MÜNCHEN (dpa-AFX) ? Der chinesische Solarkonzern Yingli lässt sich nicht von den Überkapazitäten in der Branche beirren und baut seine Kapazitäten weiter aus. In diesem Jahr will das Unternehmen auf 1,7 bis 1,75 Gigawatt (GW) kommen. Bei einer optimalen Ausnutzung und Wartung der Anlagen und weiterer Effizienzsteigerungen könnte Yingli sogar noch mehr produzieren und so bis zu 2 GW erreichen, sagte Unternehmenschef Liansheng Miao am Mittwoch auf der Solarmesse "Intersolar" in München. Das sei aber eher eine interne Zielvorstellung.
Die Photovoltaikindustrie leidet unter einer abflauenden Nachfrage, während die Kapazitäten weltweit steigen. "Überkapazitäten sind ein Problem in der Branche, das ist wahr", sagte Yingli-Finanzvorstand Bryan Li im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Das bedeute aber nicht, dass automatisch alle Unternehmen ein Absatzproblem hätten. "Yingli hat 100 Prozent Auslastung und erweitert die Kapazitäten. Wir bauen sogar Personal auf", sagte Li.
Für die Unternehmen komme es auf viele Faktoren an: "Auf Produktionskosten, Technik, Markenbildung, Vertrauen der Kunden sowie Service und Garantien nach dem Verkauf. Also kann man von einem Problem oder einer Krise sprechen, oder aber von einer Chance der Unternehmen, sich in all diesen Bereichen gut aufzustellen."
Als große Wachstumsmärkte sieht das Unternehmen China und die USA an, aber auch sich entwickelnde Märkte wie Brasilien bieten laut Miao großes Potenzial, weil der Hunger nach Energie dort ständig wachse. Yingli hat mit dem Weltfußballverband FIFA einen Sponsorvertrag für die WM in Brasilien 2014 abgeschlossen. Schon das Engagement bei der WM in Südafrika habe den Bekanntheitsgrad des Unternehmens deutlich gesteigert.
Zum deutschen Markt äußerte sich Miao verhalten. Die Ereignisse in Japan gäben den Erneuerbaren Energien weltweit Auftrieb und so auch in Deutschland. Der neue Energiekurs der Bundesregierung könnte den Photovoltaikunternehmen helfen. Dennoch komme kein Unternehmen darum herum, die Preise zu senken. Yingli ist nach Angaben aus dem Branchenumfeld die derzeitige Nummer vier der Solarunternehmen weltweit, gemessen an der Produktionsmenge. Yingli deckt alle Prozesse von der Wafer- bis zur Modulproduktion ab./nmu/stw