Hexensabbat unspektakulär -- DAX unverändert -- Wall Street uneinheitlich -- VW-Optionen im Fokus -- Bürgschaft und Kredite retten Quelle -- Lufthansa: Gewinnwarnung -- Porsche: KfW-Kredit abgelehnt?
Heute anstehende Termine:
- Deutschland: Erzeugerpreisindex Mai
- Deutschland: Verfall Aktien-Optionen (Eurex)
Frankfurt: Unspektakulärer Handel am Hexensabbat
In Frankfurt zeichneten sich an den Aktienmärkten nach zunächst kaum verändertem Start im weiteren Verlauf positive Tendenzen ab. An den deutschen Parketts gab es ein beherrschendes Thema: Den großen Verfall an den Terminmärkten, den so genannten "Hexensabbat". Dieser nahm die Hauptaufmerksamkeit der Anleger in Anspruch, führte aber nicht annähernd zu den befüchteten Kursausschlägen an den Parketts. Mit Spannung wurde dabei auf die Aktie von Volkswagen geachtet, da heute Optionen auf den Konzern ausliefen. Die Kursabschläge bei der Aktie hielten sich allerdings im Rahmen. Porsche hat unterdessen einen Um- und Absatzeinbruch in den ersten neun Geschäftsmonaten vermeldet. Hoffnung könnte es für das Verandhaus Quelle geben. Am Abend einigte man sich auf eine Bürgschaft für die Arcandor-Tochter, nun entscheiden Banken über neue Kredite.
Der DAX stieg mit einem leichten Abschlag in den Handelstag ein und suchte im weiteren Verlauf nach seiner Richtung. Die zwischenzeitliche Vorherrschaft der Bullen hielt nicht an, der Leitindex ging unverändert bei 4.839 Punkten ins Wochenende.
Der TecDAX konnte seine Gewinne unterdessen verteidigen und verabschiedete sich 0,5 Prozent fester bei 614 Zählern aus dem Handel.
22:29 Uhr: Wall Street schließt uneinheitlich
Die US-Börsen haben sich nach zunächst festem Start uneinheitlich ins Wochenende verabschiedet. Konjunkturdaten standen am Freitag nicht auf der Agenda, so dass Unternehmensmeldungen wieder in den Fokus rückten. Der Blackberry-Hersteller Research in Motion übertraf mit seiner Bilanz die Erwartungen, der vorsichtige Ausblick enttäuscht die Anleger allerdings - die Aktie rutschte ab.
Der Dow Jones konnte seine zwischenzeitlichen Gewinne nicht verteidigen und gab schlussendlich 0,19 Prozent auf 8.539,73 Punkte nach. An der Technologiebörse Nasdaq Composite standen am Ende unterdessen grüne Vorzeichen an den Kurstafeln. Die Techwerte verabschiedeten sich 1,09 Prozent fester bei 1.827,47 Zählern aus der Handelswoche.
22:02 Uhr: Verhandelt Daimler über Porsche-Einstieg?
Der Autobauer Daimler liebäugelt Presseangaben zufolge mit einem Einstieg bei dem angeschlagenen Sportwagenhersteller Porsche. Das berichtet das "manager magazin". Die Gespräche befänden sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, so das Blatt weiter. Im Gespräch sei dabei, dass Daimler über eine Kapitalerhöhung Anteile von Porsche übernimmt.
19:27 Uhr: Lufthansa mit Gewinnwarnung
Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa fürchtet im laufenden Jahr auf operativer Basis rote Zahlen und will daher ihre Kosten weiter senken. Ein positives operatives Ergebnis fordere "zusätzliche Kostenentlastungen", so das Unternehmen am Freitagabend. Dabei sieht sich der Branchenprimus insbesondere von der Nachfrageschwäche sowie steigenden Treibstoffkosten belastet.
19:24 Uhr: Quelle durch Bürgschaft und Kredite gerettet
Die Versandhandelstochter des insolventen Arcandor-Konzerns, Quelle, kann ihren Geschäftsbetrieb vorerst aufrecht erhalten. Nachdem am Vorabbend das Land Bayern dem Konzern am Abend seine Beteiligung an einer Bund/Länder-Bürgschaft in Höhe von 50 Millionen Euro zugesagt hatte, einigten sich die Gläubigerbanken auf eine neue Kreditlinie für das insolvente Unternehmen. "Das gibt uns Zeit, ein zukunftsfähiges Konzept für Quelle zu entwickeln", so der vorläufige Insolvenzverwalter.
19:15 Uhr: Porsche dementiert Kreditabsage
Der Sportwagenbauer Porsche hat einen Pressebericht dementiert, nach dem der Stuttgarter Konzern mit seinem Antrag auf einen Kredit bei der staatlichen KfW-Bank gescheitert ist. "Wir sind nach wie vor in Verhandlungen mit der KfW und der Politik", so ein Sprecher. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass das Darlehen abgelehnt worden sei, da Porsche die Voraussetzungen für Staatshilfe nicht erfülle.



