15.04.2016 17:35
Bewerten
(0)

Heftige Kritik an Gabriels EEG-Reform

   BERLIN (Dow Jones/AFP)--Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist mit seinem Gesetzentwurf zur Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) auf heftige Kritik gestoßen. Vor allem Gabriels Kernanliegen führt zu Widerstand bei Verbänden und Politikern: Der SPD-Politiker will die Höhe der EEG-Vergütungen künftig nicht mehr staatlich festlegen, sondern durch Ausschreibungen wettbewerblich am Markt bestimmen lassen, wie es im Referentenentwurf heißt, der jetzt den Ländern und Verbänden zur Anhörung zugeleitet wurde.

   Die Ausschreibungen für die Zahlungen aus Strom sollen durch die Bundesnetzagentur erfolgen. Bereits jetzt gibt es ähnliche Ausschreibungen für den Bereich Solarenergie. Um die Bürokratiekosten möglichst gering zu halten, sollen Anlagen bis zu einer installierten Leistung von 1 Megawatt von den Ausschreibungen ausgenommen und nach dem bisherigen System vergütet werden.

   "Das EEG 2016 behandelt die Erneuerbaren erstmals als etablierte, erwachsene Technologien und schafft die Basis dafür, die Kosten zu stabilisieren und so die Akzeptanz für die Energiewende zu stärken", erklärte Gabriel und betonte: "Mit dem EEG 2016 werden wir die Erneuerbaren besser in den Markt integrieren und sie planvoll ausbauen." So sei auch in Zukunft die Versorgungssicherheit in Deutschland "bei gleichzeitiger Kosteneffizienz und hoher Akteursvielfalt" gesichert.

Linke skeptisch Die Linke bezweifelte dies jedoch. Durch das Ausschreibungssystem werde der künftige Ausbau der erneuerbaren Energien "großen Investoren übergeben", kritisierte die energiepolitische Sprecherin der Linksfraktion, Eva Bulling-Schröter. Die Energieerzeugung durch Bürgerprojekte werde "abgespeist und rausgedrängt". Außerdem kritisierte Bulling-Schröter, dass Gabriel an dem "rigiden" Ausbaudeckel für die Windenergie an Land festhält.

   Auch die Energieminister der Bundesländer, in denen die Grünen an der Regierung beteiligt sind, kritisierten Gabriels Pläne für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Diese soll im Jahr 2025 bis zu 45 Prozent der Stromerzeugung ausmachen.

   Dieses Ziel sei "ein Zeichen der Mutlosigkeit, denn die erneuerbaren Energien könnten bis dahin einen deutlich höheren Anteil zur Energieversorgung beitragen und damit mehr Klimaschutz und mehr zukunftsfähige Arbeitsplätze garantieren", hieß es in einer vom niedersächsischen Energieministerium verbreiteten Erklärung der Grünen-Minister.

"Stinkt zum Himmel" Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) warnte davor, ganz auf das Ausschreibungsmodell umzustellen, das zunächst nur für Anlagen mit einer Leistung von mindestens 1 Megawatt gilt. "Um eine breite Akteursstruktur und Akzeptanz der Energiewende zu sichern, müssen Ausschreibungen auf große Solarparks begrenzt bleiben", forderte der Verband.

   Zugleich verlangte der BSW, die finanzielle Belastung für diejenigen zu verringern, die sich mit direkt vor Ort erzeugtem Ökostrom versorgen. "Es stinkt zum Himmel, dass Mieter für Solarstrom vom eigenen Hausdach mit sechs Cent je Kilowattstunde zur Kasse gebeten werden, während die größten Energieverbraucher in der Industrie weitgehend von den Kosten der Energiewende befreit werden", erklärte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

   Stromkunden müssen pro Kilowattstunde 6,354 Cent Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zahlen. Damit soll der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert werden. Große Industriebetriebe mit hohem Stromverbrauch sind von der EEG-Umlage weitgehend ausgenommen.

   DJG/AFP/stl/smh

   (END) Dow Jones Newswires

   April 15, 2016 11:04 ET (15:04 GMT)

   Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.- - 11 04 AM EDT 04-15-16

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt schwach -- Dow geht stabil aus dem Handel -- Experte analysiert Korrelation zwischen Bitcoin und Gold -- Great Wall an Fiat Chrysler interessiert -- Nike, Lufthansa, Air Berlin im Fokus

Zeiss Meditec übernimmt Software-Firma in den USA. Bundesbank-Vorstand Dombret kritisiert Einsatz von Staatsgeld bei Bankenabwicklung. Deutsche Bank setzt trotz Brexit auf reiche Londoner. Versorger-Aktien geben nach starken Kursanstiegen wieder nach.

Top-Rankings

KW 33: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 33: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Die Meister-Liste der 1. Fußball Bundesliga
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?
Bitcoin & Co.: Die wichtigsten Kryptowährungen
Welche Digitalwährung macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Donald Trump steht zunehmend in der Kritik. Was glauben Sie, wie lange wird er US-Präsident sein?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
TeslaA1CX3T
E.ON SEENAG99
Air Berlin plcAB1000
EVOTEC AG566480
Lufthansa AG823212
BMW AG519000
Allianz840400
Amazon906866
Nordex AGA0D655
Siemens AG723610