20.08.2013 14:00
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George Clooney und die Aktien-Aktivisten

Ein Hoch auf die Aktivisten
Hier stimmt was nicht!
Normalerweise schlagen Damenherzen höher, wenn George Clooney auftritt. Neuerdings ist der Schauspieler in eine weniger freundliche Rolle geschlüpft.
€uro am Sonntag

von Jörg Lang, Euro am Sonntag

Er verteidigt Sony gegen den amerikanischen Hedgefonds Third Point. Third-Point-Chef Daniel Loeb sei ein Teppichhändler, der nichts vom Geschäft verstünde, so Clooney. Der Grund der harten Worte: Loeb forderte die Abspaltung der Musiksparte vom Filmgeschäft. Er ist einer der bekanntesten aktivistischen Fondsmanager und sein Fonds hält sieben Prozent der Sony-Aktien.

Wie Clooney denken viele. Die Öffentlichkeit mag die Aktien-Aktivisten nicht. Die Begründung lautet oft: „Die suchen den kurzfristigen Erfolg, gehen über Leichen.“ Und es gibt auch negative Beispiele. So laufen die Geschäfte beim US-Handelskonzern J. C. Penney schlechter, seit der Hedgefonds Pershing Änderungen im Management und in der Geschäftsstrategie durchsetzte. Doch meistens bringen Aktivisten, die sich einkaufen und Strategiewechsel fordern, Management und Aktienkurs auf Trab — sagt die Wissenschaft. In einer Studie der Harvard University wurden 2.000 Aktivisten-Attacken im Zeitraum von 1994 bis 2007 ausgewertet. Fast alle Zielunternehmen schnitten in den drei Jahren vor dem Einstieg der Aktivisten schlechter ab als Konkurrenten. In den fünf Jahren danach konnten zwei Drittel der Lücke geschlossen werden.

Für private Anleger sind Aktivisten ein Segen. Dank der Kapitalkraft können sich die Fonds dort Gehör verschaffen, wo Kleinanleger auf taube Ohren stoßen. Ein Unternehmen mit Aktivisten an Bord wird mit dem Kapital umsichtiger umgehen. Angenehmer Nebeneffekt sind dann auch Wertsteigerungen. Aktuell sind die „bösen Jungs“ beispielsweise bei EADS aktiv. Der Londoner Hedgefonds TCI fordert den Verkauf des 46-prozentigen Anteils (ohne Stimmrecht) an Dessault Aviation. EADS habe keinen Einfluss und der Erlös von mehr als vier Milliarden Euro könne die spärliche Dividende aufbessern. Auch bei kleineren Unternehmen sind Aktivisten aktiv: Bei der Schweizer Firma Straumann ist der Parvus European Absolute Opportunities Fund mit einer Beteiligung von mehr als zehn Prozent gemeldet. Die gefallene operative Marge ist ein Anreiz, Änderungen durchzuboxen. Angesichts eines Kursverlusts von 60 Prozent seit 2007 würden Privatanleger jede Initiative unterstützen. Beim Auktionshaus Sotheby’s bezweifelt der Hedgefonds Mercato, ob wirklich zwei teure Standorte in London und New York im Eigenbesitz geführt werden müssen. Zudem finanziere Sotheby’s die Käufer ihrer Auktionen über Eigenkapital. Das ist riskant und bindet Mittel.

Vielleicht wird auch George Clooney umdenken. Spätestens, wenn ihm eine Rolle in einem Sony-Film wegen des schwachen Abschneidens bei Handys und Kameras gestrichen wird, dürfte er einen Teppichhändler herbeisehnen.

Bildquellen: Tupungato / Shutterstock.com
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