ITB/ROUNDUP/Forscher: Soziale Schere klafft im Tourismus
Von den 25 Prozent, die nicht weggefahren sind, gab jeder zweite an, kein Geld dafür zu haben. Unter den Arbeitslosen haben 2009 noch 45 Prozent eine Urlaubsreise unternommen - 1996 waren es noch 56 Prozent. Die FUR hatte im Januar/Februar 2010 insgesamt 7660 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt und zusätzlich 4000 Menschen über das Internet.
'DIE SOZIALE SCHERE KLAFFT AUCH IM TOURISMUS IMMER WEITER AUSEINANDER'
"Die soziale Schere klafft auch im Tourismus immer weiter auseinander", sagte FUR-Geschäftsführer Peter Aderhold. Während Familien mit geringeren Einkommen wegen der unsicheren Lage in der Krise auf Urlaubsreisen verzichtet hätten, seien Haushalte mit höheren Einkommen noch häufiger verreist. Allerdings hätten auch die Gutverdiener ihre Ausgaben im Urlaub zum Teil eingeschränkt, wenn sie sparen mussten. Insgesamt sei die Zahl der Reisen in etwa gleich geblieben. "Die Reiselust ist ungebrochen", sagte Aderhold.
Knapp jeder dritte Befragte gab aber an, auf Sonderangebote zu achten, ein Viertel suche nach günstigen Reisezielen und fast 20 Prozent fährt in der Nebensaison. Zum Wachstum im Tourismus trügen vor allem ältere Gäste bei. In den vergangenen zehn Jahren sei vor allem die Reiseintensität der über 60-Jährigen stark gestiegen. Diese Gruppe gebe der Tourismusbranche wichtige Wachstumsimpulse, stellte die FUR fest.
Auch künftig sei mit einer stabilen Reisenachfrage auf hohem Niveau zu rechnen, meinen die Forscher. Nur 18 Prozent der Befragten gaben an, dass sie 2010 nicht oder wahrscheinlich nicht verreisen würden. Die Reiseabsichten blieben auf hohem Niveau, hob die FUR hervor. "2010 wird ähnlich laufen wie 2009", sagte Aderhold./ta/DP/he


