von Thomas Schmidtutz, Euro am Sonntag
München. Der Angeklagte erhält eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von insgesamt 4950 Euro. Die Wirtschaftsstrafkammer sah es als erwiesen an, dass F. zwischen Juli 2005 und November 2006 über Börsenbriefe wie International Stock Picker (ISP) oder Small Cap Scout (SCS) in 44 Fällen die Kurse von Aktien wie Splendid Medien, Berentzen, Cine Media, Petrohunter oder Barnabus beeinflusst hatte. Dabei sei es unerheblich gewesen, dass F. unter dem Strich Verluste erlitten hätte, erklärte das Gericht in seiner Urteilsbegründung. Als strafmindernd wertete das Gericht, dass der Diplom-Kaufmann während der Ermittlungen umfassend ausgesagt und in der Verhandlung alle Vorwürfe eingeräumt hatte.
Der Spruch des Landgerichts hatte sich bereits zum Prozessauftakt am vergangenen Donnerstag abgezeichnet. Damals hatte das Gericht dem Börsenbriefbetreiber im Gegenzug für ein Geständnis eine Bewährungsstrafe von bis zu zwei Jahren auf Bewährung sowie eine Geldstrafe in Aussicht gestellt.
Beobachter erwarten, dass F. nun als Belastungszeuge im Prozess gegen den früheren Chef der Münchner Vermögensverwaltung TFB Capital, Tobias Bosler, sowie den Ex-Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub aussagen könnte. Die Verhandlung beginnt am 23. Januar.
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