Der geplante Börsengang von Facebook wirft immer gigantischere Schatten voraus. Beim Broker Lang & Schwarz ist die Indikation am Donnerstagmorgen weiter kräftig gestiegen und lag zuletzt bei 63,80 US-Dollar je Stück gehandelt. Damit käme das Unternehmen auf einen Marktwert von über 172 Milliarden Dollar. Schon jetzt gilt der Börsengang als der größte einer Internetfirma seit dem von
Google im Jahr 2004.
Ein Händler bezeichnete die enorme Nachfrage als "völlig überzogen". Er rechne zwar damit, dass die Aktie kurzzeitig weiter zulegen dürfte, da dann erst einmal die Privatanleger kauften. Gleichzeitig dürfte die institutionellen Investoren aber ihre Gewinne mitnehmen. Ein weiterer Börsianer sagte, am Markt gebe es deutlich unterschiedliche Schätzungen für den Eröffnungskurs. Er habe eine Spanne von 40 bis 50 US-Dollar gehört. Damit läge die Aktie nur unweit über dem Ende der Angebotsspanne von 34 bis 38 Dollar. Volumen und Volatiliät dürften immens sein, fügte er hinzu.
BÖRSENGANG NICHT UNUMSTRITTEN
Von den rund 2,7 Milliarden Aktien wollen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und die übrigen Alteigentümer bei dem noch für diese Woche geplanten IPO 421 Millionen Stück verkaufen - hinzu kommt noch eine Mehrzuteilungsoption. Damit würde das soziale Netzwerk auf Einnahmen in Höhe von bis zu 16 Milliarden Dollar kommen. Wird die Mehrzuteilungsoption komplett ausgeübt, würde dies dem Konzern sogar bis zu 18,4 Milliarden Dollar in die Kassen spülen.
Der Facebook-Börsengang ist nicht unumstritten. Denn dem gigantischen Marktwert steht ein um ein Vielfaches geringerer Umsatz entgegen. Facebook hat zwar 901 Millionen aktive Mitglieder, doch das Geld kommt größtenteils aus der Werbung. Jeder Klick eines Nutzers auf einen Werbebutton bringt dem Konzern Bares. Doch erst vor kurzem räumte Facebook ein, dass 488 Millionen Mitglieder, die von mobilen Geräten wie Smartphones und und Tablet-Computern auf das weltgrößte Online-Netzwekr zurückgreifen, vergleichsweise wenig Umsatz generieren. Facebook muss sich also neue Erlösquellen erschließen, um weiter expandieren zu können. Wegen der unsicheren Wachstumsaussichten sollen sich im Vorfeld des Börsengangs vor allem institutionelle Investoren wie etwa Fonds und Anlagefirmen zurückgehalten haben, dafür ist die Begeisterung bei Privatleuten umso größer./tav/rum
FRANKFURT (dpa-AFX) -