30.11.2012 16:57

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HAIRCUT NICHT AUSGEWIESEN

Griechenlandpaket kostet 47 Milliarden Euro


Hans-Werner Sinn, Chef des Münchener ifo-Instituts, beziffert die Kosten für das neue Griechenlandpaket auf 47 Milliarden Euro. Es sei problematisch, dass die Schuldenschnitte nicht wirklich ausgewiesen werden.

Der Betrag ergibt sich, wenn alle in der Nacht zum Dienstag von den EU-Finanzministern gewährten Erleichterungen zusammengerechnet werden. Deutschland verzichtet demnach in den nächsten zehn Jahren insgesamt auf 14 Milliarden Euro.

   "Ich finde es allerdings ein bisschen problematisch, dass man die Schuldenschnitte nicht wirklich ausweist, sondern das alles über Zinssenkungen macht", hatte Sinn am Donnerstag im Deutschlandfunk gesagt. "Da sind riesige Lasten, die auf die Gläubigerländer zukommen, ohne dass das heute verbucht werden muss", legte der streitbare Wirtschaftswissenschaftler nach. Sinn gilt als Verfechter eines zeitweisen Austritts Griechenlands aus der Eurozone.

   Laut den Berechnungen des Münchener Konjunkturforschers und seiner Mitarbeiter setzen sich die 47 Milliarden aus verschiedenen Einzelposten zusammen. Die Zinsstundung für Kredite aus dem zweiten Hilfsprogramm, die vom Rettungsfonds EFSF ausgezahlt werden, kostet in den kommenden zehn Jahren 32 Milliarden Euro. Außerdem werden die Zinsen für die Kredite aus dem ersten Hilfsprogramm um 1 Prozentpunkt gesenkt. Dadurch verzichten die Euro-Staaten auf 12 Milliarden Euro. Hinzu kommen noch drei Milliarden Euro aus erlassenen Gebühren für die Kredite aus dem Rettungsfonds.

   Für Sinn ist das Ganze "ein Fass ohne Boden". "Es macht kaum noch einen Unterschied nach meinem Eindruck, ob man jetzt hier von Krediten spricht oder gleich von Geschenken." Der Bundesfinanzminister wisse um die tatsächliche Bedeutung des Maßnahmenbündels, so Sinn. Doch einen Schuldenschnitt, der im Prinzip dasselbe sei, müsste er im Haushalt als Verlust verbuchen. Nach den Berechnungen des ifo-Instituts hat Griechenland bislang öffentliche Kredite von insgesamt 414 Milliarden Euro erhalten.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com   DJG/chg/bam   (END) Dow Jones Newswires  November 30, 2012 09:21 ET (14:21 GMT)  Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 21 AM EST 11-30-12 - Von Christian Grimm

Bildquellen: Antony McAulay / Shutterstock.com

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Kommentare zu diesem Artikel

lamaro schrieb:
01.12.2012 11:10:47

nächstes Jahr, werden die Politiker
die Katze aus dem Sack lassen..und uns Deutschen...wird es schwarz vor den Augen...Danke Angie Danke Schäuble

Forelli schrieb:
01.12.2012 05:05:09

Der Schaeuble ist einfach noch genau da wo er vor 10 Jahren stand: damals ging es um 100000 heute geht es um 100000 mal mehr! als finanzminister eine rechtlich nicht haltbare situation:plaene bis 2030 revidieren, aber nur die Folgekosten bis 2014 auf den Tisch legen.

Hamtaro schrieb:
30.11.2012 16:35:28

Natürlich ist das ein Fass ohne Boden. Weiß jeder schon lange. Die Politiker wollen es aber so, dass in dieses Fass eingezahlt wird mit dem Geld seiner Bürger. Und der Bürger lässt es einfach zu. So einfach ist das.

reini54 schrieb:
30.11.2012 16:35:21

Es ist für den Bürger dieses Staates schon ungewöhnlich, wenn ihm mal die Wahrheit gesagt wird. Von unseren Politikern, die sich von unseren Steuergeldern üppig entlohnen, ist man dies gar nicht mehr gewohnt. Darum sind die Infos von Prof. Sinn immer wieder sehr notwendig in unserer Demokratie.

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