13.11.2012 08:02
Bewerten
 (0)

Hapag-Lloyd befürchtet schwaches viertes Quartal

   Von Kirsten Bienk

   Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd bleibt in einem schwierigen Fahrwasser. Die Schuldenkrise in den südeuropäischen Ländern lähmt die Kauflust der Konsumenten. Handel und Industrie füllen ihre Läger deswegen nicht auf, sondern reduzieren ihre Bestände. So kommen in den kommenden Monaten weniger Waren mit dem Schiff von Fernost nach Europa.

   Dieser Trend zeichnete sich bereits im dritten Quartal ab. Das Weihnachtsgeschäft, das ansonsten schon von Juli bis Ende September für volle Container sorgt, blieb für Hapag-Lloyd weiterhin aus. Dies hatte zwei Nachteile für die Reederei. Zum einen verhinderte es im dritten Quartal höhere Umsätze und Gewinne. Zum anderen setzte die Reederei bei ihren Kunden für die kommenden Monate keine weiteren Preissteigerungen durch. Der Wettbewerb war zu groß, andere Reeder boten Transportraum zu günstigeren Preisen an.

   Trotz dieser konjunkturellen Einschränkungen und anhaltend hohen Treibstoffkosten zeigte sich der Vorstand auch zufrieden. Das Unternehmen profitierte nämlich im dritten Quartal noch von den Preiserhöhungen, die bereits im ersten Quartal angekündigt worden waren. Höhere Frachtraten wirken sich üblicherweise erst mit einer Verzögerung von ein paar Monaten aus, da Schiffstransporte meistens sehr lange im Voraus gebucht werden.

   Im dritten Quartal stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um acht Prozent und ließen den Umsatz um 15 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro steigen. Das Transportvolumen verringerte sich wegen der schleppenden Nachfrage allerdings um 4 Prozent. Von der Verdoppelung des bereinigten Betriebsergebnisses auf 87 Millionen Euro blieb unter dem Strich noch ein Gewinn von knapp 46 Millionen Euro, das waren 36 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

   Im laufenden Jahr strebt das Management unverändert ein positives operatives Ergebnis an. In den ersten Monaten des Jahres hatte Deutschlands größte Reederei wie viele ihrer internationalen Wettbewerber noch unter einem ruinösen Preiskampf der beiden Branchenriesen Maersk und MSC gelitten. Preiserhöhungen, die wegen der hohen Treibstoffkosten nötig gewesen wären, konnten damals nicht durchgesetzt werden. Hohe Verluste waren die Folge. Mittlerweile ist der Preiskampf beendet. Die meisten Reeder trachten wieder nach kostendeckenden Preisen.

   Hapag-Lloyd gehört mehrheitlich einem Konsortium um den Industriellen Klaus-Michael Kühne und der Stadt Hamburg. TUI hält noch 22 Prozent der Anteile. Der Reiseriese plant seit geraumer Zeit den vollständigen Ausstieg aus dem Containergeschäft und will seine Beteiligung entweder an die Börse bringen oder an einen Dritten verkaufen.

   Kontakt zur Autorin: kirsten.bienk@dowjones.com

   DJG/kib/jhe

   (END) Dow Jones Newswires

   November 13, 2012 02:00 ET (07:00 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 02 00 AM EST 11-13-12

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu TUI AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu TUI AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
18.12.2014TUI overweightBarclays Capital
18.12.2014TUI buyUBS AG
17.12.2014TUI buyDeutsche Bank AG
12.12.2014TUI buyNomura
11.12.2014TUI buyKepler Cheuvreux
18.12.2014TUI overweightBarclays Capital
18.12.2014TUI buyUBS AG
17.12.2014TUI buyDeutsche Bank AG
12.12.2014TUI buyNomura
11.12.2014TUI buyKepler Cheuvreux
10.12.2014TUI HoldS&P Capital IQ
10.12.2014TUI HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
05.12.2014TUI HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
25.11.2014TUI HaltenDZ-Bank AG
25.09.2014Tui HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
30.06.2014TUI VerkaufenDZ-Bank AG
19.05.2014TUI VerkaufenDZ-Bank AG
13.02.2014TUI verkaufenDZ-Bank AG
09.05.2013TUI verkaufenBankhaus Lampe KG
16.02.2012TUI verkaufenIndependent Research GmbH
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für TUI AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr TUI AG Analysen
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- MorphoSys-Aktie und Roche-Aktie fallen kräftig -- US-Börsen in der Gewinnzone -- GfK-Konsumklima auf höchstem Stand seit acht Jahren

BayernLB verklagt Ecclestone. Euro gibt leicht nach. Studio Babelsberg erwartet für 2014 Millionenverlust. Sartorius verkauft Sparte. Ölpreise deutlich gestiegen. Verdi ruft an vier Amazon-Standorten zu Streiks bis Heiligabend auf. Allianz stimmt Vergleich nach Amoklauf von Winnenden zu. Facebook will mehr über Datenschutz informieren.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Unternehmen sind am attraktivsten für Informatiker?

Diese Flughäfen werden hoch frequentiert

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche sind die reichsten Amerikaner unter 40 Jahren?

Wenn Zukunft Gegenwart wird

mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?