29.07.2007 15:15
Bewerten
 (0)

Hohe Nachfrage aus Asien: Preise für Milchprodukte steigen rasant

        DORTMUND/EVERSWINKEL (dpa-AFX) - Die Preise für Milchprodukte werden in der kommenden Woche um bis zu 50 Prozent steigen. Darauf weist die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (ZMP) hin, die sich auf die Marktbeobachtung der Branche konzentriert. "Es wird einen Preisruck geben, wie ihn Deutschland noch nicht erlebt hat", sagte Erhard Richarts von der ZMP den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Samstagausgabe).

 

    Milchverarbeitende Unternehmen nannten als Hauptgrund für die anstehende Preiserhöhung eine Rohstoffknappheit auf dem Weltmarkt. Dürreperioden in Australien und Ozeanien hätten zu einem starken Rückgang der dortigen Milchproduktion geführt. Zudem gebe es eine weltweit wachsende Nachfrage, vor allem aus dem asiatischen Raum und aus Russland, betonte der Sprecher von Nordmilch, Hermann Cordes. "Wir rechnen nicht damit, dass sich die Situation auf dem Weltmarkt und damit die Preise in Kürze entspannen werden", sagte Albert Große Frie, Geschäftsführender Vorstand von Humana.

 

MVI: BUTTERPREIS STEIGT ÜBER 1 EURO

 

    Laut Rheinisch-Westfälischem Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) müssen sich die Verbraucher an die hohen Lebensmittelpreise gewöhnen. Nicht allein Faktoren wie Tierseuchen und Missernten seien diesmal für die Preissteigerungen verantwortlich. "Die Nachfrage aufstrebender Länder wie China und Indien sowie der Boom bei Biokraftstoffen treiben die Preise vieler Rohstoffe nach oben", sagte der RWI-Konjunkturexperte Torsten Schmidt der Zeitung. "Das bekommen jetzt auch die deutschen Verbraucher zu spüren." Aus Sicht von Hubertus Pellengahr vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) wird auf lange Sicht jedoch der starke Wettbewerb die Verbraucher vor höheren Preisen schützen.

 

    Nach Angaben des Milchindustrie-Verbandes (MVI) kostet ein Päckchen Butter künftig beispielsweise 1,19 Euro statt bisher 79 Cent. Der Quark werde 40 Prozent teurer, der Liter Milch 5 bis 10 Cent. "Die Butter ist auf einem 20-Jahrespreishoch", stellte die Export- Union für Milchprodukte erst kürzlich fest. Deutschland ist mit 27,3 Millionen Tonnen der größte Milchproduzent in der EU, gefolgt von Frankreich mit 23,3 Millionen Tonnen.

 

NORDMILCH: 'IN ALLEN BEREICHEN HÖHERE PREISE' DURCHGESETZT

 

    Deutschlands größtes Milch verarbeitendes Unternehmen Nordmilch ("Milram") habe in den zurückliegenden Preisrunden "in allen Bereichen höhere Preise" durchsetzen können, sagte Nordmilch-Sprecher Cordes am Sonntag. Von den steigenden Preisen profitierten auch die Bauern. Nordmilch garantiere den Landwirten für das zweite Halbjahr 2007 einen Preis von 32 Cent pro Liter - nach 26 Cent im ersten Halbjahr. "Die Nachfrage steigt stärker als die Produktion. Außerdem sind die Läger leer." Milch werde somit zu einem knappen Gut. "Und knappe Güter haben meistens höhere Preise."

 

    Auch das zweitgrößte deutsche milchverarbeitende Unternehmen, die Humana Milchunion, kündigte drastische Preiserhöhungen für Milch und Milchprodukte an. Ein Päckchen Butter werde um etwa 40 Cent teurer, Schnittkäse um bis zu 50 Cent pro Packung, teilte Humana in Everswinkel mit. Auch bei Joghurt und Quark sei mit Preiserhöhungen zu rechnen./bb/DP/he

 

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.

Heute im Fokus

DAX schließt nach volatilem Handel kaum bewegt -- US-Börsen schließen höher -- GoPro verschiebt erste Drohne -- Evonik mit Milliarden-Zukauf -- Apple, Murdochs News Corp, Toshiba im Fokus

Eurokurs fällt unter 1,14 US-Dollar. Commerzbank untersucht umstrittene Dividendengeschäfte. Am US-Arbeitsmarkt entstehen überraschend wenige Stellen. Intesa Sanpaolo verdient ein Viertel weniger. RHÖN-KLINIKUM steigert Umsatz und Gewinn. Italienische Justiz nimmt angeblich Deutsche Bank ins Visier.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experte
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Unternehmen sind fantastisch erfolgreich
IT-Gründer ohne Technik-Know-How
Welcher amerikanische Investor ist am vermögendsten?
Wer hatte das größte Emissionsvolumen?
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
mehr Top Rankings

Umfrage

Indizes als Basiswert sind sowohl bei Anlage- als auch bei Hebelprodukten sehr beliebt. Welchen der folgenden Indizes berücksichtigen Sie primär bei Ihrer Auswahl?