Griechenlandpaket kostet 47 Milliarden Euro

"Ich finde es allerdings ein bisschen problematisch, dass man die Schuldenschnitte nicht wirklich ausweist, sondern das alles über Zinssenkungen macht", hatte Sinn am Donnerstag im Deutschlandfunk gesagt. "Da sind riesige Lasten, die auf die Gläubigerländer zukommen, ohne dass das heute verbucht werden muss", legte der streitbare Wirtschaftswissenschaftler nach. Sinn gilt als Verfechter eines zeitweisen Austritts Griechenlands aus der Eurozone.
Laut den Berechnungen des Münchener Konjunkturforschers und seiner Mitarbeiter setzen sich die 47 Milliarden aus verschiedenen Einzelposten zusammen. Die Zinsstundung für Kredite aus dem zweiten Hilfsprogramm, die vom Rettungsfonds EFSF ausgezahlt werden, kostet in den kommenden zehn Jahren 32 Milliarden Euro. Außerdem werden die Zinsen für die Kredite aus dem ersten Hilfsprogramm um 1 Prozentpunkt gesenkt. Dadurch verzichten die Euro-Staaten auf 12 Milliarden Euro. Hinzu kommen noch drei Milliarden Euro aus erlassenen Gebühren für die Kredite aus dem Rettungsfonds.
Für Sinn ist das Ganze "ein Fass ohne Boden". "Es macht kaum noch einen Unterschied nach meinem Eindruck, ob man jetzt hier von Krediten spricht oder gleich von Geschenken." Der Bundesfinanzminister wisse um die tatsächliche Bedeutung des Maßnahmenbündels, so Sinn. Doch einen Schuldenschnitt, der im Prinzip dasselbe sei, müsste er im Haushalt als Verlust verbuchen. Nach den Berechnungen des ifo-Instituts hat Griechenland bislang öffentliche Kredite von insgesamt 414 Milliarden Euro erhalten.
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