Deutschland: Pleiten auf Tiefstand
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland sinkt in diesem Jahr auf den tiefsten Stand seit Beginn der Finanzkrise. Es seien rund 29.000 Insolvenzen zu erwarten und damit etwa 3,6 Prozent weniger als im vorigen Jahr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das wäre der dritte Rückgang in Folge. Die Zahl läge damit auf dem Niveau von 2007. Da die Firmenpleiten der Konjunktur üblicherweise einige Monate hinterherhinken, erwarten Experten wegen der aktuellen Flaute für 2013 einen Anstieg. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet für das kommende Jahr mit rund 30.500 Firmeninsolvenzen. Von Januar bis September meldeten sich den Statistikern zufolge 21.800 Firmen bei den Amtsgerichten als überschuldet oder zahlungsunfähig. Dies waren 4,6 Prozent weniger als vor Jahresfrist. „Wir gehen trotz des aktuellen Rückgangs davon aus, dass sich zum Jahresende die Zahl der Unternehmensinsolvenzen noch erhöhen wird“, sagte der Vorsitzende des Insolvenzverwalterverbands (VID), Christoph Niering. „Es ist absehbar, dass sich der schwächelnde Export in der Eurozone auf die heimische Wirtschaft auswirkt.“ Die finanziellen Reserven vieler Firmen seien nicht allzu groß. „Auch weil die Margen in vielen Schlüsselbranchen wie Auto äußerst gering sind“, sagte Niering.
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