Mit acht Punkten Vorsprung bei drei verbleibenden Spielen, müsste wohl ein Wunder geschehen, wenn es der FC Bayern noch schaffen würde, die Schale nach München zu holen. Von großer Euphorie ist bei den Aktionären der Schwarz-Gelben dennoch nichts zu sehen.
Vielleicht liegt es daran, dass Emotionen an den Finanzmärkten wenig Platz haben. Vielmehr sind harte Rechner gefragt. Daten wie Wirtschaftsdaten und Unternehmensgewinne geben den Kurs an den Börsen vor. Die Daten in den zurückliegenden Wochen waren wenig stimulierend. Im Gegenteil In der laufenden und den kommenden Wochen drohen gar noch weitere schlechte Nachrichten. So erwarten einige Experten einen Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindex – genaueres gibt es am Freitag. Dementsprechend pessimistisch präsentierten sich die Anleger in der vergangenen Woche. Rund um den Globus kam es zu Kursabschlägen. Sowohl der DAX als auch der EuroStoxx50 Index verloren dabei überdurchschnittlich stark. Dennoch konnten erneut einige Indexbarometer gegen den allgemeinen Trend zulegen. So mancher Index hat aus technischer Sicht Potenzial für weiter steigende Notierungen.
So zeigen die chinesischen Immobilienindizes DAXglobal® China Real Estate (TR) EUR sowie Solactive China Real Estate Performance-Index starkes Aufwärtsmomentum. Der DAXglobal® China Real Estate (TR) EUR konnte inzwischen die Widerstandsmarke bei 253 Punkten überwinden. Der Weg ist nun aus technischer Sicht frei bis 266 Punkte. Unter den Länderindizes präsentieren sich die Barometer OMX10BALTIC Index und SBITOP Index mit starken Aufwärtsmomentum. Der OMX10BALTIC Index nähert sich der Widerstandsmarke bei 150 Punkten (aktuell: 148,50). Wird diese Hürde überwunden, ist mittelfristig ein Anstieg auf die Höchststände vom Juni 2011 von 170 Punkten möglich. Der SBITOP Index hat die Widerstandsmarke bei 600 Punkten bereits hinter sich gelassen. Die nächste technische Hürde liegt nun bei 650 Punkten.
Erste Anzeichen einer Erholung zeigen sich beim ukrainischen UTXEUR Index. Seit dem Tiefstand Mitte März kletterte der Index bereits über 12 Prozent. Damit wurde auch der Abwärtstrend nach oben durchbrochen. Im Bereich von 530 Punkten liegt noch eine hartnäckige Widerstandsmarke. Wird sie in den kommenden Tagen überwunden und damit das Aufwärtsmomentum bestätigt, stehen die Chancen für weiter steigende Kurse gut. Die bevorstehende Europameisterschaft in Polen und der Ukraine könnte auch für eine gute Stimmung unter den Anlegern sorgen. Riskant bleibt ein Engagement dennoch: Die globale Unsicherheit und möglicherweise weiter fallende Notierungen an den wichtigsten Finanzmärkten, könnten auch ukrainische Titel zu einem Kurswechsel zwingen.
Stand: Schlusskurse vom Freitag, 13. April 2012, 17:30 Uhr
Dominik Auricht befasst sich im Bereich Corporate & Investment Banking der UniCredit mit der strategischen Entwicklung von strukturierten Anlageprodukten unter der Marke HypoVereinsbank onemarkets: Zertifikate, Anleihen und Fonds. www.onemarkets.de
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH i.G. übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.