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07.05.2010 12:47

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HINTERGRUND

Börsen-Crash aus dem Nichts

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Seite 2 von 1:

Der Dow Jones raste binnen nicht mal einer Stunde um insgesamt fast 1.000 Punkte in die Tiefe - niemals zuvor in der Geschichte der Wall Street war es derart drastisch abwärtsgegangen. Und genau so schnell ging es auch wieder nach oben, bis der Dow Jones mit einem Minus von gut 3 Prozent bei 10.520 Punkten schloss.

    Händler und Experten vermuten den Grund für die rasante Berg- und Talfahrt in den Computersystemen. "Das war wie eine Apokalypse für den computergesteuerten Handel", sagte Stefan de Schutter vom Wertpapierhandelsunternehmen Alpha. Hinzu komme die ohnehin angespannte Stimmung auf den Märkten. Wegen der Griechenland-Krise sind die Börsen auf Talfahrt, allein der Deutsche Aktienindex Dax (DAX) büßte im Wochenverlauf zeitweise über sechs Prozent ein.

    Der New Yorker Crash aus dem Nichts erfasste neben dem Leitindex Dow Jones unter anderem den Nasdaq-Index für Technologietitel. Dieser verlor an dem bereits mit "Schwarzen Donnerstag" betitelten Tag bis zu neun Prozent. Einige Standardwerte wie der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble (ProcterGamble) oder der Mischkonzern 3M brachen um rund ein Drittel ein. Insgesamt hat der Börsencrash in der Spitze mehr als 1000 Milliarden Dollar vernichtet.

    Was war passiert? Die Börsianer schoben die Schuld in einer ersten Reaktion auf die Computersysteme: Werden bestimmte Grenzwerte durchbrochen, beginnen die Rechenmaschinen automatisch, Aktien zu verkaufen. Fängt ein Computer an, kann er eine Kettenreaktion auslösen. Als die Menschen merkten, dass in der Welt da draußen eigentlich nichts Schlimmes passiert war, begannen sie, den Fehler zu korrigieren und kauften wieder fleißig zu.

    Das ist die eine Theorie. Die andere, aufgebracht vom Wirtschaftssender CNBC, lautete, ein großer Marktteilnehmer habe einen Fehler gemacht. Statt "Millionen" habe er "Milliarden" in sein System eingetippt und damit das Chaos ausgelöst. Menschliches Versagen also, sicherlich beflügelt von der ohnehin schlechten Stimmung, die die griechischen Schuldenprobleme schon den ganzen Tag über verbreitet hatten. Und potenziert durch die Computerautomatiken.

    Laut CNBC weist die Spur zur Citigroup als Übeltäter. Die Großbank wies dies erst einmal zurück und sagte, sie sei genauso ratlos wie der Rest der Finanzwelt. Die Börsenbetreiber schlossen Pannen in ihren Systemen aus. Die staatliche Börsenaufsicht SEC geht den Dingen nun auf den Grund.

    Der Absturz hat ungewöhnliche Folgen: Die New Yorker Börsen NYSE und Nasdaq kündigten an, dass alle Transaktionen mit Aktien, die zwischen 14.40 und 15.00 Uhr (Ortszeit) mehr als 60 Prozent verloren hatten, zurückgenommen werden sollen. An der Technologiebörse Nasdaq sind davon mehrere hundert Titel betroffen.

    "Das hat nichts mehr mit Werten zu tun, das ist ein Witz", ereiferte sich Börsenexperte Joseph Saluzzi von Themis Trading landesweit im Fernsehen. "Das ist der Markt der Vereinigten Staaten von Amerika, das ist nicht Kasachstan oder so." (dpa-AFX)

Bildquellen: Michela Lietti

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Kommentare zu diesem Artikel

@ Kuchenlupo schrieb:
07.05.2010 14:46:38

Ja, genau...und den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Bär noch Bulle auf.

Kuchenlupo schrieb:
07.05.2010 14:41:34

das war nur ein Vorgeschmack, die Indizes werden nächste Woche bis zu 95% verlieren.

Besserwisser schrieb:
07.05.2010 14:20:23

Wir haben es hier mit einer weltweiten Verschwörung zu tun. In einer konzertierten Aktion haben Islamisten sich gemeinsam mit russischen und chinesischen Hackern Zugriff auf die Börsenhandelssysteme verschafft und so die Grundpfeiler der westlichen Leitkulturen erschüttert ...

Kuchenlupo schrieb:
07.05.2010 14:00:39

Um die Börsianer zu beruhigen wird von einem Fehler gesprochen. Es war aber kein Fehler. Es waren Pankikverkäufe die mit Rechten Dingen zugingen. Ich denke die nächsten Tage werden die Indizes 10 bis 30 % verlieren. Nein kein Systemfehler. Zudem verkauft kein System willkürlich.

salim54 schrieb:
07.05.2010 13:22:45

Das ist sehr merkwürdig ob jemand hier
nachgeholfen hat.Und was ist mit out-
Zertifikaten? Wer ersetzt den Schaden?
Also in Kasachstan passiert sowas nicht.

Seite:  12
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