
Finanzmarktkrise war gestern
Mit dem Fall Griechenland zeichnet sich die nächste Bewährungsprobe ab. Wird die zügellose Ausgabenpolitik eines Staates alimentiert durch das übrige Europa? Hier gilt es abzuwägen zwischen einer kurzfristigen Rettung und deren langfristigen Folgen. Warum sollten sich die anderen Mitgliedsstaaten einer strengen Haushaltspolitik unterwerfen, wenn an anderer Stelle die Mittel mit offenen Armen ausgegeben werden?
Es darf keinen Freibrief geben. Die finanziellen Rettungsmaßnahmen müssen an strenge Bedingungen geknüpft werden, die langfristig einen verantwortungsvollen Umgang mit den knappen Ressourcen fördern. Ich habe meine Zweifel, dass die Politik diesen Weg konsequent gehen wird. Es ist kurzfristig einfacher, die Symptome mit frischem Geld und Solidaritätsbekundungen zu bekämpfen. Mit den Folgen darf sich die nächste Generation auseinandersetzen.
Wohin eine Trennung von Entscheidungsgewalt und Verantwortung führen kann, haben die Auswüchse der Finanzmarktkrise gezeigt. Nur wenn die Handelnden für ihre Taten voll verantwortlich sind und unmittelbar zur Rechenschaft gezogen werden, können solche Fehlentwicklungen begrenzt werden.
Heiko Aschoff ist selbständiger Trader und Geschäftsführer der Investment Ideen GmbH. Als Banker und Pensionsfondsmanager war er mitverantwortlich für über sieben Milliarden Euro Anlagevolumen. Im Börsendienst www.investment-ideen.de stellt er seine persönlichen Anlageempfehlungen vor.
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