Diesmal soll das schwächelnde Drucker-Geschäft in die PC-Sparte integriert werden.
Hewlett-Packard ist der größte PC-Hersteller der Welt und auch Drucker-Marktführer. Die neue Chefin Meg Whitman will das Unternehmen agiler machen. Dem Konzern macht die Konkurrenz durch Smartphones und Tablets zu schaffen.
Der neue Super-Bereich mit einem jährlichen Umsatz von zuletzt mehr als 65 Milliarden Dollar wird vom bisherigen PC-Chef Todd Bradley geführt. Der seit zehn Jahren für die Druckersparte zuständige Vyomesh Joschi geht nach 31 Jahren bei HP in den Ruhestand.
Für HP ist es die nächste Umbau-Aktion in kürzester Zeit. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern nach Wochen der Unsicherheit den radikalen Plan des damaligen deutschen Konzernchefs Léo Apotheker verworfen, den PC-Bereich abzuspalten.
Es ist auch nicht der erste Versuch von HP, die PC- und Druckersparten zu verschmelzen. In 2005 ordnete die damalige Chefin Carly Fiorina die Zusammenlegung an. Ihr Nachfolger Mark Hurd machte den Schritt wenig später wieder rückgängig.
HP äußerte sich nicht zu einem möglichen Stellenabbau, sondern verwies nur auf "Möglichkeiten für Kostensenkungen". Nach einem Bericht der "New York Times" sind Stellenstreichungen wahrscheinlich. Zwischen den beiden Bereichen gebe es Überschneidungen unter anderem bei Marketing und Produktion.
Mit der Zusammenlegung sollen Vermarktung, Zuliefererketten und Kundendienst in den beiden großen Bereiche besser verzahnt werden, hieß es. Zudem bringt HP das Marketing aller Konzernsparten unter einem Dach zusammen. Ähnlich wird auch die Kommunikation konzentriert. Als Ergebnis des Umbaus werde HP schneller und könne besser auf Branchentrends reagieren, sagte die frühere Ebay (eBay)-Chefin Whitman. Sie gab als Devise "One HP" aus - ein integriertes Unternehmen. Die Ankündigung bestätigte US-Medienberichte von Dienstag.
Der einstige SAP-Chef Apotheker hatte die Investoren im vergangenen August mit dem Plan schockiert, den PC-Bereich - den größten der Welt - abzustoßen. Die Idee, auf das deutlich renditestärkere Geschäft mit Software und Dienstleistungen zu setzen, und dafür jährlich 40 Milliarden Dollar Umsatz abzuspalten, kam an der Börse schlecht an. Als der Aktienkurs dahingeschmolz, musste Apotheker gehen. Seine Nachfolgerin, die frühere ebay-Lenkerin Whitman, machte den Plan schließlich rückgängig. Zugleich versprach sie eigene Veränderungen, um HP wendiger zu machen.
HP macht der schwache PC-Markt zu schaffen - das Geschäft mit klassischen Personal Computern wächst kaum noch, während der Absatz der Smartphones und Tablets boomt. In diesem Markt ist Hewlett-Packard aber gar nicht mehr vertreten, während Rivalen wie Apple oder Samsung Electronics das Rennen machen: Apotheker stellte die wenig erfolgreichen Geräte mit dem Palm-Betriebssystem webOS im Sommer ein. Zudem ist auch die Druckersparte nicht mehr die verlässliche Geldmaschine von einst. Zuletzt machten dem Bereich unter anderem Produktionsprobleme nach dem Erdbeben in Japan und den Überflutungen in Thailand zu schaffen.
NEW YORK (dpa-AFX)