Huntsman-Milliardenklage gegen Deutsche Bank kommt vor Gericht
FRANKFURT (Dow Jones)--Die milliardenschwere Schadensersatzklage des US-Chemiekonzerns Huntsman gegen die Deutsche Bank und Credit Suisse wegen unerlaubter Einflussnahme wird ab dem 8. Juni vor einem Gericht in Texas verhandelt. Richter Fred Edwards vom Distriktgericht im texanischen Montgomery County hat nach Huntsman-Angaben vom Montag (Ortszeit) sechs Gegenanträge der Banken abgewiesen und damit die letzte Hürde für den Prozess vor einer Jury aus dem Weg geräumt.
Huntsman hatte die beiden Großbanken im Herbst vergangenen Jahres verklagt, nachdem sie die Finanzierung für die 6,5 Mrd USD schwere Übernahme von Huntsman durch Hexion Specialty Chemicals zurückgezogen hatten. Die Fusion war daraufhin gescheitert.
Der Hexion-Mutter Apollo Management warf Huntsman vor, eine Übernahme nur vorgetäuscht zu haben, um die zuvor vereinbarte Fusion von Huntsman mit dem Chemiekonzern Basell zu verhindern. Apollo und Hexion erklärten sich im Dezember außergerichtlich bereit, 1 Mrd USD an Huntsman zu zahlen. Dafür wurde die Übernahmevereinbarung aufgekündigt.
Der Deutschen Bank und Credit Suisse wirft Huntsman vor, mit Apollo geheime Absprachen zu Lasten von Huntsman getroffen zu haben, die auch die vorherige Übernahmevereinbarung mit Basell betrafen. Die Deutsche Bank wollte sich am Dienstag auf Anfrage zu dem Verfahren nicht äußern.
Huntsman produziert chemische Ausgangsprodukte und hat im vergangenen Jahr 10,2 Mrd USD umgesetzt. Der Wert der Huntsman-Aktie ist seit dem Scheitern der Übernahme dramatisch verfallen.
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