von Jörg Bernhard
Relativ optimistisch schätzt offensichtlich Peter Schwenkow, der Chef der Deutsche Entertainment AG (kurz: DEAG), die Zukunftsperspektiven "seines" Unternehmens ein. Gleich zweimal investierte er in das von ihm geführten Unternehmens zu. Am 10. Februar kaufte er 37.000 Aktien zum Transaktionsvolumen von 98.790 Euro, am 13. Februar orderte er 13.000 Stück und bezahlte hierfür 34.385 Euro. Die Aktie des Konzertveranstalters kam in diesem Jahr beim Börsenpublikum ausgesprochen gut an und verteuerte sich seit dem Jahreswechsel um über 22 Prozent. Aus charttechnischer Sicht gelang dem Titel ein eindrucksvoller Rebound, nachdem sich oberhalb von zwei Euro eine extrem starke Unterstützungszone gebildet hatte. Anfang Februar übersprang die Aktie die 200-Tage-Linie und löste dadurch ein charttechnisches Kaufsignal aus. Skeptisch sollte allerdings der Umstand stimmen, dass der Timingindikator RSI vor wenigen Tagen mit dem Unterschreiten der 70-Prozent-Marke ein Verkaufssignal ausgelöst hat.
Wenig Vertrauen ins "eigene" Unternehmen scheinen hingegen derzeit zwei Manager von Archer Daniels Midland zu haben. So verkaufte bereits am 7. Februar John Stott (Vice President and Controller) 5.595 ADM-Aktien im Gesamtvolumen von 166.787 Dollar - Gary L. Towne (Vice President) folgte ihm am 13. Februar und strich dabei 61.500 Dollar ein. Die anderen Börsianer ließen sich davon aber nicht verunsichern und trieben den US-Titel weiter nach oben. Aus charttechnischer Sicht ist der seit Herbst 2011 zu beobachtende Aufwärtstrend weiterhin intakt.
Beim Softwareunternehmen SAP trennte sich die stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats, das Aufsichtsratsmitglied Christiane Kuntz-Mayr von 7.700 Aktien und erhielt dafür mehr als 374.000 Euro. Der guten Marktstimmung bei der Aktie tat dies keinen Abbruch - aktuell befindet sie sich auf dem höchsten Niveau seit über zehn Jahren.
Bei der GEA Group trennte sich ebenfalls ein Aufsichtsratsmitglied von Aktien des zu beaufsichtigenden Unternehmens. Dabei handelte es sich um Hartmut Eberlein, den ehemaligen Finanzvorstand des Unternehmens. Er veräußerte insgesamt 12.500 Aktien im Gegenwert von fast 314.000 Euro. Auch bei dem Maschinenbauer aus dem MDAX sieht der Chart derzeit ausgesprochen gesund aus. Aktuell greift der Titel seine alten Höchststände von Mitte 2009 an.