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24.08.2012 20:22

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Inflationsdruck im Euroraum nimmt wieder zu


   Von Hans Bentzien

   Die Zeiten sinkender Inflationsraten in Europa sind vorläufig vorbei. Im August dürfte der Verbraucherpreisauftrieb im Euroraum erstmals seit September 2011 wieder zugenommen haben. Gleiches gilt für die Lebenshaltungskosten in Deutschland. Für die Europäische Zentralbank (EZB) wäre das keine schöne Nachricht. Zwar sind die mittelfristigen Inflationsrisiken immer noch sehr begrenzt, wie die Geldmengendaten für Juni zeigen dürften, doch rückt die fest eingeplante Rückkehr zu einer Inflation von knapp 2 Prozent wieder in weitere Ferne.

   Die Verbraucherpreisinflation im Euroraum hatte im Zuge der Konjunkturerholung nach der Rezession 2009 im September vergangenes Jahres mit 3,0 Prozent ihres Höhepunkt erreicht. Seither war sie im Trend gesunken. Der Tiefpunkt dieser Entwicklung, so sieht es jetzt aus, ist jetzt mit 2,4 Prozent erreicht. Denn die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass die Jahresteuerung im August auf 2,5 Prozent gestiegen ist.

   Wichtigster Grund ist der Anstieg des Ölpreises, der sich in höheren Treibstoff- und Heizölpreisen niedergeschlagen hat. Eine Rolle dürften auch die höheren Preise für Kleidung gespielt haben, da die Händler angefangen haben, die Winterkollektionen in die Geschäfte zu hängen. Und das ist wohl noch nicht alles, denn Nachrichten über Missernten in den USA lassen einen Anstieg der Agrarpreise befürchten. Eurostat wird vorläufige Verbraucherpreisdaten am nächsten Freitag um 11.00 Uhr veröffentlichen.

   Erste Hinweise auf die Entwicklung werden die Verbraucherpreisdaten aus sechs deutschen Bundesländern geben, die überwiegend am Mittwoch veröffentlicht werden. Den Anfang macht allerdings schon Nordrhein-Westfalen am Dienstagnachmittag. Unter anderem aus diesen Daten berechnet das Statistische Bundesamt seinen vorläufigen Verbraucherpreisindex für August, der am Dienstagnachmittag veröffentlicht wird. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten einen Anstieg der Teuerung auf 1,9 von zuvor 1,8 Prozent.

   Der für den europäischen Vergleich berechnete Verbraucherpreisindex (HVPI) war im Juli mit einer Jahresrate von 1,9 Prozent gestiegen. Auch hier ist mit einer höheren Teuerung zu rechnen.

   Das aus Sicht der EZB für die mittelfristige Inflationsentwicklung entscheidende Geldmengenwachstum hat sich auch nach dem Ende der Rezession nicht wirklich erholt. Die Kreditnachfrage bleibt schwach und damit auch die Geldmenge. Im Mai war die breite Geldmenge M3 mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent gewachsen, für Juni wird ein Anstieg auf 3,3 Prozent prognostiziert. Der EZB-Referenzwert für ein inflationsfreies Wachstum beträgt 4,5 Prozent. Die EZB wird die Geldmengendaten am Dienstag um 10.00 Uhr veröffentlichen.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   DJG/hab/chg

   (END) Dow Jones Newswires

   August 24, 2012 13:23 ET (17:23 GMT)

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