von Georg Pröbstl, €uro am Sonntag
Anleger setzen mit einem Index- oder Basket-Zertifikat auf einen Aufschwung der Uranindustrie. Atomausstieg in Deutschland hin oder her — Kernkraft ist gefragt wie nie. Weltweit ist der Bau von zahlreichen Atommeilern geplant. Bis 2020 sollen in China die Atomkapazitäten auf das Achtfache steigen. Indien will die Atomstromproduktion in den nächsten 20 Jahren verzehnfachen, in Russland soll sich der Anteil bis 2030 auf über 30 Prozent verdoppeln. Auch in der EU setzen Politiker auf Kernenergie. In den kommenden 20 Jahren könnten in der Union 40 neue Meiler ans Netz gehen.
Zahl der Atommeiler wächst schnell
Die Zahl der Kraftwerke am Netz soll bis 2020 weltweit um über 100 auf etwa 530 ansteigen. Als Treibstoff für die Meiler dient Uran. Das Metall ist wichtiger Bestandteil für die Energiegewinnung in den Reaktoren mittels Kernspaltung. Verbrauch und Förderung steigen beständig. Allein zwischen 2007 und 2010 hat sich der weltweite Uranabbau verdoppelt.
Für Firmen der Uranwirtschaft ein gutes Umfeld. Anleger, die vom anschwellenden Uranboom profitieren wollen, können auf Einzelwerte setzen. Da ist etwa Cameco, einer der größten Uranproduzenten der Welt, der mit seinen Minen in Kanada und den USA rund 16 Prozent der benötigten Uranmenge liefert.
Etwas spekulativer ist die kanadische Explorationsgesellschaft UEX Corporation, die derzeit mit 18 Projekten Uranvorkommen erschließen will. Aussichtsreich sind auch die großen Minengesellschaften Rio Tinto und BHP Billiton. Diese konzentrieren sich allerdings nicht nur auf Uranförderung, sondern bieten eine breite Palette an Erz- und Metall-Minenprojekten.

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So meldete der Bergbaukonzern Rio Tinto Mitte Januar einen neuen Rekord bei der Produktion von Eisenerz. Die Aktie ist zwar bereits seit vier Wochen im Höhenflug, kommt aber trotz Kursgewinnen von 25 Prozent immer noch auf ein 2012er Kurs-Gewinn-Verhältnis von lediglich sieben. Günstig ist auch BHP Billiton. Das größte Bergbauunternehmen der Welt meldete vor Kurzem ein Plus seiner Eisenerzproduktion von 22 Prozent und erhöhte gleichzeitig die Prognosen.
Uran-Index und -Basket
Ein etwas breiterer Einstieg in das Thema Uran ist mit dem World Uranium Total Return Index (URAX) möglich. Darin sind zehn Firmen mit Bezug zur Uranförderung — darunter auch die genannten vier Werte — enthalten. Zuletzt konnte sich der Index vom Kursrutsch nach dem Atom-GAU in Japan und der anschließenden monatelangen Kurserosion im Sommer von den Tiefs um 470 Punkte wieder deutlich erholen. Der Uran-Index notiert mit 680 Zählern wieder deutlich über seiner starken Unterstützung um 600 Punkte und hat sich damit bereits an den Widerstand bei 700 Punkten herangearbeitet. Anleger setzen mit dem endlos laufenden Indexzertifikat (ISIN: DE 000 SG0 URX 5) auf einen langfristigen Anstieg des URAX.
Ein verwandtes Produkt bietet die Bank of America auf das Merrill Lynch Uran Basket (DE 000 ML0 BDN 5). Die Zusammensetzung des Baskets ist ähnlich dem URAX. Während beim URAX die Titel allerdings unterschiedlich gewichtet sind, entfallen beim Basket von Merrill Lynch auf jedes Mitglied zehn Prozent Anteil. Bei Index und Basket besteht noch Potenzial von rund 100 Prozent zu den alten Hochs vor rund vier Jahren.
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