15.11.2012 17:37
Bewerten
 (1)

IWF sieht Griechenland-Gespräche nicht blockiert

    WASHINGTON (dpa-AFX) - Eurogruppe und Internationaler Währungsfonds (IWF) streiten weiter über den langfristigen Sanierungskurs Griechenlands. "Wir wollen eine wirkliche Lösung, keine kurzfristige Lösung", sagte IWF-Sprecher William Murray am Donnerstag in Washington. Die Gespräche seien jedoch nicht zum Stillstand gekommen, betonte er.

 

    IWF-Chefin Christine Lagarde wird eine Reise nach Südostasien vorzeitig beenden, um am Treffen der Euro-Finanzminister am 20. November teilzunehmen. Das hatte Währungsfonds-Sprecher Gerry Rice zuvor in Manila erklärt.

 

    IWF und Eurogruppe hatten zuletzt offen über die Griechenland-Rettung gestritten. Bei der entscheidenden Frage, wie die griechischen Schulden auf ein langfristig tragbares Niveau gesenkt werden können, scheint man sich bislang nicht anzunähern.

 

    "Entscheidend für uns ist die Schuldentragfähigkeit", sagte IWF-Sprecher Murray. "Das bedeutet, wir wollen Griechenlands Schuldenstand bis 2020 bei 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sehen." Die Euro-Finanzminister wollen Griechenland hingegen bis 2022 Zeit geben, um dieses Ziel zu erreichen.

 

    Eine Einigung zwischen IWF und Eurogruppe ist Voraussetzung, damit die seit Juni zurückgehaltene Hilfstranche über 31,5 Milliarden Euro aus dem zweiten Rettungspaket für Griechenland freigegeben wird. Experten sehen die Beteiligung des Währungsfonds durch den Streit gefährdet.

 

    "Ohne eine Lösung steigt das Risiko, dass der IWF aus der Finanzierung der Hilfen für Griechenland aussteigt, erheblich", warnte Jürgen Michels, Europa-Chefvolkswirt der Citigroup. IWF-Chefin Lagarde habe bis zuletzt keinerlei Anzeichen für ein Einlenken gezeigt./hbr/jkr

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX um die Nulllinie -- Deutsche Bank schreibt Millionengewinne -- Infineon hebt Ausblick an -- Apple holt Samsung bei Smartphone-Verkäufen ein -- Samsung, Wacker Chemie, Facebook im Fokus

Gazprom-Gewinn bricht ein. Im Januar wieder mehr als 3 Millionen Arbeitslose. Jenoptik rettet schwaches Jahr mit gutem Schlussquartal. Hedgefonds Elliott steigt wohl bei Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki ein. Axel Springer investiert in US-Wirtschaftsnachrichtenseite Business Insider.
Hier sollten Sie ihr Geld nicht anlegen!

Hier können Sie ihr Geld anlegen!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

mehr Top Rankings

Umfrage

Quo vadis Griechenland? Was kommt nach dem Wahlsieg von Alexis Tsipras?