09.03.2017 11:33
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IfW Kiel erwartet Aufschwung und 1,8 Prozent Inflation

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   Von Stefan Lange

   KIEL/BERLIN (Dow Jones)--In Erwartung starker Exporte und steigender Investitionen geht das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) für dieses Jahr von einem Wachstum von 1,7 Prozent für Deutschland aus. In 2018 dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2 Prozent zulegen, wie das IfW in seiner am Donnerstag veröffentlichen Konjunkturprognose erklärte. Für dieses und für das kommende Jahr wird darin eine Steigerung der Inflation auf je 1,8 Prozent erwartet.

   Der Leiter des IfW-Prognosezentrums, Stefan Kooths, erklärte, insgesamt setze sich die robuste Aufwärtsentwicklung fort, wobei die Expansionskräfte nun breiter angelegt seien. "Die Normalauslastung der Produktionskapazitäten ist bereits erkennbar überschritten, und die deutsche Wirtschaft driftet nach und nach in die Hochkonjunktur", sagte der Experte.

   Der Konsum legt nach IfW-Einschätzung mit 1,6 Prozent nicht mehr so stark zu wie bisher. Grund sei der Anstieg der Energiepreise, der Kaufkraft koste, und das Auslaufen der Impulse seitens der öffentlichen Ausgaben für Flüchtlinge. "Die realen Einkommen dürften nach Zuwächsen von 2,1 Prozent (2016) nur noch um 1,2 Prozent in diesem und um 1,4 Prozent im nächsten Jahr zulegen", schätzt das IfW Kiel.

Exporte plus 5 Prozent in 2018 Vor allem die Exporte werden nach IfW-Einschätzung deutlich zulegen, und zwar um 3,7 Prozent im laufenden und knapp 5 Prozent im kommenden Jahr. Als maßgebliche Gründe nennt das Institut "die lebhafte Konjunktur in den Vereinigten Staaten, die anhaltende Erholung im Euroraum sowie die sich nach und nach bessernden Aussichten in den Schwellenländern". Beim Leistungsbilanzüberschuss wird eine Verringerung um einen Punkt auf 7,5 Prozent erwartet.

   Die Investitionen dürften laut Prognose wieder deutlicher anziehen. Das IfW erwarte vor allem starke Zunahmen bei den Bauinvestitionen, im laufenden Jahr "wohl um knapp 2 Prozent" und im kommenden Jahr um mehr als 4 Prozent. "Das Niedrigzinsumfeld wirkt nach wie vor äußerst anregend, hinzu kommt ein Anstieg auch der öffentlichen Bauinvestitionen aufgrund der guten Kassenlage bei den öffentlichen Haushalten", erklärte Kooths. Auch die Käufe von Ausrüstungsgütern würden nach und nach ausgeweitet. Im Jahresergebnis legen sie laut IfW um 1,4 Prozent (2017) und 5 Prozent (2018) zu.

Globaler Aufschwung eher durchwachsen Beim Thema Inflation erwarten die Kieler Forscher einen deutlichen höheren Wert als bislang. "Zwar lässt der Basiseffekt im Verlauf des Jahres nach, allerdings wird sich die zunehmende Anspannung der Produktionskapazitäten mehr und mehr bemerkbar machen und die Inflation somit dieses und kommendes Jahr auf jeweils 1,8 Prozent steigen", hieß es.

   Für den Euroraum prognostizieren die IfW-Experten eine Zunahme des BIP um 1,8 Prozent in diesem und 1,7 Prozent im kommenden Jahr. Die Weltkonjunktur hat sich nach Einschätzung des Instituts im Verlauf des Jahres 2016 trotz erhöhter politischer Unsicherheiten gefestigt und zu Beginn dieses Jahres nochmals beschleunigt.

   "Ein kräftiger globaler Aufschwung ist angesichts nach wie vor bestehender vielfältiger struktureller Hemmnisse allerdings nicht zu erwarten, auch sind die Risiken einer bislang nicht hinreichend konkretisierten wirtschaftspolitischen Umorientierung in den Vereinigten Staaten erheblich", sagte Kooths. Der Anstieg der Weltproduktion - gerechnet auf Basis von Kaufkraftparitäten - dürfte sich laut IfW-Prognose von 3,1 Prozent im vergangenen Jahr auf 3,5 Prozent in diesem Jahr und 3,6 Prozent im Jahr 2018 erhöhen.

   Von der EZB forderte Kooths "ein klares Signal für ein baldiges Ende der ultraexpansiven Geldpolitik". Liquidität sei bereits "überreichlich vorhanden", stattdessen trockneten die QE-Käufe die Wertpapiermärkte aus.

   Kontakt zum Autor: stefan.lange@wsj.com

   DJG/stl/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   March 09, 2017 05:00 ET (10:00 GMT)

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