28.12.2012 13:03
Bewerten
 (5)

Pleitewelle im Krisenland Portugal auf Rekord-Höhe

Insolvenzfälle in Portugal
Die Zahl der Insolvenzfälle ist dieses Jahr im Euro-Krisenland Portugal um 62 Prozent in die Höhe geschossen. Damit hat das Land einen neuen Negativrekord markiert.
Wie die Zeitung "Público" am Freitag unter Berufung auf die Consulting-Firma IIC berichtete, wurde bis zum 26. Dezember die Rekordzahl von 18.627 Pleiten verzeichnet. Im Vergleich zum Gesamtjahr 2010 betrage der Anstieg sogar 174 Prozent.

    Von den Pleiten sind den Angaben zufolge in zunehmendem Maße die privaten Haushalte betroffen. Rund 67 Prozent aller Insolvenzfälle seien 2012 auf Familien entfallen, knapp ein Drittel auf Unternehmen, so "Público". 2008 hätten zum Beispiel im ärmsten Land Westeuropas nur rund 800 überschuldete Familien Insolvenz beantragt, dieses Jahr seien es bereits mehr als 12.400 gewesen, hieß es.

    Portugal erhielt 2011 von der "Troika" aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ein 78-Milliarden-Euro-Hilfspaket. Im Gegenzug will man das Haushaltsdefizit dieses Jahr auf 5,0 und bis 2014 auf die EU-Marke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken. Im Zuge der Sparmaßnahmen wird die Wirtschaft 2012 um mindestens drei Prozent schrumpfen. Die Arbeitslosenrate erreichte zuletzt den Rekord von 15,9 Prozent.

    LISSABON (dpa-AFX)

Bildquellen: Philip Lange / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

Deutliche Gewinne: DAX rund 2 Prozent im Plus -- Deutsche Bank: Postbank-Verkauf als Option? -- 50-Prozent-Kurseinbruch bei Daimler-Partner BYD -- ifo-Index steigt -- United Internet, QSC im Fokus

EZB veröffentlicht Sitzungsprotokolle nach vier Wochen. Bundestag stellt sich hinter Kreditlinie für Griechenland. Daimler legt 600 Millionen Euro wegen Kartellverfahren zurück. Russland will Bankensystem mit fast 14 Milliarden Euro stützen. EU beschließt neue Krim-Sanktionen. Französische Kosmetikkonzerne büßen Preisabsprachen mit fast 1 Mrd. Euro.
Wer hat die USA von Platz 1 verdrängt?

schaften der Welt

europa

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche sind die reichsten Amerikaner unter 40 Jahren?

Wenn Zukunft Gegenwart wird

mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?