-->-->
13.07.2012 17:37
Bewerten
 (10)

'Ratings werden missbraucht'

Insider packt aus
Die großen Ratingagenturen stehen vor allem in Europa immer wieder in der Kritik. Nun packte ein ehemaliger Abteilungsleiter der Ratingagentur S&P in einem Fernsehinterview aus.
Dieses knapp siebenminütige Fernsehinterview dürfte in den Chefetagen der mächtigen Rating-Agenturen eingeschlagen sein wie eine Bombe: Mit David Jacob wagte sich ein Insider vor die Kamera und gab Einblicke in eine sonst verschlossene Branche. "Ratings werden missbraucht, sie beinhalten nicht alle Risiken", sagte der ehemalige Abteilungsleiter beim Marktführer Standard & Poor's auf dem US-Wirtschaftssender Bloomberg TV.

    "Das größte Problem, dem wir gegenüberstehen, sind fehlende Standards", erläuterte Jacob, der nach Angaben des Senders im Dezember gefeuert worden war. "Wenn man sagt, etwas ist "Triple-A" und drei verschiedene Leute meinen etwas anderes damit, dann führt das zu Fehlverhalten." Das "Dreifach-A" ist die beste Bonitätsnote, die die führenden Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch vergeben. Jacob monierte, dass die Anbieter unterschiedliche Kriterien anlegten.

    "Man endet damit, dass die Ratings eingekauft werden", warnte Jacob. "Es fühlt sich nicht richtig an, wenn jemand seine Ratingagentur danach aussuchen kann, dass er einfacher an ein Rating herankommt." Typischerweise zahlen Unternehmen und Länder dafür, dass ihre Kreditwürdigkeit geprüft und benotet wird. Zwar habe es Fortschritte dabei gegeben, sich unabhängiger von den Auftraggebern zu machen, und es gebe gute Analysten. "Ich möchte aber sehr klar sein: Ratingnoten sind ein Geschäft. Marktanteile sind wichtig."

    Besonders die Abstufung ganzer Länder in Europa hatte zu wachsender Kritik an den Rating-Agenturen geführt. Ihnen wird zudem vorgeworfen, die Finanzkrise des Jahres 2008 verpennt zu haben. "Sie haben vielfach eine schlechte Reputation, weil die Leute sagen, sie verursachen das eigentliche Problem." Große Investmentfirmen wie BlackRock oder Pimpco könnten sich ihr eigenes Bild machen, sagte Jacob. "Der arme Privatinvestor ist am übelsten dran."

NEW YORK (dpa-AFX)

Bildquellen: istock/Zmeel Photography
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.

Heute im Fokus

DAX geht mit Gewinnen ins Wochenende -- Dow im Minus -- Fed-Vorsitzende Yellen: Argumente für Zinsanhebung stärker geworden -- STADA, VW im Fokus

Opel-Marketing-Expertin Müller zieht in den Stada-Aufsichtsrat ein. Hapag-Lloyd-Chef: Hamburger Reederei nach Fusion wettbewerbsfähiger. Deutsche Post startet ab Montag weitere Tranche des Aktienrückkaufs. Bundesfinanzministerium sieht EZB-Anleihekäufe mit Sorge. Zwei Zinsanhebungen in diesem Jahr möglich. US-Wirtschaft wächst etwas weniger als bislang ermittelt. Bundesbank: Banken drohen schärfere Regeln für riskante Geschäfte.
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Welcher Darsteller verdient am meisten?
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Eigenzulassungen 2015
Diese Firmen sind innovativ
In diesen Städten stehen Sie am längsten im Stau
Das sind die besten Universitäten
Die wertvollsten Marken 2016
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Bundesregierung will die Bevölkerung wieder zur Vorratshaltung animieren, damit sie sich im Falle schwerer Katastrophen oder eines bewaffneten Angriffs vorübergehend selbst versorgen kann. Panikmache oder begründet?
-->
-->