21.12.2012 08:37
Bewerten
 (1)

'Handelsblatt': IWF fordert direkte Stützung von Zyperns Banken durch ESM

    BRÜSSEL/ATHEN (dpa-AFX) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) verlangt einem Pressebericht zufolge eine direkte Kapitalisierung der schwer angeschlagenen Banken Zyperns durch den Euro-Rettungsfonds ESM. Dies berichtet das "Handelsblatt" (Freitag) mit Berufung auf EU-Diplomaten. Bereits am Donnerstag hatte die "Süddeutsche Zeitung" gemeldet, dass der Währungsfonds einen Schuldenschnitt für Zypern fordere.

 

    Die Regierung in Nikosia verhandelt gegenwärtig mit der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF über ein Hilfspaket. Finanzminister Vassos Shiarly beziffert den Finanzbedarf auf 17,5 Milliarden Euro. Davon sollen rund zehn Milliarden an die Banken gehen. Diese haben sich stark im benachbarten Krisenstaat Griechenland engagiert und mussten beim Schuldenschnitt im Frühjahr milliardenschwere Abschreibungen schultern.

 

    Sollte der ESM die Banken direkt stützen, was nicht vor Einrichtung einer zentralen Bankenaufsicht im Frühjahr 2014 möglich sein wird, würden die Hilfsgelder nicht auf die Staatsverschuldung Zyperns angerechnet werden. Der IWF glaubt laut "Handelsblatt", dass nur so eine Überschuldung des Landes vermieden werden könne. Die Lage Zyperns sei mittlerweile "ernster als die Griechenlands", hatte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker vergangene Woche gesagt.

 

    Eine weitere offene Frage betrifft Russland. Zypern profitierte in den vergangenen Jahren dank niedriger Steuern und eines weitgehenden Bankgeheimnisses von starken Kapitalzuflüssen aus Russland. Der Bundesnachrichtendienst schätze das von Russen bei den zyprischen Banken gebunkerte Geld auf 20 Milliarden Euro, berichtete der "Spiegel" kürzlich.

 

    Unterdessen hat die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Zyperns erneut um zwei Stufen gesenkt. Die Bonitätsnote sei von "B" auf "CCC+" reduziert worden, teilte S&P in der Nacht zu Freitag mit. Es ist die dritte Abstufung in weniger als einem halben Jahr./stk/bgf

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.

Heute im Fokus

DAX schließt unter 10.000 Punkte-Marke -- Dow schließt schwach --- Lufthansa fliegt weniger Verlust ein -- Fresenius mit starkem Quartal -- Commerzbank mit schwachem Auftakt -- FMC, BMW, VW im Fokus

Apple-Chef: "Wir werden Ihnen Dinge geben, ohne die Sie nicht leben können". US-Notenbanker Lockhart: Zinserhöhung im Juni ist eine "reale Option". Rückschlag für US-Mobilfunker Sprint. Edelmetalle bei Anlegern wieder stärker gefragt. Pfizer schlägt sich besser als erwartet. Digitalgeschäft lässt ProSiebenSat.1 weiter rasant wachsen.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experte
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Unternehmen sind fantastisch erfolgreich
IT-Gründer ohne Technik-Know-How
Welcher amerikanische Investor ist am vermögendsten?
Wer hatte das größte Emissionsvolumen?
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
mehr Top Rankings

Umfrage

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Volkswagen-Spitze für ihr Beharren auf einen Großteil ihrer Bonus-Zahlungen kritisiert. Wie stehen Sie zu dem Thema?