JONA (dpa-AFX) - Der schweizerische Zementhersteller Holcim hat im ersten Halbjahr deutlich die Markterwartungen verfehlt. Das Unternehmen konnte die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten erneut nicht wettmachen. Wie Holcim am Donnerstag in Jona mitteilte, sorgte auch der starke Franken für Gegenwind. Während der Betriebsgewinn deutlich zurückging, blieb unter dem Strich etwas mehr. Der
HeidelbergCement-Konkurrent verdiente im ersten Halbjahr 357 Millionen Franken (rund 313 Millionen Euro) und damit acht Prozent mehr als vor einem Jahr.
Insgesamt sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 10,14 Milliarden Schweizer Franken. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging ebenfalls kräftig um 19 Prozent auf 1,897 Milliarden Franken zurück. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten.
Die Verkaufsvolumen seien in allen Segmenten gestiegen und in verschiedenen Märkten seien auch die Preise angehoben worden, hieß es. Es sei aber nicht gelungen, höhere Energie- und Rohmaterial- und Transportpreise vollständig aufzufangen. Dies habe vor allem die Marge im Zementgeschäft belastet. Die Nachfrage nach Baumaterialien sei in vielen Märkten unterdessen positiv. Dies gelte vor allem in Asien und Lateinamerika. Bei den reifen Märkten habe sich ein gemischtes Bild ergeben, mit einer verbesserten Nachfrage in Europa.
Der Ausblick bleibt verhalten. So sei die Entwicklung der wirtschaftlichen Aktivitäten derzeit nicht leicht vorauszusagen, hieß es. Die höheren Preise für Energie, Rohmaterialien und Transport würden weitere Preisanpassungen notwendig machen. Aber auch das Kostenmanagement bleibe ein wichtiger Punkt. Insgesamt geht Holcim für 2011 von einem vergleichbaren EBITDA im Rahmen des Vorjahres aus./jha/tw