Wenn Vorstände oder Großaktionäre Aktien ihrer Unternehmen kaufen oder verkaufen, kann das für Anleger ein Signal sein - nach oben, aber auch nach unten.
Siemens: Am Freitag wurde bekannt, dass sieben Siemens-Manager bereits am Montag Aktien ihres Arbeitgebers verkauft haben. Insgesamt wurden 123.121 Aktien im Wert von über neun Millionen Euro veräußert - ein Vertrauensbeweis sieht sicherlich anders aus.
Alle Insider gehören dem Vorstand des Industriekonzerns an, was die Anleger hellhörig machen sollte. Auch Konzernchef Peter Löscher machte Kasse, mit 4,87 Millionen Euro erzielte er übrigens den höchsten Vermögenszuwachs, gefolgt von Finanzchef Joe Käser und Siegfried Russwurm (Industriegeschäft). Sie kamen auf etwas mehr als eine Million Euro. Mit jeweils 936.000 Euro verdienten auch die Vorstände Hermann Requardt und Peter Solmssen nicht schlecht. Mit deutlich weniger mussten sich hingegen Klaus Helmrich (161.575 Euro) und Roland Busch (112.317 Euro) begnügen. Man darf gespannt sein, ob dies bei der anstehenden Roadshow in Frankfurt ein Thema sein wird und wie der massive Verkauf der Vorstände der Finanzwelt plausibel gemacht wird.
Douglas-Holding: Bei dem Konsumunternehmen kaufte die Dr. August Oetker Finanzierungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH in der Zeit vom 9. bis 11. November für rund 207.000 Euro 7.527 Aktien zu. Mit einem Anteil von 25,81 Prozent gilt die Gesellschaft weiterhin als größter Aktionär mit Sperrminorität. Angesichts der Größenordnung lassen sich diese Transaktionen aber allenfalls als relativ kleiner Vertrauensbeweis interpretieren.
Brenntag: Bei dem Spezialchemieunternehmen tätigten die beiden Vorstände Steven Holland (Vorstandschef) und Jürgen Buchsteiner (Finanzchef) am Mittwoch und Donnerstag Insiderkäufe im Gesamtvolumen von 426.000 Euro. Von den insgesamt 6.263 Aktien gingen 5.753 vom Konto des Finanzchefs ab. Die Aktie des MDAX-Unternehmens vollzieht seit dem Kurssturz im Sommer eine Seitwärtsbewegung zwischen 65 und 75 Euro. Mit aktuell 67,22 Euro notiert der Ende März 2010 an die Börse gebrachte Titel weit über seinem Ausgabepreis von 50 Euro.