22.11.2012 08:21
Bewerten
 (0)

Finanzministerium rechnet mit Konjunkturdelle im Winter

Indikatoren deuten abwärts
Im Bundesfinanzministerium (BMF) stellt man sich auf einen konjunkturell frostigen Winter ein. In den Unternehmen habe sich die Stimmung verschlechtert, die Inlandsaufträge an die Industrie gingen zurück.
Angesichts der Abwärtstendenz dieser vorlaufenden Indikatoren dürfte es im Winterhalbjahr zu einer "temporären Konjunkturdelle" kommen, schreiben die BMF-Konjunkturexperten im aktuellen Monatsbericht des Ministeriums.

   Die Exporterwartungen und die Auftragseingänge aus dem Ausland zeigten ebenfalls eine deutliche Abwärtsbewegung. Das spreche für eine Verringerung der Exportdynamik im weiteren Verlauf. "Die spürbare Verlangsamung des weltwirtschaftlichen Expansionstempos, insbesondere die wirtschaftliche Schwäche in einigen Ländern des Euroraums, dämpft damit zunehmend die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland", schreiben die BMF-Experten. Wegen des ungünstigeren außenwirtschaftlichen Umfeldes sei zum Jahresende sogar mit einer noch weiter nachlassenden Exportdynamik zu rechnen. Nach Einschätzung der Experten dürfte auch die Investitionstätigkeit zum Jahresende nachlassen.

   Vergleichsweise stabil sei der private Konsum. Die Konsumenten seien zwar stark verunsichert, wie die Konjunktur sich weiter entwickele. Dieses Gefühl der Verunsicherung werde jedoch zum Teil überlagert durch den Anstieg der Einkommen als Folge der Tariferhöhungen und der weiter hohen Beschäftigung. Die Konsumentscheidungen würden zudem durch die nach wie vor niedrigen Zinsen und das ruhige Preisklima begünstigt. Derzeit gebe es auch keine Anzeichen für beunruhigende Preisentwicklungen, sodass im Ministerium von einem weiter moderaten Anstieg der Verbraucherpreise ausgegangen wird.

   Die Lage auf dem Arbeitsmarkt sei insgesamt noch gut. Doch auch hier spiegele sich die geringere Wirtschaftsdynamik immer deutlicher wider. Auch wenn das Beschäftigungsniveau weiter "sehr hoch" sei, deuteten die vorlaufenden Stimmungsindikatoren darauf, dass die Unternehmen in den nächsten Monaten eher zurückhaltender bei Neueinstellungen sein wollen. Die insgesamt aber noch gute Beschäftigungslage wirke sich positiv auf die Einnahmen aus der Lohnsteuer aus. Diese erhöhten sich im Oktober um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

   Insgesamt jedoch macht sich die nachlassende Konjunktur in Deutschland inzwischen auch bei den Steuereinnahmen bemerkbar. Zwar sind die Steuereinnahmen von Bund und Ländern auch im Oktober weiter gestiegen, allerdings längst nicht mehr im Umfang der Vormonate.

   Im Vergleich mit Oktober 2011 legten die Steuereinnahmen insgesamt um 2,5 Prozent auf 37,665 Milliarden Euro zu. Im September hatte der Anstieg bei 4,2 Prozent gelegen. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2012 kletterten die Steuereinnahmen gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr insgesamt um 5,4 Prozent auf 441,056 Milliarden Euro. In den Kassen des Bundes erhöhten sich die Steuereinnahmen im Oktober um 2,6 Prozent auf 17,361 Milliarden Euro.

   (BERLIN) Dow Jones Newswires

Bildquellen: Christian Mueller / Shutterstock.com, S.Borinov / Shutterstock.com
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- US-Börsen markant höher -- S&P stuft Kreditwürdigkeit der EU herab -- Monsanto verlangt wohl deutlich mehr von Bayer -- LEONI, Deutsche Bank im Fokus

Osram-Finanzvorstand macht Rückzug wahr. Telekom baut Vorstand um. Mondelez interessiert sich für Hershey. Störungen im Vodafone-Kabelnetz. Britischer Notenbankchef signalisiert geldpolitische Lockerung. Auch in Spanien Razzia bei Google. Der Brexit wird die Briten wohl Milliarden kosten. JPMorgan: Schottland ist bis 2019 unabhängig und hat eine eigene Währung.
Welcher Spieler ist am meisten wert?
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
So hoch sind die Bundesländer verschuldet

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach dem Brexit-Votum der Briten werden in Europa Stimmen laut, die auch in anderen EU-Ländern Referenden über die Zugehörigkeit zur EU fordern. Sehen Sie unsere Zukunft in der EU?