22.06.2013 10:04
Bewerten
(0)

HINTERGRUND: Trial and Error - Verlage suchen Internet-Geschäftsmodell

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Google , Apple , Facebook & Co. - sie alle verdienen Millionen oder gar Milliarden mit dem World Wide Web. Das Netz, ein riesiger Markt. Das Netz ist aber auch unbarmherzig. Seine Nutzer, ständig auf der Suche nach dem neusten Trend, dulden keinen Stillstand. Für Medienkonzerne bedeutet das eine riesige Herausforderung mit großen wirtschaftlichen Risiken. "Sie können nur Versuchsballons starten und schauen, ob eine kritische Masse der Konsumenten das Angebot nutzen wird", sagt Analyst Harald Heider von der DZ-Bank. Trial and Error, Versuch und Irrtum beherrschen die Branche.

    Mit einträglichen Geschäftsmodellen tun sich bislang vor allem Verlage schwer. Zuletzt hat das Traditionshaus Axel Springer  (Axel Springer) einen Testballon gestartet, verpasst nach der "Welt" jetzt auch dem Online-Auftritt seines Flaggschiffs "Bild" ein Bezahlmodell. Die Branche verspricht sich viel vom Springer-Experiment. Gleichzeitig sind sich Experten einig: die eine erfolgreiche Digitalstrategie gibt es nicht.

    Die Verlage haben anfänglich nicht auf Vertriebserlöse im Netz gesetzt, sondern ihre Inhalte größtenteils kostenlos angeboten. Das Geld für die Online-Redaktion sollte alleine durch Werbung reinkommen. Mittlerweile wird deutlich: Das gelingt nur den wenigsten, wie etwa "Spiegel Online". Das Portal brauche im Moment keine Paywall um die Redaktion zu finanzieren, sagte Geschäftsführerin Katharina Borchert jüngst bei der Jahreskonferenz des Netzwerk Recherche in Hamburg.

    Doch eine so große Reichweite wie "Spiegel Online" haben nur wenige Portale. Und viele Online-Leser bedeuten nicht automatisch Gewinn. So kommt die renommierte und für ihre Enthüllungen gefeierte britische Zeitung "Guardian" zwar weltweit auf viele Leser, verdient damit aber kein Geld. Daher suchen viele Verlage nach einer anderen Lösung. Doch wie eine wirtschaftliche Digitalstrategie aussehen könnte, liegt keineswegs auf der Hand. Die Unternehmen müssen sich auf neues Terrain begeben, das sich immer wieder extrem schnell verändert. Was bleibt, ist Experimentieren.

    Dabei hat nicht jedes Haus die gleichen Chancen, nicht alle können sich die Trial-and-Error-Methode leisten. "Die Kosten, die hinter einer solchen Entscheidung stehen, sind bedeutend", sagt Commerzbank-Analystin Sonia Rabussier. Die wichtigste Frage scheint zu sein: Wie dick ist das Portemonnaie? Wie viel Geld steht zum Experimentieren zur Verfügung? Ein Haus, das sich das leisten kann, ist der Springer-Verlag. "Springer kann das machen, die sind ohnehin immer schon eine Art Pionier gewesen und sie haben auch das nötige Geld", sagt die Analystin. Früher als die Konkurrenz haben sich die Berliner ein Standbein in der digitalen Welt geschaffen, etwa über Auto-, Immobilien oder Stellenportale wie autohaus24.de, stepstone.de oder immonet.de. Zudem setzen die Berliner auf journalistische Spezialangebote wie finanzen.net und transfermarkt.de.

    Ob dagegen das Bezahl-Modell bei Springer aufgehen wird, ist offen. Welt-Online-Generalmanager Romanus Otte zog bei bei der BDVZ-Tagung "Zeitung Digital 2013" eine positive Zwischenbilanz zur neuen Bezahlschranke der "Welt" und sprach einer "ermutigenden Zahl" von zahlenden Kunden. Andere Experten melden Zweifel an. So sieht Sonia Rabussier für "Bild" allerdings bessere Erfolgschancen als für "Welt". "Bild" habe eine starke einzigartige Position, im Gegensatz zur "Welt". "Da kann der Nutzer auf andere, qualitativ vergleichbare Zeitungen umschichten, und die sind online weiterhin kostenlos."

    Doch selbst wenn Springer die Bezahlschranke durchsetzen kann, bleibt es fraglich, ob dies ein Vorbild für bezahlte Inhalte ("Paid Content") sein kann. "Alles hat gratis begonnen und dann soll es auf einmal Geld kosten. Junge Leute sind es gewohnt, nichts zu zahlen", sagt Birgit Stark, Kommunikationswissenschaf tlerin an der Universität Mainz. "Es ist schwierig, die Uhr wieder zurückzudrehen, schwierig diese Mentalität zu ändern." Die bisherige Entwicklung unterstreicht das Problem, denn nur in Einzelfällen erweisen sich Paid-Content-Strategien als Erfolge.

    Bleibt die Frage, womit Verlage im Netz in Zukunft Geld verdienen werden. "Das weiß keiner", sagt Harald Heider, am Ende werde es wohl mehrere Einnahmequellen geben. "Die Unternehmen müssen es schaffen, das Spezifische herauszuarbeiten, ein einzigartiges Produkt zu entwickeln, das zum einen zu ihrer Marke und zum anderen zum Medium Internet passt", sagt Stark. Bis es soweit ist, wird wohl noch der ein oder andere Testballon starten und platzen./ees/zb/enl

    --- Von Eva Scherer, dpa-AFX ---

Nachrichten zu Apple Inc.

  • Relevant
    1
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Gerüchte angeheizt
Apple will mit Chinesen Autobatterien bauen: Unerwartete Konkurrenz für Tesla?
Hoffnungen auf ein hauseigenes "Apple Car" hatte Tim Cook bereits sinngemäß eine Absage erteilt. Nun wurde jedoch bekannt, dass Apple mit einem chinesischen Autobatteriehersteller gemeinsame Sache macht. Welchen Plan verfolgt Apple dabei wirklich?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Apple Inc.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
19.07.2017Apple overweightJP Morgan Chase & Co.
17.07.2017Apple overweightMorgan Stanley
11.07.2017Apple HoldDeutsche Bank AG
05.07.2017Apple buyNomura
19.06.2017Apple BuyMaxim Group
19.07.2017Apple overweightJP Morgan Chase & Co.
17.07.2017Apple overweightMorgan Stanley
05.07.2017Apple buyNomura
19.06.2017Apple BuyMaxim Group
12.06.2017Apple buyUBS AG
11.07.2017Apple HoldDeutsche Bank AG
23.05.2017Apple neutralWells Fargo & Co
03.05.2017Apple Equal weightBarclays Capital
21.02.2017Apple HoldDeutsche Bank AG
01.02.2017Apple HoldStifel, Nicolaus & Co., Inc.
26.10.2016Apple overweightMorgan Stanley
26.07.2016Apple SellBGC Partners
29.10.2015Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
21.10.2014Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
10.09.2014Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Apple Inc. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die Top 5 der Medizin- und Pharmakonzerne mit großen Wachstumschancen!

Aktien aus dem Medizin- und Pharmabereich gehören neben den hochtechnologischen Konzernen wohl zu den schwierigsten Wertpapieren, die man an der Börse spielen kann. Die meisten Unternehmen, die auf diesem Feld unterwegs sind, bleiben über Jahre hin unprofitabel. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin fünf Aktien vor, bei denen große Wachstumschancen lauern könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich leichter -- Dow verliert -- VW-, Daimler-, BMW-Aktien verlieren kräftig: Deutsche Autoindustrie soll sich abgesprochen haben -- BYD, Tesla, Microsoft, eBay im Fokus

Siemens und Bombardier verhandeln über Eisenbahn-Joint Venture. Gazprom darf mehr Gas nach Deutschland pumpen. S&P stellt Griechenland bessere Bonität in Aussicht. Apple will mit Chinesen Autobatterien bauen: Unerwartete Konkurrenz für Tesla? Bill Gross warnt vor einem möglichen Wirtschaftskollaps. Warum Exxon jetzt plötzlich zum Umweltfreund wird. Bitcoin zurück auf Rekordkurs. General Electric verdient im zweiten Quartal weniger. Erneuter Ether-Diebstahl schreckt die Branche auf.

Top-Rankings

KW 29: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Sorglos die Koffer packen
In diesen europäischen Ländern kommt man voll auf seine Kosten
KW 28: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Die ärmsten Länder der EU
Hier ist das BIP schlechter als im Durchschnitt
Vor diesen Berufen macht die Digitalisierung keinen Halt
Diese Jobs sind besonders stark bedroht
Diese Millionenbeträge verdienten die Sport-Stars in 2017
Diese Profis konnten ihren Kontostand 2017 deutlich verbessern
Berufe die auch eine Rezession überstehen
Welche bieten am meisten Sicherheit?
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt eine Obergrenze für Flüchtlinge weiter ab. Sind Sie für eine solche Grenze?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt mit finanzen.net-Account verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
BMW AG519000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
BASFBASF11
Allianz840400
E.ON SEENAG99
CommerzbankCBK100
TeslaA1CX3T
Siemens AG723610
adidas AGA1EWWW
Greiffenberger AG589730
Coca-Cola Co.850663