08.02.2013 17:13
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DAX 8000er Trauma - die Angst vor dem Gipfelsturm

Heiko Aschoff-Kolumne: DAX 8000er Trauma -  die Angst vor dem Gipfelsturm | Nachricht | finanzen.net
Heiko Aschoff Kolumne
Heiko Aschoff
Weit ist es nicht mehr bis zum Allzeithoch, auch wenn der DAX seit ein paar Wochen konsolidiert.
Geht dem DAX die Puste aus oder sammelt er Kraft für den 8000er Gipfelsturm? Erinnerungen werden wach. Schon zweimal hat er in den letzten vierzehn Jahren auf dem Gipfel schlapp gemacht.

Zwei Crashs plus ein paar Turbulenzen

Am 12. März 2003 fiel das Börsentier auf 2.203 Indexpunkte. Der nächste Ausrutscher ging dann "nur" bis auf 3.666 am 6. März 2009. Wer den ersten Sturz überlebt hatte, lief Gefahr im zweiten unterzugehen. Verständlich, dass jetzt die Angst umgeht: Steht uns das nächste blaue Wunder bevor?

Abbildung 1: Luft holen vor dem Gipfelsturm?

Angst versus Verstand

Ängste sind rational nur schwer zugänglich. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Ob es hilft, dass die Unternehmen heute sehr viel mehr verdienen als damals vor dem Crash? Das die Notenbanken die Märkte mit Geld stützen? Das die Zinsen historisch niedrig sind? Das Institutionelle händeringend nach rentablen Anlagealternativen suchen?

DAX hängt an der Wall Street

In Anlehnung an einen alten Börsenspruch heißt es, wenn Amerika hustet, bekommt Europa eine Grippe. Ich füge hinzu "und Deutschland probt den Untergang". Damit ist gemeint, dass die Wall Street als Weltleitbörse den Takt vorgibt und die europäischen Märkte folgen. Der DAX setzt einen obendrauf: Er ist Weltmeister im Übertreiben. In der Baisse 2000/03 verlor er in der Spitze rund 80 Prozent, während Amerika nur rund zwanzig Prozent absackte. Wie sieht es an der Wall Street aus?

Bullen haben das Sagen

Ein Blick auf die wichtigsten Bullish Percent Indizes (BPI) zeigt, dass die Bullen den Ton angeben. Ob Dow Jones Industrial, S&P 500 oder die Technologiebörse Nasdaq, der Marktstatus lautet Bull confirmed.

Fazit: Bullen dominieren

Die europäischen Börsen bekommen Rückendeckung von der Wall Street. Die US-Börsen sind in Bullenhand. Einziger Wermutstropfen: Die BPIs notieren allesamt über 70 Prozent. Der marktbreite S&P 500 sogar über 81 Prozent. Ein fortgeschrittenes Stadium, das den Markt für eine Verschnaufpause anfällig macht. Kein Beinbruch also. Solange die Herde läuft, können sich Investoren zurücklehnen und den Trend genießen. Oder sie investieren in Qualitätsaktien, die ihren eigenen Weg gehen. So wie Novo-Nordisk, die aufgrund der exzellenten Geschäftsentwicklung kein Sklave des Marktes ist.

Abbildung 3: Novo-Nordisk statt DAX-Durchschnittskost.

Das Signalsystem - die sechs Marktzustände

1. Bull confirmed: Der Bullish Percent Index gibt ein Kaufsignal, indem eine Säule von X’s die vorherige Säule von X’s übersteigt. Im Idealfall liegt der Index über der 50% Marke. Ein Anstieg über die 50% Marke sagt uns, dass es mehr Aktien mit einem Kaufsignal gibt als mit einem Verkaufsignal.

2. Bull alert: Der Bullish Percent Index steigt mehr als 6% von unterhalb der 30% Grenze, aber übersteigt nicht das vorherige Hoch oder den 50% Level. In dieser Phase erreichen viele Aktien ihre Tiefs, aber die Umkehrformation signalisiert uns, dass die meisten Tiefs erreicht wurden und wir mit höherer Wahrscheinlichkeit mit steigenden Preisen rechnen können. Aber Vorsicht! Viele Aktien neigen dazu, ihre Tiefs zu testen (kräftiger Pullback), ehe sie einen Aufwärtstrend einschlagen.

3. Bull correction: Das Drehen in eine "O" Spalte aus dem bull confirmed Status, wenn der Index unter 70% notiert.

4. Bear confirmed: Wird definiert durch ein Fallen einer "O" Spalte unter einen vorherigen Tiefstkurs oder ein Fallen unter den 50% Level. Ab hier bieten sich Leerverkäufe an. Longpositionen sollten gesichert werden.

5. Bear alert: Die Drehung des Bullish Percent Index in eine "O" Spalte von oberhalb der 70% Grenze.

6. Bear correction: Ist eine Pause innerhalb eines Abwärtstrends. Drehung nach oben in eine "X" aus dem bear confirmed Status.

Heiko Aschoff ist selbständiger Trader und Geschäftsführer der Investment Ideen GmbH. Als Banker und Pensionsfondsmanager war er mitverantwortlich für über sieben Milliarden Euro Anlagevolumen. Im Börsendienst www.investment-ideen.de stellt er seine persönlichen Anlageempfehlungen vor.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus

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