10.12.2012 17:02
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DAX, CAC, RDX – drei Kürzel mit Potenzial

Kaum ein Thema wird in diesen Tagen so heiß diskutiert wie eine Jahresendrallye. Zu Recht.
Schließlich hat der DAX in den zurückliegenden drei Wochen rund 500 Punkte zugelegt. Auf das Gesamtjahr betrachtete, zeichnet sich der stärkste Anstieg seit 2003 ab. Die Bewertung der DAX-Konzerne liegt nur marginal über denen anderer Euroländer. Das gibt Optimisten Rückendeckung, denn das Gewinnmomentum weist bei den meisten Konzernen 2013 weiter nach oben, während in einigen Euroländern weitere Revisionen nach unten zu befürchten sind.

Die fundamentale Lage zeichnet ein durchwachsenes Bild. Skeptiker weisen in diesen Tagen darauf hin, dass die Industrieproduktion in Deutschland im Oktober gegenüber dem Vormonat zurückging. Zudem häufen sich Meldungen, wonach Unternehmen Kurzarbeit planen. Die Bundesregierung hat bereits reagiert. Um potenziellen Massenentlassungen vorzubeugen, plant sie das Kurzarbeitergeld von sechs auf zwölf Monate zu verlängern. Grund zur Besorgnis besteht derzeit noch nicht. Optimisten haben den Ifo-Index im Blick. Er signalisiert, dass das Gros der Unternehmer auf Sicht der kommenden Monate etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken und potenzielle Kurzarbeit möglicherweise nur vereinzelt und nur für kurze Zeit notwendig werden wird. Am kommenden Dienstag wird der ZEW-Index veröffentlicht. Hier werden rund 400 Finanzexperten zu Konjunkturaussichten und Kapitalmarktentwicklung befragt. Fällt das Urteil überraschend gut aus, könnte der DAX® weiteren Schub nach oben bekommen. Liegt er unter den Erwartungen, droht eine Korrektur.

Charttechnisch hat der DAX das Kursniveau vom Frühjahr 2011 erreicht. Hält das Aufwärtsmomentum an und gelingt der Ausbruch über 7.530 Punkte, besteht die Chance auf 8.000 Punkte. Schlechte Botschaften wie zuletzt von der Deutschen Telekom könnten die Stimmung jedoch schnell vermiesen. Fällt der DAX® unter 7.400 Punkte scheint die Rallye zunächst eine Pause einzulegen. Dies kann sogar zu einer Korrektur auf 7.000 Punkte führen. Anleger, die in Hebelprodukten spekulieren, sollten mit Trailing Stopps arbeiten. Wird sie verteidigt, bleibt der Aufwärtstrend intakt. Das Zünglein an der Waage ist für die kommenden Wochen jedoch die Politik beziehungsweise die Budget-Diskussion in den USA. Eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern zum „Fiscal Cliff“ dürfte den Aktienmärkten weitere Impulse geben.

CAC – Ausbruch oder Rückschlag?

Die gute Stimmung am Deutschen Aktienmarkt färbt nur bedingt auf andere Europäer ab. Nach dem Ausbruch des österreichischen ATX® über die Widerstandsmarke von 2.250 Punkten Ende November kam der Index noch einmal kräftig in Fahrt. Kleinere Korrekturen wären keine Überraschung. Chart-Analysten sollten dabei die Unterstützung bei 2.290 Punkten beobachten. Wird sie unterschritten, dürfte die einstige Widerstandsmarke von 2.250 Punkten getestet werden. Gelingt es die Marke von 2.290 Punkten zu verteidigen, kann der Aufwärtstrend aus technischer Sicht fortgesetzt werden. Die nächste Hürde liegt bei rund 2.400 Punkten.

Der französische CAC 40 Index zeigte zuletzt starkes Aufwärtsmomentum. Inzwischen erreichte das Barometer die Widerstandszone bei 3.600 Punkten. Prallt der Index erneut ab oder gelingt der Ausbruch? Das könnte sich in den nächsten Tagen entscheiden. Bei einem signifikanten Ausbruch über 3.600 Punkten ist aus technischer Sicht Potenzial bis 3.800 Punkte.

Russland vor Comeback

Der Russian Depositary Index in EUR ist aus dem seit Mitte September gebildeten Abwärtstrend ausgebrochen. Bestätigt sich der Ausbruch in der nächsten Woche, kann mittelfristig das Hoch vom September von 1.540 Punkten angepeilt werden. Die Bewertung ist attraktiv. Indexschwergewichte wie Gazprom und Lukoil weisen aktuell ein KGV von unter acht auf. Die russische Wirtschaft wird 2013 Experten zufolge mit über drei Prozent wachsen. Für mittelfristig orientierte Investoren eignet sich neben dem Russian Depositary Index in EUR der RDX Net Total Return in EUR. Dort werden die Dividenden berücksichtigt. Allerdings eignen sich Investments in russische Titel nur als Beimischung im Depot. Die jüngste positive Entwicklung ist kein Indikator für zukünftige Entwicklungen.

Stand: Schlusskurse vom Freitag, 7. Dezember 2012, 17:30 Uhr
Kommentator: Dominik Auricht, Experte für Anlage- und Hebelprodukte der HypoVereinsbank onemarkets

Dominik Auricht befasst sich im Bereich Corporate & Investment Banking der UniCredit mit der strategischen Entwicklung von strukturierten Anlageprodukten unter der Marke HypoVereinsbank onemarkets: Zertifikate, Anleihen und Fonds. www.onemarkets.de
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