Ifo-Chef Sinn: Eurokrise geht 2012 weiter
Sinn sagte weiter, dass viele Länder der Eurozone Sparprogramme umsetzen, die das verloren gegangene Vertrauen der Investoren wiederherzustellen. "Das ist die richtige Therapie", sagte der Ökonom. "Doch wie häufig bei guter Medizin gibt es auch hier Nebenwirkungen - die Sparprogramme führen zu einer weiteren Abschwächung der Konjunktur in diesen Ländern."
Sinn rechnet mit einer weiter steigenden Arbeitslosigkeit in Teilen Europas. Das werde sich auch auf Deutschland auswirken. "Auf all jene Länder, die sich in der Vergangenheit kräftig im Ausland verschuldeten, kommen 2012 noch schwierigere Zeiten zu. Das beeinträchtigt den deutschen Export; erste Anzeichen dafür gab es schon im vergangenen Jahr."
Dennoch werde Deutschland die Krise gut überstehen, weil sich die größte Volkswirtschaft der Eurozone auf eine starke Binnennachfrage stützen könne, sagte Sinn weiter. "Die heimische Nachfrage nach Investitionsgütern und zunehmend auch nach Konsumgütern bleibt relativ robust." Unter dem Strich könnte Deutschland dank der Binnennachfrage von Unternehmen und Verbrauchern "ungeschoren durch die Krise kommen", so Sinn./jkr/hbr


