05.03.2013 19:40
Bewerten
 (1)

IWF sieht krisengeplagtes Spanien auf Reformkurs

Von Christopher Bjork MADRID--Trotz tiefer Rezession und nicht sinken wollender Neuverschuldung sieht der Internationale Währungsfonds (IWF) das Eurokrisenland Spanien bei seinem Reformprogramm in der Spur. Besonders hoben die Experten die Sanierung der Banken hervor. "Die Aufräumarbeiten bei den unterkapitalisierten Banken haben ein fortgeschrittenes Stadium erreicht und Schlüsselreformen des Finanzsektors wurden verabschiedet oder auf den Weg gebracht", heißt es im vierteljährlichen Bericht des Währungsfonds zu Spanien.

   Das Land hat mittlerweile 41,4 Milliarden von der 100 Milliarden Euro schweren Kreditlinie der Europäer zur Rettung der Banken erhalten. Die EU-Kommission erwartet, dass es dabei bleibt und keine weiteren Milliarden für die Geldhäuser fließen müssen.

   Der IWF rät der Regierung beim Reformtempo nicht nachzulassen und angestossene Veränderungen zu Ende zu führen. Im vorhergehenden Bericht hatten die Experten noch auf die hohen Risiken hingewiesen, die sich auf dem Finanzsektor ergeben.

   Problematisch bleibt vor allem die Kreditvergabe, die um 4,5 Prozent niedriger ist als vor einem Jahr. Die Banken scheuen das Risiko und verweigern den Unternehmen Kredite, die deshalb nicht investieren können. Denn in den Büchern der Institute stecken jede Menge faule Kredite. Am Ende des Jahres waren es 11,4 Prozent aller Darlehen.

   Der IWF hält Madrid trotz tiefer Krise und Rekordarbeitslosigkeit zu härteren Einschnitten bei den Staatsausgaben an. Doch die Regierung will nicht weiter in dem Maße auf die Kostenbremse drücken. Beim Treffen der EU-Finanzminister am Dienstag kündigte Luis de Guindos an, die mit der EU vereinbarten Ziele neu verhandeln zu wollen. "Wir müssen den Sparkurs an die wirtschaftliche Lage anpassen", sagte der Finanzminister.

   Im vergangenen Jahr betrug das Haushaltsloch 6,7 Prozent der Wirtschaftsleistung, angepeilt waren 6,3 Prozent. Schon 2014 sollte Spanien eigentlich wieder das Maastricht-Kriterium erfüllen und die Neuverschuldung bei 3 Prozent begrenzen. Das erscheint aber wegen der anhaltenden Rezession und dem Widerstand der Bevölkerung als unrealistisch.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/chg/ros (END) Dow Jones Newswires

   March 05, 2013 13:35 ET (18:35 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 35 PM EST 03-05-13

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

DAX schließt in Grün -- Dow sehr fest -- Sägt Google mit neuem Produkt an Apples Thron? -- Ökonomen senken wegen Brexit deutsche Wachstumsprognosen -- Nike erhält weniger Bestellungen -- KUKA im Fokus

Wirecard steigt mit Zukauf in US-Markt ein. EU-27 beschließen nach Brexit "Nachdenkphase" bis September. EZB-Vizepräsident: Weitere Lockerung nur noch begrenzt möglich. Monsanto mit überraschend deutlichem Umsatz- und Gewinnrückgang. Bei adidas ist die Luft raus nach bisher starkem Jahr.
So hoch sind die Bundesländer verschuldet
Welches ist das wertvollste Team?
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach dem Brexit-Votum der Briten werden in Europa Stimmen laut, die auch in anderen EU-Ländern Referenden über die Zugehörigkeit zur EU fordern. Sehen Sie unsere Zukunft in der EU?