07.05.2013 06:32
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Hochtief verkauft Flughäfen an kanadischen Pensionsfonds

   Von Natali Schwab

   ESSEN--Nach mehreren erfolglosen Versuchen hat HOCHTIEF einen Käufer für seine Flughafen-Beteiligungen gefunden. Der Essener Baukonzern verkauft seine Tochter Hochtief AirPort an den kanadischen Public Sector Pension Investment Board. Hochtief fließen dadurch voraussichtlich rund 1,1 Milliarden Euro zu.

   Hochtief ist an den Flughäfen in Athen, Budapest, Düsseldorf, Hamburg, Sydney und Tirana beteiligt, die zusammen jährlich etwa 95 Millionen Passagiere abfertigen. Die Transaktion führt zu einer Dekonsolidierung von Vermögenswerten von rund 1,5 Milliarden Euro. Der Verkauf erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2013, der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

   Einen signifikanten Ergebniseffekt erwartet Hochtief durch den Verkauf nicht. "Wir werden die freiwerdenden Mittel wie geplant zum Schuldenabbau verwenden sowie in das operative Infrastrukturgeschäft investieren", kündigte Vorstandsvorsitzender Marcelino Fernández Verdes an, der von einem "sehr herausfordernden Verkaufsprozess" sprach.

   Damit setzt Hochtief einen Schlusspunkt unter das Kapitel Flughäfen. Bereits mehrfach hatten die Essener versucht, das Geschäft zu verkaufen, scheiterten jedoch an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Zuletzt sollten die Infrastrukturfonds GIP und Allianz Capital sowie der Flughafenbetreiber Fraport an einer Übernahme interessiert gewesen sein.

   "Durch die Transaktion wird sich die finanzielle Situation von Hochtief weiter verbessern und der Konzern seine Position im Wettbewerb verstärken", so Fernández Verdes.

   Der kanadische Pensionsfonds sei ein langfristig orientierter Investor, erläuterte Finanzvorstand Peter Sassenfeld.

   Der seit vergangenen November im Amt befindliche Fernández Verdes hatte die Verkaufspläne Anfang des Jahres wieder aus der Schublade geholt. Vom Großaktionär ACS kommend, will der spanische Manager Hochtief wieder profitabler machen. Operativ will Fernández Verdes den Konzern auf den Infrastrukturbau ausrichten. Randgeschäfte sollen abgegeben werden. Die Flughäfen sind nicht die einzigen auf der Verkaufsliste. Vorangetrieben werden soll auch die Veräußerung der Immobiliensparte Aurelis.

   Im Europageschäft erwägt der Konzern den Verkauf der Service-Sparte mit knapp 5.700 Mitarbeitern. Dort ist das Facility- und Energy-Management gebündelt, an dem bereits die österreichische Strabag und der Mannheimer Dienstleister Bilfinger Interesse gezeigt haben.

   Auch für die beiden Projektentwickler HTP und formart sucht Hochtief nach Lösungen, wobei Partnerschaften denkbar sind. HTP ist ein Entwickler von Gewerbeimmobilien, während formart im privaten Wohnungsbau in der Planung und Entwicklung tätig ist.

   Kontakt zum Autor: natali.schwab@dowjones.com

   DJG/nas/brb

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