20.12.2012 18:00
Bewerten
(0)

Internet: Wirtschaft ohne Anschluss

Internetzugänge: Internet: Wirtschaft ohne Anschluss | Nachricht | finanzen.net
Internet: Wirtschaft ohne Anschluss
Internetzugänge
Trotz Computerausbildung in der Schule oder Ausbau von schnellen Internetverbindungen auch in ländlichen Regionen - Deutschland ist noch längst nicht in der digitalen Welt angekommen und gefährdet damit seine internationale Konkurrenzfähigkeit.
€uro am Sonntag
von Christian P. Illek, Gastautor von Euro am Sonntag

Der Grundsatz der Chancengleichheit ist seit 1949 in Artikel 3 des Grundgesetzes fest verankert. Doch zwischen Anspruch und Realität klafft in Deutschland häufig eine große Lücke. Im Rahmen der wachsenden Digitalisierung unserer Gesellschaft ist zunehmend von einem „digital divide“, also einer digitalen Kluft die Rede. Hier müssen Wirtschaft und Politik rechtzeitig gegensteuern, denn die Teilhabe aller Bürger an der digitalen Gesellschaft muss im Sinne der Chancengleichheit gesichert sein und ist Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg in Deutschland.

In einer aktuellen Umfrage von Microsoft und der Gesellschaft für Konsumforschung fordern bereits 43,3 Prozent der Deutschen einen Rechtsanspruch auf Teilhabe an der ­In­formationstechnik und am Internet. In der ­Altersklasse der 16- bis 29-Jährigen, den so­genannten Digital Natives, verlangt sogar jeder zweite (51,3 Prozent) diesen Anspruch. Auffällig ist auch, dass der Wert in strukturschwachen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg oder Thüringen bei deutlich über 50 Prozent liegt.

Grundvoraussetzung dafür ist eine flächen­deckende Breitbandanbindung. Doch vor ­allem ländliche Regionen werden durch eine mangelhafte Versorgung immer noch klar ­benachteiligt. Der Breitbandatlas des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) und des TÜV Rheinland von 2012 zeigt, dass noch immer nicht alle Regionen über schnelle Breitbandanbindungen verfügen. Bei allen Fortschritten ist nüchtern festzustellen: Nur acht Prozent der ländlichen ­Regionen sind mit einer Hochleistungs­verbindung von 50 Megabit pro Sekunde ­versorgt. In den Städten sind es dagegen fast 75 Prozent. Damit ist die regionale Wirtschaft durch die wachsende Bedeutung des Onlinehandels und der globalen Vernetzung langfristig nicht mehr konkurrenzfähig.

Darüber hinaus ist auch die Nutzung des Internets immer noch nicht für alle Bürger selbstverständlich oder gar möglich. Während über 90 Prozent der Bürger mit Abitur das Internet nutzen, stagniert der Anteil der Nutzer mit einfacher Bildung gegenüber dem Vorjahr bei 60 Prozent. Das stellte der ­ „(N)Onliner Atlas D21“, eine Initiative von TNS Infratest und namhaften deutschen Unternehmen, bei einer Befragung von 30.000 Internetnutzern in diesem Sommer fest.

Diese Zahlen warnen vor zu viel Optimismus, dass Deutschland in der digitalen Welt bereits angekommen sei. Vor allem ältere sowie einkommensschwache Bürger laufen Gefahr, bei der zunehmenden Digitalisierung abgehängt zu werden. Dabei könnten gerade diese Gruppen am meisten von der Internetnutzung profitieren: E-Health erleichtert zum Beispiel die gesundheitliche Versorgung über große Distanzen und gibt älteren und chronisch kranken Menschen mehr Autarkie ­zurück, E-Government ermöglicht Behördengänge online und verkürzt Wartezeiten und Wege, E-Learning ermöglicht eine gezielte und individualisierte Förderung im Bildungsbereich und macht Bildung für jeden von fast jedem Ort aus zugänglich.

Darüber hinaus bietet E-Working (mobiles Arbeiten) neue Arbeitsmodelle mit mehr zeitlicher und räumlicher Flexibilität. Damit lassen sich nicht nur Familie und Beruf besser vereinbaren, sondern es können auch strukturschwache Regionen mit mobilen Arbeitsplätzen gestärkt werden. In vielen Berufen sind Mitarbeiter längst nicht mehr an einen festen Standort gebunden. In Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels könnte das für viele Firmen ein echtes „Add-on“ bei der Bewerbersuche werden. Warum sollte der gewünschte Kandidat nicht weiter bei seiner Familie auf dem Land oder auch auf einer Insel in der Nordsee wohnen?

Wirtschaft und Politik müssen
Digitalisierung fördern

Eine hohe IT- und Medienkompetenz ist deshalb schon heute Voraussetzung für eine ­erfolgreiche berufliche Karriere. Der Grundstein dafür muss frühzeitig in der schulischen Ausbildung gelegt werden. Ein Lehrplan ohne IT ist nicht mehr zeitgemäß und stellt die Wirtschaft durch fehlenden kompetenten Nachwuchs langfristig vor Probleme. Nach aktuellen Zahlen des Branchenverbands ­Bitkom leiden derzeit rund 57 Prozent aller Unternehmen aus der ITK-Branche unter fehlendem und gut ausgebildetem Personal. Etwa 40.000 Stellen können derzeit deshalb nicht oder nur schwer besetzt werden.

Die digitale Kompetenz der Mitarbeiter ist dabei ein grundlegender Erfolgsfaktor in der heutigen Wissensgesellschaft. Sie entscheidet über die Innovationsfähigkeit und den Erfolg der deutschen Wirtschaft im internationalen Wettbewerb. Doch eine gute IT- und Medienkompetenz ist heute keine Frage von Bildungsplänen, sondern von der individuellen Ausstattung von Schulen, des persönlichen Engagements der Lehrer und zunehmend auch des Einflusses der Eltern. Damit wird der Anspruch der Chancengleichheit schon frühzeitig ad absurdum geführt. Sie kann nur erreicht werden, wenn alle die gleichen Lernbedingungen zur Verfügung haben, um ihre Bildungspotenziale frei entfalten zu können — unabhängig von der sozialen Herkunft.

Darüber hinaus benötigt Deutschland (Weiter-)Bildungsangebote, die auf alle Altersklassen zugeschnitten sind. Aktuelle Studien zeigen, dass bereits ab der Altersklasse 50 plus die Medienkompetenz deutlich sinkt. Positive Erfahrungen, zum Beispiel durch das Skypen mit den Enkelkindern, schüren aber auch in diesen Altersklassen das Interesse für neue Technologien. Menschen, die häufig ­Informationstechnologien nutzen, sind deutlich offener gegenüber Innovationen. Die Skepsis und Unsicherheiten bei Nichtnutzern sind dagegen überproportional hoch. Für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung müssen aber gerade auch die „analogen“ Teile der Bevölkerung auf den Weg in die Digitalisierung mitgenommen werden.

E-Government, E-Health, E-Learning und E-Working finden aber nur Akzeptanz, wenn niemand zurückbleibt. Abgesehen vom gesellschaftlichen Nutzen lassen sich auch nur so die wirtschaftlichen Vorteile, zum Beispiel Effizienzeffekte durch Vernetzung, erzielen. Statt im Nachhinein mühsam digitale Klüfte zu überwinden, müssen Politik und Wirtschaft frühzeitig Lösungen für die Integration aller Bevölkerungsschichten entwickeln.Dazu zählt auch eine einfache Bedienbarkeit der Oberflächen. Diese Forderung richtet sich vor allem an uns als Softwarehersteller.

Es ist unsere Aufgabe als Unternehmen, uns der Debatte um Datenschutz, Sicherheit und Transparenz von IT-Technologien zu ­stellen. Wir müssen einer möglichst breiten Nutzerschaft den Zugang zu neuen ITK-Technologien ermöglichen, um rechtzeitig einer digitalen Spaltung entgegenzuwirken.


















zur Person:

Christian P. Illek, Vorsitzender der
Geschäftsführung von Microsoft Deutschland

Illek studierte Chemie und Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf und ­München, er startete seine berufliche Laufbahn 1989 an der Münchner Universität. Seit September dieses Jahres leitet Illek Microsoft Deutschland und ist Area Vice President International. Zuvor arbeitete er in verschiedenen Führungspositionen bei der ­Deutschen Telekom, Bain & Company und Dell.
Microsoft Deutschland ist die 1983 gegründete Tochtergesellschaft der Microsoft Corporation, des weltweit führenden Herstellers von Standardsoftware, Services und Lösungen. Neben der Firmenzentrale in Unterschleißheim bei München ist Microsoft Deutschland bundesweit mit sechs Regionalbüros vertreten und beschäftigt rund 2.700 Mitarbeiter.

Bildquellen: iStock/jhutchin

Nachrichten zu Microsoft Corp.

  • Relevant
    2
  • Alle
    3
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Microsoft Corp.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
28.04.2017Microsoft OutperformRobert W. Baird & Co. Incorporated
28.04.2017Microsoft neutralAtlantic Equities
28.04.2017Microsoft overweightBarclays Capital
28.04.2017Microsoft NeutralJP Morgan Chase & Co.
28.04.2017Microsoft buyMorningstar
28.04.2017Microsoft OutperformRobert W. Baird & Co. Incorporated
28.04.2017Microsoft overweightBarclays Capital
28.04.2017Microsoft buyMorningstar
28.04.2017Microsoft OutperformBernstein Research
28.04.2017Microsoft buyGoldman Sachs Group Inc.
28.04.2017Microsoft neutralAtlantic Equities
28.04.2017Microsoft NeutralJP Morgan Chase & Co.
27.01.2017Microsoft NeutralJP Morgan Chase & Co.
27.01.2017Microsoft NeutralMacquarie Research
27.01.2017Microsoft HoldCanaccord Adams
27.01.2017Microsoft UnderperformJefferies & Company Inc.
21.10.2016Microsoft UnderperformJefferies & Company Inc.
27.09.2016Microsoft UnderperformJefferies & Company Inc.
21.07.2016Microsoft VerkaufenIndependent Research GmbH
28.06.2016Microsoft UnderperformJefferies & Company Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Microsoft Corp. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Jungheinrich - Professioneller Hochstapler!

Intralogistik-Lösungen sind gefragt wie nie. Denn mit moderner Logistik-Infrastruktur lassen sich nicht nur erhebliche Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen realisieren, sondern sie bildet die perfekte Ergänzung für "Industrie 4.0". Warum Jungheinrich eine der interessantesten Storys in diesem Segment bietet lesen Sie im aktuellen Anlagermagazin des Börse Stuttgart Anlegerclubs.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX tendiert seitwärts -- US-Börsen in der Gewinnzone -- Aixtron verkauft Anlagengeschäft für Speicherchips -- Aixtron, VW, Ford im Fokus

Ex-Volkswagen-Manager bleibt weiter in US-Haft. Sparkurs beim Autobauer Ford. Starker Jahresauftakt der Dax-Konzerne. Diverse Börsen in Europa geschlossen.

Top-Rankings

KW 21: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 20: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Berufe die auch eine Rezession überstehen
Welche bieten am meisten Sicherheit?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett aktuell im Depot
Die Top-Positionen von Warren Buffett (März 2017)
Bestbezahlte Praktikantenstellen
Welches Unternehmen bietet am meisten?
Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Das verdienen die Chefs der Notenbanken
Wie hoch sind ihre Gehälter?
Aktion Frühjahrsputz: Die unsinnigsten Subventionen der Bundesregierung
So werden Steuergelder verschwendet
mehr Top Rankings

Umfrage

Der Bitcoin bleibt auf Rekordkurs und stieg erstmals über 2.000 US-Dollar. Haben Sie auch schon mal Geschäfte mit der Digitalwährung gemacht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
CommerzbankCBK100
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
E.ON SEENAG99
BMW AG519000
BASFBASF11
Allianz840400
EVOTEC AG566480
Amazon.com Inc.906866
MediGene AGA1X3W0
Scout24 AGA12DM8
Infineon AG623100