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10.02.2012 09:37

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In turbulenten Börsenzeiten profitieren Anleger von Unternehmen mit stabiler Gewinnbasis und hohen Ausschüttungen. Die Aktie der Deutschen Telekom AG bietet beides.

Eigentlich sollte es ein Befreiungsschlag werden. Die Deutsche Telekom AG stand kurz davor, ihre US-Tochter T-Mobile USA für 39 Milliarden US-Dollar an den amerikanischen Telekommunikationskonzern AT&T zu verkaufen und sich mit dem Geld ordentlich zu sanieren. Daraus wurde jedoch nichts. AT&T zog seine Offerte zurück. Der Grund: Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC legte dem Deal Steine in den Weg. Überraschend kündigte die Behörde Ende 2011 an, 2012 eine zusätzliche Anhörung anzusetzen. Mit dem Kauf von T-Mobile USA wollte AT&T die Nummer eins unter den Mobilfunkanbietern in den Vereinigten Staaten werden und somit rund 40 Prozent des US-Mobilfunkmarktes kontrollieren. Diese Machtballung hatte jedoch bei der Aufsichtsbehörde und beim US-Justizministerium die Befürchtung geweckt, dass die Preise steigen und der Service leiden könnten.

Aber wo ein Verlust ist, ist auch ein Gewinn: Für die Auflösung des Vertrags muss AT&T der Telekom drei Milliarden US-Dollar in bar zahlen. Darüber hinaus erhält der DAX®-Konzern die begehrten Funkfrequenzen von AT&T und darf das Netz der Amerikaner mehrere Jahre lang nutzen. Der Wert der Sachleistung wird auf weitere drei Milliarden US-Dollar geschätzt. Auch wenn sich Telekom-Chef René Obermann verärgert über den geplatzten 39-Milliarden-Dollar-Deal zeigte, gab er im gleichen Atemzug zu verstehen: Die Nutzungsrechte der amerikanischen Funkfrequenzen stärken die Wettbewerbsfähigkeit von T-Mobile in den USA. Wie es mit T-Mobile USA weitergeht, ist aber noch ungewiss. Marktbeobachter halten einen Verkauf der Telekom-Tochter an Finanzinvestoren für möglich. Eine Erfolg versprechende Strategie ist nun gefragt. T-Mobile USA soll aber vorerst wie bisher einen positiven Ergebnisbeitrag zur Telekom leisten, die auch 2011 schwarze Zahlen schrieb. Der Konzern rechnete Ende Dezember 2011 mit einem Jahresgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA­) von 19,1 Milliarden Euro.

Das Thema Strategie spielt überhaupt eine wichtige Rolle bei der neuen Ausrichtung der Deutschen Telekom, die sich die Schlagworte „Verbessern – Verändern – Erneuern“ auf die Fahnen geschrieben hat. Dabei setzt das Unternehmen zwei Schwerpunkte: Zum einen möchte der Konzern das klassische Anschlussgeschäft im Festnetz und im Mobilfunk stabilisieren.

Internet als Wachstumstreiber

Zum anderen sollen zukunftsträchtige Wachstumsbereiche ausgebaut werden, dazu gehört das mobile Internet. Der Konzern will den Umsatz in diesem Bereich, der im Jahr 2010 noch 4,4 Milliarden Euro betrug, steigern: Bis 2015 sollen es laut der Telekom rund 10 Milliarden Euro sein. Als weitere Wachstumsfelder nennt das Unternehmen das Geschäft mit eigenen Internetangeboten wie den Online-Marktplätzen von Scout24, Musik- und Video-Software sowie dem Spieleportal Gamesload. Ziel der Telekom ist es, bis 2015 den Umsatz von einer Milliarde (2010) auf zwei bis drei Milliarden Euro zu steigern. Zu den wichtigsten Zukunftsprodukten des Konzerns gehört außerdem das TV-Angebot Entertain, welches künftig kräftig erweitert werden könnte. Die Telekom erwägt laut einem­ Bericht der Financial­ Times Deutschland, die Satellitenrechte für die Übertragung der Fußball-Bundesliga in der Saison 2013/2014 zu kaufen. Bislang bietet das Unternehmen über Entertain die Bundesliga nur als webbasiertes Fernsehen (IPTV) an; rund 150.000 Kunden haben das Internet-Bundesliga-Paket abonniert. Insgesamt hatte die Telekom per Ende September 2011 knapp 1,4 Millionen Entertain-Kunden – es besteht also Potenzial, deutlich mehr Bundesliga-Fans zu erreichen.

Darüber hinaus ist geplant, bis Ende dieses Jahres rund 10 Prozent der deutschen Haushalte mit Glasfaser zu erschließen, um die Geschwindigkeit bei der Übertragung der Mobilfunktechnologie und der IT-Prozesse merklich zu erhöhen und neue internetaffine Produkte auf den Markt bringen zu können. Dafür will der Konzern mehrere Milliarden Euro in die Hand nehmen. Langfristige Umsatzchancen erwartet die Telekom bei intelligenten Netzdiensten für Branchen wie Energie, Gesundheit, Medien und Automobil.

Kostensenkungen erhöhen die Marge

Angesichts des nachlassenden Neukundengeschäfts und der Probleme bei zahlreichen Auslandstöchtern – allen voran bei der Beteiligung am griechischen Konzern OTE – ist die Neuausrichtung des Unternehmens ein wichtiger Schritt in Richtung konzentrierteren Wachstums. Ansonsten heißt es vor allem: Kosten senken. Das Sparprogramm „Save for Service“ schlug bereits sehr gut an – die Einsparungen im Bereich der Verwaltung lagen für die ersten neun Monate 2011 bei beachtlichen 1,5 Milliar­den Euro. 2012 wird der Kurs fortgesetzt: Sämtliche IT-Abteilungen werden in Deutschland zusammengeführt. Damit solle es künftig nur noch eine einzige Abteilung geben, wie die Financial Times Deutschland berichtete. So wolle der Konzern Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe erzielen.

Angesichts der Sparbemühungen fielen die ersten drei Quartale 2011 bei der Telekom unerwartet gut aus. Die Kostensenkungen erhöhten die Gewinnmarge um 0,5 Prozent – und der Konzernüberschuss stieg um 16,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Aktie in unsicheren Phasen interessant

Das sind gute Nachrichten für die Aktionäre, die sich angesichts der Kosteneinsparungen einen positiven Schub für den Kurs der T-Aktie erhoffen. Ein weiteres Argument für Anleger, auf die Aktie zu setzen, ist die relative Krisenfestigkeit des Telekommunikationssektors. Die Branche ist wenig abhängig von der Konjunktur – getreu dem Motto: Kommuniziert wird immer, auch bei trüben Wirtschaftsaussichten. Das belegt der Performance-Vergleich für 2011: Während der DAX® ein Minus von rund 15 Prozent verbuchte, verlor die Telekom-Aktie lediglich 9 Prozent an Wert. Derzeit notiert das Papier bei 8,85 Euro (Stand: 7. Februar 2012). Für Anleger könnte die Telekom besonders in einem unsicheren Marktumfeld interessant sein.

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets Magazin Februar 2012

Für das vergleichsweise gute Abschneiden während des turbulenten Börsenjahrs 2011 haben laut Konsensschätzungen der Analysten unter anderem die stabilen Gewinne und der hohe Cash-Anteil in der Bilanz gesorgt. Nachdem die Deutsche Telekom im Jahr 2010 einen Cash-Anteil von gut 6,5 Milliarden Euro in den Büchern stehen hatte, soll dieser auch 2011 sowie 2012 auf mehr als sechs Milliarden Euro gehalten werden. Finanziert werden sollen damit unter anderem die überdurchschnittlich hohen Ausschüttungen, die die Telekom schon seit vielen Jahren an ihre Aktionäre überweist. Trotz eines Aktienpreises von weniger als zehn Euro soll die Ausschüttung pro Anteilschein auch im kommenden Jahr bei rund 70 Eurocent liegen. Das entspricht aktuell einer Dividendenrendite von 7,79 Prozent. Der Vorteil für Anleger, insbesondere in schwankenden Märkten: Durch die recht stabile Gewinnbasis des Unternehmens gilt die Aktie bei Experten als ein defensives Investment. Das heißt, dass der Aktienkurs unterdurchschnittlich stark schwankt. In Kombination mit den meist hohen Ausschüttungen sorgt das in Zeiten allgemein steigender Kurse zwar für eine oft leicht unterdurchschnittliche Rendite, kann aber das Portfolio in Zeiten starker Kursausschläge stabilisieren.

Wer nicht direkt, sondern mithilfe von Zertifikaten in die Telekom investiert, profitiert auf einem anderen Weg von der hohen Dividende: Die Strukturen von Bonus- und Discount-Zertifikaten werden zum Teil durch die erwartete Dividende finanziert. Damit erhalten Anleger einen Teilschutz. Anleger sollten aber bedenken, dass Bonus-Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen sind. Bei einer Insolvenz der Emittentin UniCredit Bank AG droht ein Verlust bis hin zum Totalverlust.

Dominik Auricht befasst sich im Bereich Corporate & Investment Banking der UniCredit mit der strategischen Entwicklung von strukturierten Anlageprodukten unter der Marke HypoVereinsbank onemarkets: Zertifikate, Anleihen und Fonds. www.onemarkets.de
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