pionier Pebble.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Legenden sind die bestbezahlten Toten der Welt
Jetzt durchklicken
Wo leben die meisten Milliardäre?
Jetzt durchklicken
Die glücklichsten Länder der Welt
Jetzt durchklicken
Von diesen Schnellrestaurants sind die Deutschen begeistert
Jetzt durchklicken
So wurden Steuergelder verschwendet
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie, dass es in den kommenden sechs Monaten schwieriger wird, die eigenen Renditeerwartungen zu erzielen?