17.11.2012 12:00
Bewerten
 (0)

Immobilienmarkt: In Großstädten wie leer gefegt

Immobilienboom
In deutschen Großstädten sind zum Verkauf stehende Häuser und Eigentumswohnungen zur Mangelware geworden. Nach einem jahrelangen Ansturm auf Immobilien finden Käufer vor allem in München, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart oder Köln kaum noch Angebote zu passablen Preisen.
"Das Objektangebot in den Metropolen wird geringer", sagt Marcus Drost vom größten deutschen Immobilienportal Immobilienscout24 in Berlin. Käufer brauchen nach drastischen Preissteigerungen nicht nur viel Geld, sondern auch immer mehr Geduld.

 

    Seit Beginn der Finanzkrise hat die Angst vor Banken-Zusammenbrüchen, Inflation und Euro-Schuldenkrise einen nie dagewesenen Immobilienboom ausgelöst. Zwar gab es auch früher schon ein Auf und Ab auf diesem Markt, das oft auch von politischen Entscheidungen wie der Eigenheimzulage ausgelöst wurde. Doch vom Boom in den späten 1990ern und 2000ern in den USA und etlichen europäischen Ländern - wo dieser zum Auslöser der Finanzkrise wurde - bekam der deutsche Immobiliensektor wenig mit. So staunen selbst die Experten über die jüngste Entwicklung. "Das habe ich in 20 Jahren noch nicht erlebt", sagt der Leiter der Marktforschung des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) Süd, Stephan Kippes.

 

    Selbst in Berlin, das früher als vergleichsweise günstiges Pflaster galt, werden in Bestlagen bis zu 15.000 pro Quadratmeter gezahlt und damit dreimal so viel wie früher. In München sind Preise von 500.000 Euro für eine neue 100-Quadratmeterwohnung in der Stadt fast schon ein Schnäppchen. Trotzdem ist ein drastischer Preisverfall aus Sicht von Kippes nicht zu befürchten - auch, weil sich die Lage wegen der geringen Zahl der Neubauten nicht entspannen wird. "Ich habe keine Sorgen vor einem Crash."

 

    Angeheizt wird der Kaufrausch durch historisch niedrige Baugeldzinsen von teils unter drei Prozent. Allein der größte deutsche Makler Engel&Völkers hat aktuell rund 500.000 Kaufinteressenten in seiner Kartei und kann in den Metropolen nicht auf Anhieb alle Wünsche erfüllen. "Der Verkauf ist vergleichsweise leicht", sagt Vorstand Kai Enders. Bei Immobilienscout24 ist die Zahl der Kaufgesuche seit dem Beginn der Finanzkrise um 500 Prozent gestiegen. Auf ein neues Immobilienangebot bei dem Anbieter gehen mitunter innerhalb einer halben Stunde mehr als 50 E-Mails und Anrufe von Interessenten beim Verkäufer ein.

 

    Goldene Zeiten für Makler? Nicht unbedingt: Zwar ist der Verkauf von Immobilien für sie in vielen Regionen so einfach wie selten - das Problem für sie ist aber, überhaupt noch Wohnungen oder Häuser zu finden, die zum Verkauf stehen. Besonders kleinere Vermittlungsbüros ohne bundesweites Netzwerk wie Engel&Völkers tun sich schwer. Viele sind händeringend auf der Suche und zahlen üppige Prämien für Tipps. "Sie kennen jemanden, der seine Immobilie verkaufen möchte? Geben Sie uns Bescheid", wirbt etwa ein Makler im Fichtelgebirge und lockt mit bis zu 3000 Euro Vermittlungsprämie.

 

    Der Immobilienboom betrifft aber vor allem die Großstädte, während in Teilen Ostdeutschlands oder Nordrhein-Westfalens Häuser leerstehen oder sogar unverkäuflich sind. "Der Markt ist zweigeteilt", sagt Enders. Im Ruhrgebiet wird auch die Vermietung von Wohnungen zunehmend schwieriger. Vor allem im nördlichen Ruhrgebiet stehen Wohnungen oft monatelang leer, bevor sich ein Mieter findet.

 

    Am angespanntesten ist die Lage derzeit nach Ansicht von Makler Enders in der bayerischen Landeshauptstadt. "München ist am allerschlimmsten." Dort bieten einige Makler bei begehrten Immobilien nur noch Sammeltermine an, um die Schar der Interessenten in möglichst kurzer Zeit durchzuschleusen. Bei einer vermieteten Zwei-Zimmer-Wohnung als Kapitalanlage zum Preis von rund 120.000 Euro hätten mehrere Käufer blind am Telefon zugesagt - ohne die Wohnung überhaupt gesehen zu haben, erzählt ein Makler. Zunehmend beliebt wird auch das Bieterverfahren gegen Höchstgebot.

 

    Kaufinteressenten brauchen in diesem Umfeld starke Nerven und den Mut zu einer schnellen Entscheidung. Als Geheimtipp gelten inzwischen wieder Immobilienanzeigen in den Zeitungen: Denn anders als im Internet werden dort nicht automatisch Hunderte vorgemerkte Interessenten per Mail über ein neues Inserat informiert - auf der Jagd nach der Traumwohnung ein Vorteil.   --- Von Daniela Wiegmann, (dpa-AFX)

Bildquellen: zstock / Shutterstock.com, rnagy / Shutterstock.com

Nachrichten zu TAG Immobilien AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu TAG Immobilien AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
18.07.2016TAG Immobilien buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
15.07.2016TAG Immobilien buyHSBC
14.07.2016TAG Immobilien HoldDeutsche Bank AG
04.07.2016TAG Immobilien buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
01.07.2016TAG Immobilien kaufenBankhaus Lampe KG
18.07.2016TAG Immobilien buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
15.07.2016TAG Immobilien buyHSBC
04.07.2016TAG Immobilien buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
01.07.2016TAG Immobilien kaufenBankhaus Lampe KG
30.06.2016TAG Immobilien buyKepler Cheuvreux
14.07.2016TAG Immobilien HoldDeutsche Bank AG
30.06.2016TAG Immobilien NeutralOddo Seydler Bank AG
29.06.2016TAG Immobilien HoldCommerzbank AG
25.05.2016TAG Immobilien HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
25.05.2016TAG Immobilien HoldBaader Wertpapierhandelsbank
13.04.2016TAG Immobilien UnderweightMorgan Stanley
04.04.2016TAG Immobilien verkaufenMorgan Stanley
16.02.2016TAG Immobilien verkaufenMorgan Stanley
20.01.2016TAG Immobilien UnderweightBarclays Capital
05.11.2015TAG Immobilien UnderweightMorgan Stanley
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für TAG Immobilien AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

DAX geht stabil ins Wochenende -- Wall Street freundlich -- PayPal-Deal mit Visa -- ElringKlinger kassiert Prognose -- Starbucks, Boeing, AMD im Fokus

Teile ehemaliger Bilfinger-Sparte offenbar wieder zum Verkauf. Rekordtransfer: Schürrle-Wechsel zum BVB offiziell. Gewinneinbruch bei American Airlines. GE punktet mit Energie und Luftfahrt. VW-Konzern setzt in Südkorea Verkauf von 79 Modellen aus. Heideldruck-Chef Linzbach verlässt Unternehmen. EZB-Vertreter: Probleme italienischer Banken lösbar.
Die wertvollsten Marken 2016
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Bundesregierung sieht keine Auswirkungen des Putschversuchs in der Türkei auf das Flüchtlingsabkommen mit der EU. Sehen Sie das auch so?